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"Globaler Klimastreik" in Bamberg: Senioren schließen sich Jugend an - "ihre Welt kaputt gemacht"


Autor: Isabel Schaffner

Bamberg, Freitag, 23. Sept. 2022

Beim "Globalen Klimastreik" zogen am Freitag viele Menschen durch Bamberg. Mehrere Senioren äußerten sich gegenüber inFranken.de besorgt zu Klimakrise und Energiewende - sie betonten hierbei ihre Verantwortung den Jüngeren gegenüber.
Die jungen Demonstrant*innen bekamen beim "Globalen Klimastreik" in Bamberg große Unterstützung durch ältere Menschen.


  • Bamberg: "Globaler Klimastreik" fand am Freitag (23. September 2022) statt
  • Klimakrise, Energiequellen und ÖPNV im Fokus von Fridays for Future
  • Senioren äußern sich: "So kann es nicht weiter gehen"
  • Junge Frau: "Macht mir am meisten Angst, was man zurücklässt"

In Bamberg fand am Freitagnachmittag (23. September 2022) der elfte "Globale Klimastreik" statt. Themen waren unter anderem Klimakrise, Energiepolitik und öffentlicher Personennahverkehr. Die Massenveranstaltung zog dabei nicht nur Schüler*innen und andere junge Menschen an - auch viele Ältere fühlten sich motiviert. Vielen von ihnen ging es vor allem darum, "die Jungen nicht allein zu lassen".

Klima-Demo in Bamberg zeigt Sorgen der Älteren: "Ist ihre Welt, die wir kaputt gemacht haben"

Gegen 13.30 Uhr eröffnete Fridays For Future Bamberg am Bahnhof die Demonstration, zu der sich mehrere Hundert Menschen einfanden. "Wir gehen heute auf die Straße, weil wir sehen: Die Klimakrise passiert jetzt. Und gleichzeitig reichen die Bemühungen von Regierungen vor allem des globalen Nordens nicht aus, dieser Krise gerecht zu werden", sagte Aktivistin Lotta Fröhlich bei ihrer Eröffnungsrede.

Während sich die Menschenmenge auf der Luitpoldstraße in Richtung Innenstadt bewegte, zeigte sich ein berührendes Bild: Ein kleines Mädchen rollte einen großen aufblasbaren Erdball neben sich her, während eine ältere Frau daneben lief. Sie rief: "Ich bin hier, damit endlich die Energiewende in Gang kommt - und das schnell. Wir haben keine Zeit mehr." Auf ihrem Schild stand: "Ist der Mensch eine Fehlproduktion, die auf Zerstörung ausgelegt ist? Oder ein vernunftbegabtes Wesen?"

Eine 67-Jährige erklärte gegenüber inFranken.de die Gründe für ihre Teilnahmen an der Demo. "Eine Motivation ist, die Jungen nicht allein zu lassen. Es ist ihre Welt, die wir kaputt gemacht haben", sagte die Seniorin. "Meine zweite Motivation ist, dass bisher immer das Geld wichtiger war - und jetzt muss einfach mal die Erde wichtiger sein." Auch ein 61-jähriger Naturwissenschaftler äußerte sich: "Wenn man sich die Daten anschaut, ist es offensichtlich, dass eine dramatische Erwärmung des Planeten abläuft. Mit den entsprechenden Folgen. Das ist für viele Länder eine absolute Katastrophe. Da muss man was machen." 

"Nach mir die Sintflut": 31-Jährige kritisiert ihre Generation - "macht mir am meisten Angst"

Auch ein 74-jähriger Vater suchte mit seiner 35-jährigen Tochter den Klimastreik auf: "So kann es nicht weitergehen. Es zeichnet sich alles schon ziemlich ab, wie es den Berg hinuntergeht", gab der Senior zu bedenken und verwies anschließend auf die Klimaschädlichkeit des Ukraine-Kriegs. Dieser sei jedoch ein Glücksfall in der Hinsicht, dass Deutschland sich nun von russischem Gas abwende und erneuerbare Energien stärker thematisiert würden.

"Ich bin hier, weil es eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts sein wird, dass wir es schaffen, die Klimakatastrophe vielleicht noch so weit abzumildern, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern noch eine lebenswerte Welt hinterlassen. Das ist die Hoffnung", führt ein weiterer Herr an.

Auch jüngere Generationen blicken auf ihre Verantwortung den Jüngeren gegenüber: "Es macht mir am meisten Angst, was man zurücklässt. Viele Leute denken nach dem Motto: 'Nach mir die Sintflut.' Das geht nicht", so eine 31-Jährige.