Bernd Wagenhäuser und Antez zum Beispiel: Der eine ist Bambergs vielleicht bekanntester zeitgenössischer Künstler, der andere ein französischer Experimentalmusiker, der schon einmal in Bamberg spielte - in Wagenhäusers Atelier. Die beiden verstanden sich gut. Nun treten sie gemeinsam im Rahmen des "FK:K-Festivals" im Kesselhaus auf. Wagenhäuser, der eigentlich monumentale Stahlskulpturen fertigt, wird als Performer zu sehen sein.

"FK:K" steht für "Franz Kafka Kesselhaus". Der Verein beziehungsweise Arbeitskreis für künstlerischen Antrieb hat den Anstoß für die Veranstaltung gegeben. "Bernd, kannst du dir das vorstellen?" Bernd sagte: "Ja klar." Was genau es am 13. dann im Kesselhaus zu sehen geben wird, das weiß auch Forsbach nicht: "Es wird irgendwas mit Kreis zu tun haben und mit Metall. Alles andere wird noch abgestimmt."

Acht Künstlerinnen und Künstler, die man sonst zum Beispiel vom Kunstprojekt "Inge" oder dem Ensemble "Ernst von Leben" her kennt, gehören zu "Franz Kafka". Gemeinsam haben sie ein vielfältiges Programm zusammengestellt: Kunst, Performance, Musik, ein bisschen Literatur. Das Festival dauert vom 3. bis 16. Juni. Alle acht werden im Laufe der zwei Wochen auch selbst künstlerisch tätig werden, als Performer, Lesende, Fotografen.
Die Planung begann im Oktober - mit Enttäuschungen: "Die ersten Förderanträge, die wir gestellt haben, wurden eigentlich alle abgelehnt", erinnert sich Forsbach. Trotzdem konnten im Dezember die ersten Verträge mit Bands geschlossen werden. "Wir versuchen immer, faire Gagen zu zahlen, aber es sind nie deren Maximalgagen."

Das Festival bedeutet auch ein persönliches, finanzielles Risiko für jedes Vereinsmitglied. Hohe Eintrittspreise wolle man nicht verlangen. Die Veranstaltungen finden auf Spendenbasis statt, an manchen Abenden müsse man halt auf eine Mindestspende von fünf Euro bestehen.


Spezielle Künstler bei "FK:K"

Die Künstler, die im Rahmen von "FK:K" nach Bamberg kommen, sind zwar abseitig, aber zum Teil hoch angesehen. Forsbach freut sich vor allem, dass es gelungen ist, für den 6. Juli den US-amerikanischen Rapper Abdu Ali zu verpflichten. "Ich hatte ihn auf Arte gesehen und fand das ziemlich faszinierend: Ein schwuler, farbiger Rapper. Kann gut sein, dass der durch die Decke geht."

Forsbach erzählte Jeremie Gnaedig, mit dem er Konzerte für "innovative Musik" organisiert, davon. Der wusste: Abdu Ali ist auf Tour. "Über drei Ecken" sei man an einen Kontakt gekommen.
Es wird eine spannende Mischung am 6. Juli. Denn vor Abdu Ali spielen Joasinho aus München. Ein Duo aus Nico Sierig und Cico Beck, Beck kennt man von den Indie-Helden "The Notwist". Gemeinsam mit einem Orchester aus selbstgebauten Robotern machen Joasinho sehr ruhige, getragene elektronische Musik. Forsbach erzählt von aufwendigen Lattenkonstruktionen, die auf Metallplatten schlagen. "Passt eigentlich gar nicht zu Abdu Ali, aber das sind beides Sachen, die wir inhaltlich superspannend finden."

Vor den Veranstaltungen bekommen die Besucher die Gelegenheit, sich auch die Ausstellung noch einmal anzusehen. Vernissage ist am 3. Juli. Alle Künstler, darunter die beiden Villa-Concordia-Stipendiaten Marianthi Papalexandri-Alexandri und Andreas Fischer stellen Werke aus, die sich im weitesten Sinne mit dem Begriff des Spielens auseinandersetzen.

"Am allerkrassesten ist, dass wir ein Video von Eva Rothschild zeigen dürfen. David (Grimm) hat das organisiert und war selbst ganz überrascht, dass es geklappt hat." Zur Erklärung: Die Irin Eva Rothschild hat unter anderem in der Londoner Tate ausgestellt. Sie ist Mitglied der Royal Academy of Arts.
Am 14. Juli steht eine Kombination aus Lesung und Musik auf dem Programm. Die Texte stammen von Kamil, einem Insassen der JVA Bamberg. Sie sind bei einer Schreibwerkstatt mit Gerd Groß entstanden. Im Oktober lasen die Vereinsmitglieder daraus im Gefängnis. Die Texte seien sehr ehrlich und hart, es gehe um Gewalt und Drogenmissbrauch. Nach der Lesung durfte die Schreibwerkstatt nicht mehr stattfinden. "Es war eine gute Resozialisierungsmaßnahme."

"Franz Kafka" bringt anspruchsvolle, oft sperrige Kunst nach Bamberg. Die Veranstalter kombinieren wild und spannen Künstler zusammen, die sonst nie in Berührung gekommen wären. "Es geht uns darum", sagt Forsbach, "die Wahrnehmung zu erweitern. Wir hoffen, dass die Leute das zu schätzen wissen und sich darauf einlassen. Es muss nicht alles gefallen." Weitere Infos gibt es auf www.franzkafkaverein.de

"FK:K": Das Programm im Kesselhaus

3. Juli, 17 Uhr Vernissage mit Objekten, Fotografien, Filmen und Performance

4. Juli, 18 bis 21 Uhr Fotografieworkshop "Photographers Playbook" von Marian Lenhard

6. Juli, 20 bis 0 Uhr Konzert von Joasihno und Abdu Ali

8. Juli, 20 bis 2 Uhr Konzert von Driftmachine, Sun_or_cloudz und DJ Monsieur Courage

9. Juli, 11.11 bis 16 Uhr Vorstellung Culture Map

12. Juli, 20 bis 23 Uhr Konzert von Goat

13. Juli, 20 bis 23 Uhr Performance von Bernd Wagenhäuser (zusammen mit Antez); Musik von "Krach der Roboter"

14. Juli, 18 bis 23 Uhr David Grimm stellt seine "Varianten Objekte" aus; Musik von Johannes Ludwig (Saxophon); Lesung von Kamil "Der grüne Affe"

16. Juli,17 bis 23 Uhr Finissage der Ausstellung mit verschiedenen Performances