Bei ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres haben sich die Mitglieder des Heiligenstadter Marktgemeinderates vor allen Dingen mit dem Biotopverbund "Fränkischer Jura" beschäftigt. Mit dem Verbund beabsichtigt der Landschaftspflegeverband des Landkreises Bamberg die langfristige Sicherung der Pflege und Bewirtschaftung von Magerrasenfläche. Ferner versprechen sich die Initiatoren auf diese Weise, dem Verwildern von Hängen, Felsen und Hochflächen entgegenwirken zu können. Ziel aller Bemühungen ist der Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten.

Die Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft werden besonders in schwierigen topografischen Gebieten deutlich, sagte Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer (Einigkeit) in diesem Zusammenhang. Aufgrund der kleinteiligen Struktur sowie der klimatischen Bedingungen könnten immer mehr Wiesen und Äcker nicht mehr wirtschaftlich bewirtschaftet werden. Dies gelte vor allem für den Fränkische Jura.
Die einst offene Landschaft drohe zu verschwinden und das fränkische Landschaftsbild zunehmend an Reiz einzubüßen, befürchtet Krämer.

Von einer Beteiligung Heiligenstadts am "Biotopverbund Fränkischer Jura" verspricht sich Krämer ein Gegengewicht zu der beschriebenen Verfallsgeschichte. Innerhalb des Projekts bezuschusst der Bayerische Naturschutzfonds einzelne Maßnahmen mit bis zu 85 Prozent. Bei einem Informationsabend im vergangenen Oktober in Steinfeld haben die Juragemeinden ihre Bereitschaft erklärt, dem Projekt beizutreten.

Zwischenzeitlich hat ein Großteil der neun Gemeinden, die über 290 Quadratkilometer Fläche verfügen, diesem Projekt zugestimmt. Die Projektkosten belaufen sich auf voraussichtlich runde 700 Euro pro Jahr für jede Gemeinde. Auch der Markt Heiligenstadt hat jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Mit 17:0 Stimmen hat er einer Teilnahme am Projekt zugestimmt.

Krämer hatte sich zuvor auch bemüht, den Landwirten mögliche Befürchtungen zu nehmen. Sie müssten keine Angst vor Einbußen haben, sagte Krämer. "Das Projekt hat für Heiligenstadt eigentlich nur Vorteile", erklärte Krämer abschließend.

Zur Kenntnis haben die Markträte anschließend noch genommen, dass der Markt Heiligenstadt bereits im ersten Anhörungsverfahren zur Änderung des Landesentwicklungsplanes darauf hingewiesen hat, dass der ländliche Raum finanziell stärker berücksichtigt werden müsse. In einem weiteren Schreiben vom September 2012 wurde beantragt, dass der Markt Heiligenstadt in die Region "Teilräume mit besonderem Handlungsbedarf" aufgenommen wird. Die Kommunen der Landkreise Bayreuth, Haßberge und Lichtenfels sind dieser Kategorie ebenfalls zugeordnet.

Die Juragemeinden im Landkreis Bamberg sind dagegen nicht als "Teil Raum" mit besonderem Handlungsbedarf vorgesehen. Der Antrag des Marktes Heiligenstadt wurde jedoch nicht berücksichtigt. Deshalb hat der Markt Heiligenstadt mit Schreiben im Dezember noch einmal auf diese Situation hingewiesen und eine entsprechende Korrektur gefordert. Zwischenzeitlich wurden auch die zuständigen Abgeordneten eingeschaltet. Zusammenfassend haben die Heiligenstadter die Diskussion auf den folgenden Nenner gebracht: Es komme zu wenig Geld in den strukturschwachen Regionen an.