Corona hat dazwischen gegrätscht. Denn so gut die Abwehr von Fußballtrainer Otto J. Band auf dem Spielfeld auch sein mag, gegen das Virus waren er und seine Spieler machtlos. Die jüngste Reise der Auswahlmannschaft der Universität Bamberg an die Elfenbeinküste am 9. März musste um eine Woche verkürzt werden. Trotz langer Laufbahn war diese Situation Neuland für den 62-Jährigen, und dass ausgerechnet in seinem letzten Jahr an der Universität.

Auch wenn die Reise und damit die Erlebnisse nicht vollends ausgeschöpft werden konnte, sei es ein einmaliges Erlebnis für den Trainer gewesen: "Wer kann schon sagen, er habe in Afrika auf die Art Fußball gespielt? Ich war begeistert von der Offenheit der dort lebenden Menschen. Sie haben uns förmlich erschlagen mit ihrer Freundlichkeit, und gaben uns so viel, obwohl sie selbst nichts hatten."

Für Band war diese Reise seine zehnte Fußballtour. Ob Argentinien, Südkorea, Australien oder Albanien: Gemeinsam mit einer stetig wechselnden Fußballmannschaft reiste der 62-Jährige in den letzten Jahren viel in der Weltgeschichte herum. Seine berufliche Laufbahn an der Universität fing zunächst aber ganz anders an.

Erste Station: Uni-Verwaltung

Bands Arbeit an der Universität Bamberg begann im Januar 1980, nachdem er seine Ausbildung zum Beamten in Oberfranken abgeschlossen hatte. "Die Uni Bamberg war damals noch recht klein, und suchte nach Beamten. So war ich erst in der Verwaltung tätig und kam relativ schnell in die Beschaffungsabteilung." Hier ginge es noch um Schreibmaschinen und die ersten Kopierer, so der 62-Jährige. Im Hauptamt war er schließlich für die Belegung der Hörsäle tätig. "Alles, was heute online und am Computer gemacht wird, habe ich damals noch per Hand niedergeschrieben. Das ist heute nicht mehr vorstellbar." Das Amt des Personalratsvorsitzenden hatte Band anschließend von 1990 bis 2013 inne.

Erster Kontakt mit Studenten

"Lustigerweise kam ich erst viel später in meiner Laufbahn in Kontakt mit den Studenten", erzählt Band. Angefangen hat es damit, dass er 2001 gefragt wurde, ob er den Uni-Cup organisieren will. Zur gleichen Zeit wurde der Platz des Uniauswahltrainers der Fußballmannschaft frei.

"Als ich gefragt wurde, ob ich einen neuen geeigneten Trainer kennen würde, sagte ich ,Ja' und zeigte auf mich. Zu dieser Zeit besaß ich bereits einen Trainerschein und die Leidenschaft für Fußball hatte ich schon immer."

Relativ schnell ging es dem neuen Trainer um folgende Frage: "Wie machen wir diesen Uni-Sport attraktiver und können gleichzeitig das Image unserer Uni nach außen tragen?" Damit legte Band den ersten Baustein seiner jetzt so erfolgreichen Fußballtouren. "Wir leben in einer Welt voller Vorurteile und Unkenntnis. Ziel von diesen Reisen ist nicht nur das Fußballspielen, sondern auch der Bildungsauftrag der Uni an die Studenten."

Sport als Bindeglied der Kulturen

Hier sei der Sport das Bindeglied, um internationale Beziehungen zu anderen Partnerhochschulen aufzubauen, Kulturen kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Organisatorisch seien diese Reisen mit viel Aufwand verbunden. "Mit der Planung für die Tour nach Sydney im Jahr 2013 habe ich zum Beispiel zwei Jahre im Voraus angefangen. Es muss alles bedacht werden: Das Buchen der Flüge, das Erstellen eines gesamten Programmes und natürlich das Finden der nötigen Sponsoren, die unsere Reisen finanzieren." Band betone, dass er zwar der Hauptorganisator sei, es aber nicht ohne das Mitwirken des Sportzentrums, des akademischen Auslandsamtes und des Uni-Präsidenten Godehard Ruppert ginge.

Heute ist Band nicht nur Trainer und Organisator, sondern auch als Mitarbeiter im Akademischen Auslandsamt der Uni Bamberg tätig. Hier ist er für die Koordination internationaler Austauschstudierender zuständig. "Das Beste kommt zum Schluss, kann ich da nur sagen. Die Arbeit mit den Studenten macht mir unheimlich viel Spaß. Mit meiner Laufbahn an der Uni hätte ich es rückblickend eigentlich nicht besser treffen können.", so der 62-Jährige.

Am 23. Juli soll es soweit sein: Bands letzter Arbeitstag, bevor er sich in die Altersteilzeit verabschiedet. "Meine Jungs sind mir so ans Herz gewachsen. Wenn ich mit ihnen zusammen bin, fühle ich mich wie 18. Die Zeit mit meiner Mannschaft in den letzten Jahren war einmalig."

Komplett zurückziehen werde sich der Trainer zukünftig nicht: "Das Zepter übergebe ich an zwei Studenten, die schon seit Jahren beim Fußball dabei sind und sich auskennen. Sie übernehmen die Auswahl der Fußballspieler und das entsprechende Coaching. Was zukünftige Reisen angeht, bin ich natürlich noch weiterhin der Ansprechpartner." Dass ihm seine "Jungs" in Zukunft fehlen werden, ist verständlich. Aber wer weiß, wann für alle die nächste gemeinsame Reise ansteht. Und wohin sie gehen soll.