Heinz Kuntke kennt das Problem nur zu gut. Der Vorsitzende des Bürgervereins Ost spricht von hohen Kosten und einem riesigen bürokratischen Aufwand. Zwar ist die Heinrichskirchweih im Bamberger Osten eine ganz andere Hausnummer als ihre berühmte Schwesterveranstaltung im Sand. Doch auch das Fest im Osten kostet immer mehr Geld. Auch hier sind es Genehmigungen, das Aufstellen und Abräumen von Schildern, behördliche Abnahmen und die Finanzierung von Sanitätsdienstem, die an den Nerven der ehrenamtlichen Helfer zehren und ebenso an den Einnahmen. Da bleibt nicht viel übrig: "Hätten wir auch noch einen Sicherheitsdienst, wäre der Überschuss weg", sagt Kuntke.

Dazu dürfte es nun nicht mehr kommen - anders als 2016 im Sand. Die laute Debatte um das Überleben der größten Bamberger Kirchweih beschert allen anderen Bamberger Bürgervereinen samt den von ihnen verantworteten Kirchweihveranstaltungen unverhofften Rückenwind. Grund ist die Gleichbehandlung, die Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) bei der letzten Stadtratssitzung versprochen hatte. Um die Sandkirchweih ab 2018 wieder auf die Beine zu stellen, hatte das Stadtoberhaupt einen städtischen Zuschuss von insgesamt 71 000 Euro für die Sandkerwa in den Raum gestellt - für die Lautsprecheranlage (26 000 Euro), für das Sicherheitskonzept (15 000 Euro), die Beschilderung (15 000 Euro) und den Sanitätsdienst (15 000 Euro).
Wichtig war Starke und einer Mehrheit im Stadtrat: Das Entgegenkommen bei kommunalen Gebühren sowie beim Sicherheitskonzept soll sich nicht nur auf die Großveranstaltung im Sand erstrecken, sondern auf alle von Bürgervereinen veranstalteten Kirchweihen.

Dabei geht es nicht nur ums Geld. Die Kosten für das Aufstellen der Schilder für die Heinrichskerwa dürfte 1000 Euro kaum überschreiten. Es geht auch ums Prinzip und die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements, das zu einer Organisation einer kleinen Distriktskirchweih ebenso nötig ist wie für ein Großereignis mit 300 000 Besuchern.

Freilich: Es gibt Stimmen, die einen Vergleich zwischen der Sandkerwa und den überschaubaren Bamberger Distriktskirchweihen für weit hergeholt halten. Daniela Reinfelder, Vorsitzende des Bürgervereins Gaustadt, zum Beispiel. Sie hatte sich schon vor einem Jahr für eine bessere Unterstützung der Sandkerwa ausgesprochen - und das völlig unabhängig von der eigenen Veranstaltung, der Gaustadter Kerwa, die traditionell im Herbst stattfindet. Reinfelder beklagt sich nicht über die kommunalen Gebühren, die durch Zuschüsse bisher stets ersetzt worden seien. Dennoch leidet auch der Bürgerverein Gaustadt unter der Kostenlawine und unter sinkenden Besucherzahlen. Auch deshalb soll die Gaustadter Kerwa heuer nur noch "im abgespeckten Rahmen" stattfinden.

Einer, der von der Bonus-Regelung ausdrücklich ausgenommen ist, ist der Verein Stadtmarketing. Gut gebrauchen könnte wohl auch er solche Zuschüsse. Wie Klaus Stieringer sagt, kletterten die Kosten etwa für "Bamberg zaubert" in fünf Jahren von 120 000 auf 200 000 Euro. Darin enthalten sind 15 000 Euro für Sicherheitsdienst und Beschilderung. Spekulationen, Stadtmarketing bleibe von solchen Gebühren verschont, widerspricht Stieringer: "Das trifft natürlich auch uns."

Das Rettungskonzept für die Kerwa



Halbes Risiko Beteiligung an der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH (BSV) durch die Stadt oder eine Tochtergesellschaft in Höhe von 50 Prozent. Bildung eines Aufsichtsrats mit Vertretern des Bürgervereins und der Stadt.

Die Stadt haftet Weitgehende Übernahme der Kompetenz Sicherheit durch die Stadt und den neuen Geschäftsführer aus der Stadt, entsprechend dem Wunsch des Bürgervereins. Außerdem soll das Sicherheitskonzept durch die Stadt beauftragt und bezahlt werden. Kosten: Rund 15 000 Euro.

Wer zahlt was? Des weiteren verpflichtet sich die Stadt, eventuell durch Beteiligung Dritter, zur Finanzierung von Sanitäts- und Sicherheitsdiensten. Bei der BSV verbleiben die übrigen Sicherheitskosten für Funkzentrale, Notarztdienst und Feuerwehr.
Ausfallbürgschaft Der Zuschuss der Stadt für die Lautsprecheranlage (26 000 Euro) wird beibehalten. Gleichzeitig entfällt der allgemeine Zuschuss der Stadt Bamberg in Höhe von 25 000 Euro. Die Stadt bzw. Dritte verpflichten sich im Gegenzug zur Übernahme der Kosten für das Sicherheitskonzept, die Beschilderung und den Sanitätsdienst (je 15 000 Euro). Für dann noch verbleibendes Risiko stellt die Stadt eine Ausfallbürgschaft in Aussicht.

Absage der Gastronomen? Laut Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) haben sich mehrere Interessenten gemeldet, die zur Sicherung der Sandkirchweih einen finanziellen Beitrag leisten wollen. So wolle der Verband der Marktkaufleute 10 000 Euro für den Sicherheitsdienst zuschießen. Bislang abgelehnt hätten die Gastronomen des Sandgebiets die erwünschte Zusage eines Zuschusses in gleicher H