Keine Holzarbeit mit alten Maschinen

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Erika Lunkenbein spaltet Holz. Die Maschine entspricht der Norm und muss mit zwei Händen bedient werden. Foto: Matthias Hoch
 
 
 
 
 
 

Wenn es draußen kalt ist, will man's drinnen warm haben. Viele Landwirte verwenden Brennholz, doch das muss erst sicher aufgearbeitet werden. So wie bei Erika Lunkenbein aus Dörrnwasserlos.

Selbst ist die Frau, selbst ist auch Erika Lunkenbein. Größtenteils alleine kümmert sie sich um den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie in Dörrnwasserlos. Sie baut Getreide an und versorgt die 20 Rinder im Stall, zehn Kühe darunter müssen täglich gemolken werden. Lediglich am Abend und bei bestimmten Arbeiten kann die Familie sie unterstützen. Da versteht sich von selbst, dass Erika Lunkenbein auch alle landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen selbst bedienen kann.

Wenn es draußen kalt wird, heizen viele landwirtschaftliche Betriebe - und mittlerweile auch immer mehr Hausbesitzer - mit Holz. Doch der nachwachsende Rohstoff muss erst gespalten und in Scheite gesägt, also aufgearbeitet werden. Immer wieder finden Revisoren (Prüfer) der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG) bei ihren Rundgängen auf den Höfen Maschinen, die nicht mehr den geltenden Normen entsprechen und zum Teil lebensgefährlich sind. Zu ihnen gehören zum Beispiel Kegelspalter, erzählt Revisor Werner Müller. Er hat auch den Betrieb von Erika Lunkenbein schon geprüft.

Sicherheit an Erster Stelle


Wenn es ums Brennholz geht, helfen bei Lunkenbeins alle zusammen. Einen Holzspalter, eine ältere Kreissäge sowie einen Kleinspalter nennt die Familie ihr Eigen. Die Geräte erleichtern die schwere Arbeit und verhindern dank neuester Standards und Sicherheitsvorrichtungen Verletzungen. So ist bei der Anschaffung von Spaltmaschinen darauf zu achten, dass die Hebel mit zwei Händen bedient werden müssen. Auf diese Weise wird ein Einklemmen einer Hand oder der Verlust von Teilen der Finger (oder von ganzen) verhindert, erklärt Revisor Müller.

Im Großen und Ganzen hängt das landwirtschaftliche Einkommen der Familie Lunkenbein von der Frau des Hauses ab, da die anderen Familienmitglieder berufstätig sind. Fällt sie aus, kann keiner für sie einspringen. Deshalb achtet Erika Lunkenbein auf ihre Gesundheit und vermeidet Arbeitsunfälle. Die Arbeitssicherheit ist ihr sehr wichtig: "Das fängt schon beim Anhängen an. Man muss immer darauf achten, dass alle Schutzvorrichtungen an den Maschinen und Geräten sind." 2009 gab es laut Statistik der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung 200 Unfälle bei der Brennholzaufarbeitung allein in Ober- und Mittelfranken. Weil Erika Lunkenbein ausschließlich sichere Geräte benutzt und ihr Hof auch in anderer Hinsicht tipptopp ist, wurde sie mit der goldenen Sicherheitsplakette der LBG ausgezeichnet.

Keine "Bauernpolizei"


Bei der Übergabe ist auch Wolfgang Schatz anwesend, technischer Aufsichtsbeamter für das Gebiet Bamberg. "Wir sind keine Bauernpolizei", stellt Schatz klar. "Wenn wir in die Betriebe kommen, möchten wir vor allem beraten. Wir sammeln Informationen, helfen, Missstände und Gefahren zu beseitigen und geben unsere Erfahrungen an andere Höfe weiter. Wir möchten vor allem Verständnis bei den Landwirten erreichen."
Bei seinem Rundgang auf dem zu prüfenden Hof achtet Revisor Werner Müller vor allem auf die Sicherheit von Maschinen und auf die Vollständigkeit und den Zustand der persönlichen Schutzausrüstung. Wird beispielsweise ein Kegelspalter entdeckt, wird er sofort außer Betrieb gesetzt. Der Besitzer muss ihn entweder wegräumen oder abbauen. Wird das Benutzungsverbot missachtet und das bemerkt, kann auch mal ein Bußgeld fällig werden. "Das ist aber nicht die Regel. Schließlich ist Gesundheit und Sicherheit auch im Sinne der Unternehmer", sagt Müller.

Wer als landwirtschaftlicher Unternehmer Holz im Wald schlägt, benötigt eine umfassende Schutzausrüstung: Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Arbeitshandschuhe, eine Schnittschutzhose sowie Sicherheitsschuhwerk mit Schnittschutzeinlagen. Außerdem ist auch eine Arbeitsjacke mit Signalfarbenpartien sinnvoll. Auch einen Motorsägenkurs muss man absolviert haben. Bereitet man das Holz auf dem Hof auf, sind Sicherheitsschuhe und Gehörschutz für Versicherte der LBG vorgeschrieben.
Unabhängig von landwirtschaftlichen Betrieben tun alle Personen, die Holz beschaffen oder aufarbeiten, gut daran, sich sicher auszurüsten. Über die genauen Vorgaben im jeweiligen Gebiet können sie sich bei ihrem Förster informieren.

Der Arbeitstag ist lang


Erika Lunkenbein ist fit im Umgang mit der Motorsäge und auch allen anderen Gerätschaften. Ihr Tag beginnt früh: "Ich stehe um Viertel nach fünf auf, um 6.30 Uhr geht's in den Stall zum Füttern und Melken." Es folgt, was ansteht: Futter reinholen, Feldarbeit oder Holz aufarbeiten. Im Sommer kann es schon mal 20 oder 21 Uhr werden, bis alles erledigt ist. Spaß macht Erika Lunkenbein eigentlich jede Arbeit. "Mir kann keiner was sagen, ich bin mein eigener Herr", sagt die landwirtschaftliche Unternehmerin.

Weitere Informationen rund um die Holzaufarbeitung gibt es unter www.lsv.de . Außerdem kann man sich auch persönlich von den Mitarbeitern der LBG unter Telefon 0921/603-345 beraten lassen. Ansprechpartner für den Landkreis Bamberg sind Wolfgang Schatz und Werner Müller.