Der Schirm bleibt im fränkischen Sommer 2017 wichtigster Teil der Grundausstattung: Mal braucht man ihn als Regen-, dann wieder als Sonnenschutz. Das Auf und Ab der Temperaturen dürfte sich auch in den nächsten Tagen fortsetzen, und auch darüber hinaus sehen die Meteorologen wenig Anzeichen dafür, dass sich ein stabiles Sommerhoch mit angenehmen Temperaturen über Mitteleuropa einnisten könnte.

Die kurzfristigen Aussichten jedenfalls sind gut, im Laufe der Woche kennt die Temperatur in Franken nur eine Richtung: nach oben. 30 Grad werden zum Wochenanfang erwartet, im weiteren Verlauf sind 35 Grad und mehr drin. Die genaue Entwicklung ist nach Aussage der Meteorologin Franziska Pollak von wetter.net unsicher: Aus dem Mittelmeerraum wird subtropisch warme bis heiße Luft nach Mitteleuropa geschaufelt. Gleichzeitig lauert über dem Nordatlantik weiter der Herbst mit kühlen Werten.


Erneut starke Gewitter und orkanartige Böen

Laut DWD drohen schon am Montag in den Nachmittag- und Abendstunden im Südwesten erneut Gewitter mit Unwetterpotenzial. Sie sollen dann in der Nacht zum Dienstag über die Mitte in den Osten Deutschlands ziehen. Dann träten häufiger Gewitter auf, die örtlich auch heftiger ausfallen könnten, hieß es.

Der Herzogenauracher Wetterexperte Stefan Ochs von wetterochs.de meldet einen Schub heißer Mittelmeerluft über die Alpen. Dabei wird es vor allem am Dienstag extrem heiß, es werden 34 Grad erreicht. Die Hitze wird aber abermals von starken Gewittern verfolgt. Es drohen laut "Wetterochs" sogar orkanartige Böen.

Am Mittwoch wird es wieder durchwachsen, es wird wechselnd wolkig mit einzelnen Schauern und Gewittern bei maximal 27 Grad. Für den Donnerstag wird von Stefan Ochs der nächste Schub heißer Luft erwartet, dem rasch eine weitere Kaltfront folgen soll. Ein Ende dieses Hin und Hers ist auch am nächsten Wochenende nicht zu erwarten. Da die beteiligten Luftmassen feucht sind, besteht bei diesen starken Temperaturschwankungen weiterhin die Gefahr von Unwettern.


Willkommen im Treibhaus

"Die Grenze zwischen Sommer und Herbst verläuft in einem breiten Band quer durch Deutschland", sagt Polak. Damit sei es schwer, auch nur einen Tag im Voraus vorherzusagen, wie weit die Hitze nach Norden dringt und wie intensiv die Erwärmung ausfällt. Fest steht: Im Süden Deutschlands, wenigstens bis zur Mainlinie, wird es hochsommerlich mit einem Wermutstropfen: Nach dem Dauerregen der letzten Tagen sind die Böden durchgeweicht, die Hitze lässt das Wasser verdampfen, was zu einer regelrechten Treibhausatmosphäre führt. In der schwülheißen Luft können sich heftige Gewitter bilden - mit den vom Sommer 2017 bereits bekannten Risiken und Nebenwirkungen von Sturm über Wolkenbruch bis hin zu Hagelschlag.


Wie verläuft der weitere Sommer?

Vieles spricht dafür, dass der Sommer seinem Muster weiter treu bleibt, nicht zuletzt auch die bekannte Siebenschläferregel: Danach ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die Wetterlage, die Ende Juni/ Anfang Juli herrscht, sich bis Ende August fortsetzt. Andererseits: Die Statistik spricht dafür, dass im August in der Regel die höchsten Temperaturen des Jahres gemessen werden (Hundstage); so wurde der Höhepunkt der Hitzewelle im "Jahrhundertsommer" 2003 im August erreicht mit dem deutschen Hitzerekord am 13. dieses Monats (übertroffen in Kitzingen 2015, am 5. Juli und am 7. August). Dass der Rekord heuer wieder "fällig" ist, gilt als unwahrscheinlich.

Es spricht viel dafür, dass sich Siebenschläfer und Hund arrangieren werden: Die aktuelle Hitzewelle wird von einem gewittrig kühlen Intermezzo abgelöst, das wohl nicht von langer Dauer ist, da sich südlich der Alpen nach den Prognosen eine gewaltige Hitzeblase bilden dürfte, so dass auch Franken schnell wieder ins Schwitzen kommen wird. Das Auf und Ab geht also wohl weiter.