Sogar ein laminiertes Namensschild hatten sie für ihn gebastelt. Heu besorgt und einen Willkommenskorb mit Möhren bereitgestellt. Und dann weigert sich der Bengel daheim, ins "Taxi" zu steigen.

Nicht nur Brigitte Bayer und Elisabeth Finster von der Burgebracher Gemeindeverwaltung, die alles so schön für unsere Veranstaltung hergerichtet haben, schauten etwas verdutzt, als wir bekanntgeben mussten, dass wir unserem Maskottchen Siggi für eine Weile die Freundschaft gekündigt haben.


Die Generalprobe hat geklappt

Am Dienstagabend noch, bei der Generalprobe fürs Verladen, war der Mini-Shetlandpony-Hengst ohne jeden Protest in den Transportanhänger marschiert. Am Mittwoch, als er zu seinem großen Auftritt chauffiert werden sollte, hatte er keine Lust dazu.


Zum Glück war guter Rat überhaupt nicht teuer, denn Kollegin Anette Schreiber konnte sofort auf Ersatz zurückgreifen. So kam dann eben "Schnitte" zu ganz viel Aufmerksamkeit auf dem Platz vor dem Bürgerhaus in Burgebrach. Besser als die sanfte Shetty-Stute mit den blauen Augen hätte ein anderes Pferdchen diesen Job gar nicht erledigen können.


Eine Extra-Dochäbuch-Folge

Auch wenn wir die Veranstaltung relativ kurzfristig angekündigt hatten, kam doch ein ausreichend großes Publikum zusammen, um bei Brezen und Getränken zuzuhören und mitzumachen.

Der Mann mit dem kompliziertesten Bürgermeister-Namen im ganzen Landkreis (so hat Moderatorin Anette Schreiber ihn genannt), hat sich die ganze Veranstaltung lang Zeit für der FT genommen. Nicht nur zum Dank dafür gab es für Johannes Maciejonczyk und die Burgebracher eine eigens von der "Schreibera" für diesen Anlass verfasste Folge ihrer Mundart-Kolummne "Dochäbuch", in der die Vorzüge der Gemeinde aufgelistet waren.


Ganz schnell einen Assistenten gefunden

Ganz überrascht waren wir, als sich bei der Frage, bei wem der Fränkische Tag zur täglichen Lektüre gehört, sich nicht nur erwachsenen Leser meldeten, sondern auch ein ganz junger: Felix Schmidt (12). Und dass er das nicht nur mal eben so gesagt hat, wurde auch schnell klar. Felix konnte nämlich Themen aufzählen, die in der Mittwochausgabe standen.

Anette Schreiber ernannte den cleveren Buben kurzerhand zu ihrem Assistenten, der den Gesprächspartnern im Publikum den Rede-Ball zuspielte, die Interview-Fragen vorlas und beim Führparcours mit Pony Schnitte für die Zeitnahme verantwortlich war.

Der Bürgermeister lief mit der gescheckten Stute am schnellsten die Runde. 23 Sekunden zeigte die Stoppuhr auf Felix' Handy für ihn und 29 Sekunden für seinen Gegenkandidaten Otto Seniuk. Die beiden Männer mussten auch Fragen zum Thema Fränkischer Tag beantworten, deren Lösungen hier nicht verraten werden. Schließlich brauchen wir sie noch ein paar Mal. Am Ende trug Johannes Maciejonczyk mit 3:2 Punkten den Sieg davon.


Treue Leser

In der Familie Seniuk wird seit 42 Jahren der FT gelesen. Fast wäre das der Spitzenwert an diesem Nachmittag gewesen, bis sich Kathinka Kraus meldete. Sie erinnert sich, dass sie als Lese-Anfängerin mit dem FT geübt hat. "Und das war dann wohl tatsächlich vor fast 70 Jahren". Für so viel Treue überreichte ihr Redaktionsleiter Michael Memmel eine Jubiläumsausgabe "70 Jahre Fränkischer Tag" und zur Stärkung eine Packung Müsli.

Die FT-Sommertour ist dazu gedacht, dass die Leser mit der Redaktion ganz direkt in Kontakt kommen können. Ein bisschen zurückhaltend waren die Burgebracher, als es darum ging, Themen zu nennen, die sie gern in der Zeitung lesen möchten, oder auch zu sagen, was sich aus ihrer Sicht insgesamt verbessern ließe.


Wir beißen nicht!

Wir beißen nicht, sondern sind ganz Ohr und für Kritik offen! Noch drei Mal in der nächsten und der übernächsten Woche: am Dienstag, 16. August in Zapfendorf am Feuerwehrhaus, am Donnerstag, 18. in Steinfeld am VG-Gebäude und am Donnertsag, 25. August in Buttenheim am Rathaus. Beginn ist jeweils um 16 Uhr.

Moderatorin Anette Schreiber wollte in Burgebrach von großen und kleinen Leuten im Publikum aber auch wissen, was sie im Ort vielleicht noch gerne zusätzlich hätten. "Wir wollen unseren Minigolfplatz wieder, so bald es geht", meldete sich Wally Betz zu Wort und Kathinka Kraus pflichtete ihr bei.

Bürgermeister Johannes Maciejonczyk hatte gute Nachrichten für die beiden, bat aber noch um etwas Geduld. Man habe den Minigolfplatz aufgeben müssen, um das Sportgelände sanieren zu können, informierte er auch all jene, die in dem Thema nicht so "drin" sind. Außerdem sei die alte Anlage auch nicht mehr gut bespielbar gewesen.

Für Ersatz solle gesorgt werden. Das Gelände dafür sei schon ausgesucht. Für eine Übergangszeit jedoch könne es der Vorbesitzer noch nutzen.

Auch Spielplätze waren das Thema. Lob gab es für die gute Ausstattung der meisten - allerdings bei dem im Baugebiet "Falk" könnte durchaus noch etwas getan werden, wurde geäußert.

Anerkennung sprach Kathinka Kraus für das Vorhaben aus, in der Hauptstraße für bessere Begehbarkeit zu sorgen. Vor allem älteren Bürger, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs seien oder auch Müttern mit Kinderwagen komme das zugute.