Die "Hölzernen Männer", ein Eichenholztor mit zwei Männern, zählen zu den Wahrzeichen der Stadt Baunach. Es war ursprünglich das Hoftor zum alten Kastenhof, der von 1710 bis 1803 das Gericht beherbergte. Danach stand es an der Einmündung der Überkumstraße in die B 279 (Hassbergstraße). Vor gut drei Jahren wurde das altehrwürdige Holztor wegen Restaurationsbedarf abgebaut und in der Zehntscheune zwischengelagert. Um es wieder für die nächsten Generationen öffentlich zu machen, diskutierte der Baunacher Stadtrat über ein neues Konzept und das weitere Verfahren.

Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) plädierte dafür, die "Hölzernen Männer" wieder aus ihrem "Dornröschenschlaf" zu erwecken und nach einer Restaurierung wieder im Ortsmittelpunkt Baunachs aufzustellen.
Um dieses Wahrzeichen vor den Unbilden der Witterung auch dauerhaft zu schützen, stellte das Architekturbüro Brückner & Brückner mit seinem Geschäftsführer Christian Brückner, das seinerzeit auch das Bürgerhaus Lechnerbräu plante, Möglichkeiten eines Überdachungsschutzes gegen Regen und Sonneneinstrahlung vor. So soll das Holztor durch vier oder fünf dünnwandige Trägerrahmen mit einer Höhe von bis zu 8,50 Metern geschützt werden.

Ganz billig wird dieses, so Jörg Mausolf (CSU), "Luxusprojekt" nicht. Denn neben der eigentlichen Restaurierung, die 25 000 Euro kosten soll, soll der Wetterschutz, sagte Christian Brückner auf Nachfrage, stolze 215 000 Euro inklusive einer Beleuchtung kosten. Hier könne man allerdings, informierte der Bürgermeister, mit einer Bezuschussung aus Mitteln der Städtebauförderung in Höhe von 60 Prozent rechnen.

Auch eine Frage der Kosten

Dass dieses Wahrzeichen auf jeden Fall erhalten bleiben solle, darüber war sich im Grunde der Stadtrat, mit dem Zweiten Bürgermeister Peter Großkopf (SPD) und dem Dritten Bürgermeister Tobias Roppelt (CBB) an der Spitze, einig. Erich Langhojer (SPD) wünschte sich aber kostengünstigere Alternativen. Andrea Weigler (CSU) fragte nach, ob nicht vielleicht auch ein anderes Architekturbüro in Sinne des Wettbewerb eingebunden werden solle, und Rudi Wacker (SPD) fand, dass ein derartiges Projekt angesichts der vordringlichen Aufgaben der Stadt Baunach derzeit noch nicht in die Landschaft passe.

Ekkehard Hojer befand hingegen, dass dieses Projekt gut zwischen die bereits erledigten Projekte, wie die Parkplätze am Bürgerhaus und zukünftige Großprojekte, wie der Bau einer Mehrzweckhalle ab 2017 passe. So entschied sich der Stadtrat letztlich mit drei Gegenstimmen, das Architekturbüro Brückner & Brückner mit der Planung und einer Verfeinerung des vorgestellten Konzeptes zu beauftragen.

Als dringlich sah Andrea Weigler ihren Antrag an, die Tagesordnung der Sitzung um den Punkt "Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Nähe von schützenswerten Bauten" zu ergänzen. Sie sah darin eine Gefahr für die alte Bausubstanz mit Fachwerkhäusern, Kirchen und historischen Bauwerken unter anderem am Marktplatz, in der Überkumstraße am Zentweg oder in der Mühlgasse, wo "pyrotechnische Gegenstände" im Nu für die Entstehung von Bränden sorgen könnten. Zwar stimmte der Stadtrat bei drei Gegenstimmen zunächst für die nachträgliche Aufnahme auf die Tagesordnung, doch konnte Bürgermeister Hojer am Ende den Rat davon überzeugen, dass eine ordnungsgemäße Behandlung des Punkts wegen fehlender Vorbereitungszeit und zu kurzfristiger Information nicht möglich sei. Der Tagesordnungspunkt wurde deshalb auf die Dezembersitzung verlegt.

Im Kurzbericht des Bürgermeisters informierte dieser den Rat über den Bau der Flutbrücke an der B 279. Nach den Plänen des Straßenbauamtes soll diese 2015 und 2016, längstens bis 2017 realisiert werden. Es wird eine zweispurige Behelfsbrücke gebaut. Nach Fertigstellung der Flutbrücke, könne, so Hojer, die Mainbrücke angegangen werden. Glückwünsche seitens der Stadt Baunach überbrachte der Bürgermeister dem ehemaligen Stadtratsmitglied Anneliese Saam, die mit der Verdienstmedaille des Bayerischen Verdienstordens ausgezeichnet worden war.

Ohne Beanstandungen war der Bericht über die örtliche Rechnungsprüfung und Anerkennung der Jahresrechnung 2013 durch den Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses, Erich Langhojer (SPD), dem der Stadtrat einstimmig zustimmte. Danach schloss der Verwaltungshaushalt mit Ein- und Ausgaben in Höhe von 7 004 537 Euro ab, der Vermögenshaushalt mit Einnahmen von 5 710 950 Euro und Ausgaben von 4 218 456 Euro ab, so dass der Ist-Überschuss von 1 492 493 Euro im Haushaltsplan 2014 wieder zur Verfügung steht. nge