"Ich hätte das so schnell nicht gemerkt", ist sich Pater Dieter Putzer sicher. Weil seine Hündin "Aisha" am Freitag gegen 3.30 Uhr aber "nur so getobt hat", wurde er als erster zu nachtschlafender Zeit auf den Brand im Josefsheim aufmerksam und alarmierte umgehend die Leitstelle.


Zu dem Zeitpunkt sei es noch eine kleine Flamme gewesen, die aus dem Dachstuhl stieg. Und obwohl die Feuerwehr schnell bei den Salesianern Don Bosco am Jakobsberg eintraf, stand das Gebälk da schon in hellen Flammen.



Video: Dachstuhl am Jakobsplatz in Bamberg brennt


Über die Brandursache gab es auch Stunden nach dem Ende der Löscharbeiten noch keine Klarheit. Die Reste des Dachstuhls ragten am Freitag wie ein verkohltes Gerippe in den Himmel. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen der Polizei bei wenigstens 500 000 Euro.


Wohngruppen sind ausgelagert

In dem Haus lebten bis Herbst 16 Kinder und Jugendliche in zwei Wohngruppen. Weil das Internatsgebäude saniert werden soll, stand es leer. Insofern zeigte sich Emil Hartmann, der Gesamtjugendleiter der Salesianer Don Bosco, im Gespräch mit der Lokalredaktion erleichtert. Es gab keine ernstlich Verletzten.

Zwei 13-Jährige wurden in der Nacht mit Verdacht auf leichte Rauchvergiftungen ärztlich versorgt. Sie gehören laut Hartmann zu einer siebenköpfigen Wohngruppe, die im historischen Trakt des Josefsheims untergebracht ist. Als dieses Haus nachts vorsorglich evakuiert wurde, sei die Gruppe samt Erzieher im nahen Walpurgisheim untergekommen. Im Lauf des Freitags konnte die Wohngruppe in ihr angestammtes Gebäude zurückkehren.

Darin befinden sich unter anderem Hartmanns Büro und Putzers Wohnung. Der Rauch zog in der Nacht in Richtung Dom und somit genau auf das Haus zu, berichtet der Ordensmann.




Für die Feuerwehr stellte schon die Anfahrt eine Herausforderung dar. Die Adresse lautet zwar Jakobsberg 15, leichter erreichbar sei das brennende Gebäude für sie aber über den Teufelsgraben gewesen, sagt Stadtbrandrat Matthias Moyano. Einige Fahrzeuge habe man vom Jakobsberg durch die Sutte in den Teufelsgraben dirigieren müssen.

Dort verlief auch eine der Schlauchleitungen, mit denen Löschwasser aus allen Himmelsrichtungen zum Josefsheim transportiert werden musste. Einen Löschwassertank vor Ort gibt es nicht. Noch nicht, betont Moyano: Das Reservoir solle aber im Zug der Generalsanierung gebaut werden. Dass es notwendig sei habe man jetzt gesehen.

Der Brandschutzexperte ist erleichtert, dass das Internatsgebäude unbewohnt war. Der Dachstuhl sei so schnell abgebrannt, dass eine Personenrettung problematisch gewesen wäre. Wegen der herabstürzenden Teile wäre eine Kontrolle der Zimmer für die Einsatzkräfte, wenn überhaupt, nur unter erheblicher Eigengefährdung möglich gewesen. Die Wehr war mit 125 Leuten vor Ort, weitere etwa 25 Kräfte stellten Polizei und Rettungsdienst.

Mehrere Zufahrtsstraßen rund um den Brandort waren nach Polizeiangaben bis 8.45 Uhr gesperrt. Brandermittler der Kripo Bamberg haben noch am Freitag mit der Suche nach der Ursache begonnen.


Bangen um Sanierungspläne

Unterdessen hofft der Gesamtjugendleiter der Salesianer Don Bosco inständig, dass das Haus trotz des erheblichen Brandschadens wie vorgesehen saniert und der Zeitplan eingehalten werden kann. Der sieht vor, dass rechtzeitig zum Schuljahr 2019/2020 drei statt bisher zwei Wohngruppen einziehen können. Außerdem sollen dort die Zentralküche für alle Einrichtungen des Ordens geschaffen werden, eine Tagesstätte und Begegnungsräume.
Ein großes Lob zollte Hartmann am Tag danach der Feuerwehr. Er sei ab etwa 3.45 Uhr vor Ort gewesen und habe gesehen, wie "hervorragend" sie gearbeitet habe.