Schüler können in Scheßlitz an 14 Stationen des Erlebnispfades und im Pavillon als grünem Klassenzimmer alles über die Natur erfahren.
Mit Beginn des Herbstes eröffnete Stephan Keilholz, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Forsten Bamberg-Forchheim den "Scheßlitzer Schulwald" im Staatswalddistrikt Burgholz am Fuße der Giechburg. Zusammen mit der Stadt
Scheßlitz, ihren Schulen und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg bietet er neue Möglichkeiten, den Wald zu erleben und zu begreifen.
Keilholz dankte allen Beteiligten, besonders den Schulen, der Stadt Scheßlitz und seinen Mitarbeitern für die gelungene Präsentation der 14 Stationen des Walderlebnispfades samt Pavillon als grünem Klassenzimmer und begrüßte die anwesenden Gäste.
In seiner Rede begründete der Forstbetriebsleiter das Projekt: "Wir als Bayerische Staatsforsten sind gerne bereit, eine Waldfläche für einen Schulwald zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, dass hier - in Sichtweite zu den Scheßlitzer Schulen - das Ökosystem Wald und die Ansprüche der Gesellschaft an eine moderne Forstwirtschaft den Schülerinnen und Schülern anschaulich vermittelt werden können."
Themen spielerisch vertiefen
Die 14 Stationen, deren Ausgestaltung die Servicestelle für Öffentlichkeit in Ober- und Unterfranken unter der Leitung von Gregor Schießl übernommen hat, sollen Impulse setzen, wald- und forstspezifische Themen spielerisch zu vertiefen. Neben den Schautafeln werden die heimischen Baumarten erklärt - kognitiv, visuell, aber auch haptisch über Rubbelbilder der baumartspezifischen Rinden. Die Schüler können durch das Pflanzen, Ausgrasen oder Pflegen konkrete Aufgaben übernehmen. Schließlich dient der "Schulwald" auch zur Weiterbildung der Forstverwaltung.
Für die Realisierung dankte Keilholz seinen Mitarbeitern Revierleiter Guido Auer, den Forstwirten Gerold Schmitt und Markus Imhof, den Praktikanten Katharina Rittmayer, Lukas Baden, Maximilian Külle und der Fortreferendarin Claudia Krüger.
Ausdrücklich dankte er dem Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof (CSU), der das Ganze nachdrücklich mit angestoßen habe. "Ich hoffe", so Keilholz, "dass der derzeitige Zustand sich weiterentwickelt - besonders mit Hilfe der Schüler."
Eine hat bereits besonders mitgewirkt: Melissa Dremel. Die Grundschülerin hat nämlich die Lernpatin "Pia" entworfen. Die Eule Pia führt als besondere Begleiterin durch den Schulwald.
Richtung Peulendorf
Der Scheßlitzer Schulwald beginnt am Park- und Wanderplatz gleich am Waldanfang von Scheßlitz Richtung Peulendorf. Von dort hat auch die Firma Link einen tonnenschweren, etwa 15 Meter langen Baumtorso zum Pavillon transportiert. Die Eiche dürfte über 500 Jahre alt sein und wird sicherlich sofort alle Kinder zum Klettern und Ballancieren auffordern. Hier fand auch die Eröffnungsfeier statt. Musikalisch wurde sie umrahmt vom Orchester der Mittelschule Scheßlitz mit seinen 30 Mitgliedern unter Leitung ihres Dirigenten Peter Kutnyak.
Stadtgebiet besteht aus viel Wald
Die Scheßlitzer Bürgermeister Roland Kauper und Holger Dremel (beide CSU) waren zum grünen Klassenzimmer gekommen und zeigten sich begeistert. Kauper wies darauf hin, dass in der Stadt täglich rund 2000 Schüler seien und ein Drittel der Gemeindefläche Wald sei. "Der Wald muss näher erlebbar gemacht werden. Dies ist durch die vier engagierten Schulleitungen und Lehrkräfte in idealer Weise geschehen. Die Stadt wird auch weiterhin durch den Unterhalt und die Pflege des Erlebnisweges ihren Teil dazu beitragen", so Kauper.
MdL Rudrof begrüßte alle Gäste als Waldfreunde. Er sprach auch als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und lobte die kooperative Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen. "Der Wald wird hier in seiner ganzen Vielfalt gezeigt", sagte Rudrof. "Wir bekommen ein echtes Gefühl und wirkliches Verständnis für ihn."
Grußworte sprach auch stellvertretender Landrat Johann Pfister (BBL). Anschließend äußerten sich kurz auch die Rektoren der vier beteiligten Schulen: Wolfgang Kühnert (Kilian-Grundschule), Matthias Welsch (Realschule), Norbert Renner (Mittelschule) und Jutta Endres (Giechburg-Schule). Sie lobten, dass die Schüler von Anfang an in das Projekt eingebunden worden seien. Sie könnten nicht früh genug vor Ort sein. "Umwelterziehung und Verantwortung übernehmen sind uns dabei sehr wichtige Punkte."
Schüler sind begeistert
Forstamtdirektor Hans Schmid als Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das den 30 000 Euro teuren Pavillon finanzierte, dankte Paul Zweier vom Amt für Ländliche Entwicklung für die Unterstützung des Projektes. Pavillon und Lehrweg passen richtig in die Zeit und bilden eine neue Phase. "Der Schulwald" kostete nach Auskunft von Keilholz insgesamt rund 70.000 Euro.
Am Schluss der Feier spendeten den kirchlichen Segen der katholische Pfarrer Michael Morawietz und der evangelische Pfarrer Udo Bruha. Unterdessen hatten einige Schulklassen den neuen Waldlehrpfad bereits erwandert, unter ihnen die Klasse 5a der Realschule mit ihrem Lehrer Johannes Bröckel und Gerold Ziegmann von der Forstverwaltung.
Der Lehrer, aber auch die Schüler fanden ihn super. Justus, Lukas, Leo und Philipp gefiel besonders das Baumtelefon. Für Enrico, Luca und Patrik stand das Wurzelbauen an erster Stelle. Die Mädchen Emma, Kristine und Alina mochten besonders das Kartenraten der Tiere, an zweite Stelle setzten sie das Kuchenessen, erst dann kam der Fühlwegpfad.