Nach dem neuen Konzept für den Alltagsradverkehr im Landkreis Bamberg sollen in den kommenden Jahren zahlreiche neue Radwege entstehen. Für jede Gemeinde gibt es dazu Datenblätter mit konkreten Angaben zu den einzelnen Vorschlägen, die vom Büro Topplan erstellt wurden. In lockerer Folge wird der Fränkische Tag in den kommenden Wochen diese Wunschlinien und Projekte vorstellen. Je nach Umfang der vorliegenden Daten werden dabei mehrere Gemeinden einer Region zusammengefasst.

In der heutigen Folge sind das Oberhaid, Lauter, Baunach, Reckendorf, Gerach und Rattelsdorf. Insgesamt gibt es in den Tälern von Untermain, Baunach, Itz und Lauter elf Radwegprojekte. Manche sind schon in der konkreten Planung, andere stehen als Wunschlinien im Konzept, ein paar haben kaum Realisierungschancen. Appendorf - Baunach Die Ost-West-Verbindung soll entlang der Staatsstraße 2277 als gemeinsamer Geh- und Zweirichtungsradweg gebaut werden. Aktuell ist die hügelige Strecke als Straße mit Mittelstreifen ausgebaut und hat eine mäßige Verkehrsbelastung. Für den Radweg sind die Planungen weit fortgeschritten, mit der Fertigstellung wird 2022 oder 2023 gerechnet. Streckenlänge: 4,4 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch.

Mainquerung - Baunach Der lückenhafte und deshalb gefährliche Radweg an der B 279 von Baunach über die Brücken soll bald der Vergangenheit angehören. Eine durchgängige Verbindung wird als wichtige Achse eingestuft. Im Zuge der laufenden Brückenbauarbeiten an der viel befahrenen Bundesstraße soll auch die Wegebreite bedacht werden, ein Knotenpunkt mit Straßenquerung entstehen und der Anschluss an das überörtliche Wegenetz geschaffen werden. Streckenlänge: 0,7 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch.

Oberhaid - Appendorf Die Nord-Süd-Verbindung soll entlang der Kreisstraße BA 34 entstehen. Für die hügelige Straße durch den Wald, vorbei an Sandhof gibt es bereits Planungen des Kreis-Tiefbaus. Dabei soll auch ein begleitender Radweg bedacht werden. Gebaut werden könnte in den Jahren 2022/2023. Streckenlänge: 4,5 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

Staffelbach - Stettfeld Ziel ist eine Direktverbindung an der Staatsstraße 2281 und damit ein Anschluss an den Nachbarlandkreis. Denn die parallel laufende Freizeitverbindung ist nach Ansicht der Radexperten sehr verwinkelt und für den Alltagsradverkehr nicht zu empfehlen. Den Neubau des Radweges würde der Landkreis Haßberge unterstützen. Auch das Staatliche Bauamt sieht die Verbindung als von regionaler Bedeutung an. Streckenlänge: 3,4 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

Gerach - Laimbach Für die Anbindung Gerachs an den Radweg entlang der B 279 laufen bereits die konkreten Planungen für den Radwegebau, der bald beginnen soll. Streckenlänge: 1,0 Kilometer, Ausbaupriorität: hoch.

Gerach - Reckendorf Die Radverbindung von Gerach und Reckendorf über die Kreisstraße BA 52 läuft auf der hügeligen Straße ohne Mittelstreifen im Mischverkehr. Die Aufnahme ins Konzept als Bestand erscheint den Radexperten denkbar. Ein Radweg wurde als Wunschlinie ins Konzept aufgenommen, allerdings ohne Ausbaupriorität, da der Fokus auf der BA 38 (siehe Nr. 5) liegen soll. Streckenlänge: 1,8 km, Ausbaupriorität: keine

Rattelsdorf - Zapfendorf Ein Radweg an der Kreisstraße BA 32 würde eine direkte Verbindung der beiden großen Gemeinden im Norden des Landkreises ermöglichen. Mit dem Anschluss nach Unterbrunn wäre er sogar landkreisübergreifend. Die Straße ist kurvig und schlecht einsehbar, die Fahrbahn in mäßigem Zustand. Das Verkehrsaufkommen ist mit knapp 1500 Kraftfahrzeugen am Tag ebenfalls mäßig. Ein Radwegebau wäre von daher wünschenswert. Die Weiterführung in Richtung Lichtenfels wird von den Konzepterstellern als sinnvoll erachtet. Streckenlänge: 4,8 Kilometer, Ausbaupriorität: niedrig.

Daschendorf - Rattelsdorf Die Verbindung erfolgt auf einem Wirtschaftsweg über die Itz zum Radweg an der B 4. Die Strecke ist in einem schlechten Zustand, insbesondere nach Querung der Itz. Es besteht Asphaltierungs- und zugleich Sanierungsbedarf. Aktuell ist der Abschnitt nach Meinung der Radwegplaner "definitiv nicht alltagstauglich und auch für den Freizeitradverkehr ungeeignet". Regelmäßige Pflege und Instandhaltung seien notwendig. Der Weg nach Querung der Itz wurde aus dem Konzept genommen. Die Verbindung nach Osten reiche aus, meinen die Radexperten. Streckenlänge: 1,2 Kilometer, Ausbaupriorität: mittel.

Daschendorf - Höfen Ein Radweg von Daschendorf (Baunach) entlang der Kreisstraße BA 39 nach Höfen Rattelsdorf) wurde auf Wunsch der Kommunen ergänzt. Die Verkehrsbelastung der Straße liegt bei gut 900 Kraftfahrzeugen pro Tag. Die Konzeptersteller meinen, dass aufgrund der geringen Verkehrszahlen der Mischverkehr eine realistische Option ist. Streckenlänge: 2,5 Kilometer, Ausbaupriorität: niedrig.

Mürsbach - Rentweinsdorf Die direkte Verbindung zwischen den Landkreisen Bamberg und Haßberge soll entlang der Kreisstraßen BA 40 und HAS 57 erfolgen und wäre die erste Querungsmöglichkeit zwischen Baunachgrund und Itzgrund nach Baunach. Die Strecke ist bisher in keinem Ausbauprogramm enthalten. Vonseiten des Landkreises Haßberge erhielten die Konzeptersteller die Rückmeldung, dass aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens derzeit kein straßenbegleitender Radweg notwendig sei. Streckenlänge: 4,7 Kilometer, Ausbaupriorität: niedrig.

Priegendorf - Rudendorf Für einen landkreisübergreifenden Anschluss an der Kreisstraße BA 37 zwischen Priegendorf (Baunach) und Rudendorf in gibt es bislang von beiden Landkreisen keine Initiativen. Neben einem Radwegebau sehen die Planer den Mischverkehr bei eingeschränkter Verkehrssicherheit oder die Streichung aus dem Konzept aufgrund der untergeordneten Bedeutung als Alternativen. Streckenlänge: 2,1 Kilometer, Ausbaupriorität: niedrig.