Das Kurt-Straßberger-Wohnheim in Memmelsdorf lässt gelebte Inklusion lebendig werden.
Menschen mit Behinderung äußern ihre Gefühle viel offener und ungezwungener als andere. So zeigten die 24 Bewohner des neu errichteten Kurt-Straßberger-Wohnheims in der Memmelsdorfer Schlossstraße ihre überschwengliche Freude während der Dauer der Einweihung und danach auch den Politikern samt Ministerin und den weiteren Gästen.
Das 1978 bezogene erste Haus war in die Jahre gekommen und musste abgerissen werden. Die nötige Barrierefreiheit, der mangelnde Brandschutz und energetische Sanierung forderten dies. Die neuen Gebäude haben die Form eines Schmetterlings, sind zweigeschossig und haben einen Zentralbau mit Aufzug. Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad mit Dusche und ist nach Süden ausgerichtet. Es hat einen Balkon oder Terrasse, von denen man auf den vorbeifließenden Ellerbach mit dem ihn umgebenden Gras-, Busch- und Baumbestand blicken kann.
Jeder Flügel besitzt einen Wohn- und Essbereich mit Gruppenküche und Gemeinschaftsräume, in denen Aktivitäten stattfinden oder in die man sich zurückziehen kann, wenn man seine Ruhe haben will. Gemeinsames Essen, Kochen, Spielen, Ausflüge, Feiern und Zusammensitzen sind für die Bewohner wichtig und stärken den Zusammenhalt. Dennoch ist auch genügend Rückzug für den Einzelnen möglich, so dass jeder so selbstbestimmt wohnen kann, wie er oder sie möchte.
Unterstützt werden die Bewohner von 18 Mitarbeitern unter Leitung von Eugen Weber. Die Betreuung ist 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche gewährleistet.
Dank an die Förderer
Klaus Gallenz, Vorsitzender der Lebenshilfe Bamberg, begrüßte zur Einweihung die Gäste und sagte: "Wir bauten hier ein Haus, in dem man sich wohlfühlt. Die gute Einbindung unserer Bewohner in die Gemeinde Memmelsdorf wollten wir wieder aufleben lassen." Diese Einbindung, mit dem aktuellen Fachbegriff der "Sozialraum-orientierung" in aller Munde, sei dem Personal und den Bewohnern bereits gelungen und werde auch künftig weiter forciert. Gallenz dankte auch Geschäftsführer Günther Hofmann, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Lebenshilfe-Werkstätten, und dem Chef der Mediengruppe Oberfranken, Walter Schweinsberg, Aufsichtsratsvorsitzendem Hans Müller, Marie Luise Straßberger, Günther Kolb als Vorsitzendem des Fördervereins "Hand in Hand", dem Architekten Markus Hirt und den anwesenden Politikern.
Von den 4,2 Millionen Euro Kosten erhielt die Lebenshilfe 1,9 Millionen Fördergelder vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, 335 000 Euro vom Bezirk Oberfranken und von der Aktion Mensch 110 000 Euro. Den Rest muss die Lebenshilfe Bamberg tragen. Allen Förderern galt Galenzs Dank, besonders auch der Stadt Bamberg/Sozialstiftung für die Unterbringung der Bewohner am Michelsberg während des Neubaus.
Staatsministerin Melanie Huml (CSU) sprach auch für Bezirksrat und Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (beide CSU): "Stein und Mörtel bauen ein Haus, Geist und Liebe füllen es aus". Sie betonte, dass hier Menschen mit Behinderung lebten, die unsere Hilfe ganz besonders bräuchten. Das neue Haus gebe ihnen ein Zuhause und Geborgenheit.