Aufatmen bei den Investoren der Klappan-Gruppe, Peter Klappan und Arndt Zauritz. Gemeinsam wollen sie mit der MUC Wohnbau GmbH auf dem so genannten Sperber-Gelände am Kunigundendamm ein Haus mit 116 Wohneinheiten schaffen. Dessen Verwirklichung wird immer wahrscheinlicher, nachdem der Bausenat am Mittwoch einen weiteren Schritt des vorhabenbezogenen Bebauungsplans gebilligt hat.

Vorausgegangen war dem gegen die Stimmen der Bamberger Allianz gefassten Beschluss eine kontroverse Debatte, in deren Verlauf SPD-Sprecher Heinz Kuntke eine zweite Lesung forderte. " Die Leute fühlen sich nicht ernst genommen, wenn sie zu einer Bürgerinformation am 24. Juli eingeladen werden, nachdem die Entscheidung bereits getroffen worden ist", begründete er seinen Wunsch nach einer Verschiebung des Verfahrenschrittes.

Mit dieser Initiative handelte sich Kuntke allerdings herbe Kritik ein. Franz-Wilhelm Heller, Sprecher der CSU im Bausenat, warf ihm eine wenig zweckdienliche Verzögerungstaktik vor. "Es ist auffällig, dass die, die laut nach neuem Wohnraum schreien, dann den Investoren unnötig Steine in den Weg legen." Auch Norbert Tscherner (BBB), Daniela Reinfelder (BuB) und Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sprachen sich teils vehement dagegen aus, nun noch einmal zuzuwarten. Reinfelder sagte, dass alle vom Stadtgestaltungsbeirat gemachten Einwendungen abgearbeitet seien, OB Starke betonte die zentrale Herausforderung, in Bamberg "bezahlbaren, attraktiven Wohnraum" zu schaffen.

Was die Wohnungen am Kunigundendamm tatsächlich kosten werden und ob diese Summen das Siegel bezahlbar verdienen, bleibt allerdings abzuwarten. Die Anforderungen, die durch die Sozialklausel der Stadt gestellt werden, wollen die Investoren nicht am Ort, sondern durch Übertragung auf einen anderen Bauherren erfüllen, was zwar rechtens ist, aber dennoch kritisiert wurde. Peter Klappan selbst sprach davon, dass preiswertes Bauen in Bamberg nicht mehr möglich sei. Schon der Herstellungspreis der Wohnungen liege bei 3500 Euro pro Quadratmeter. Ein Teil der Wohnungen werde deshalb über 4000 Euro pro Quadratmeter liegen.

Einige Nachbarn aus der Wunderburg ließen es sich nicht nehmen, der Bausenatssitzung persönlich beizuwohnen. Besonders erfreut waren sie vom Ergebnis nicht, trotz der Tatsache, dass die Erschließung der Tiefgarage künftig vom Kunigundendamm heraus erfolgen soll und nicht vom rückwärtigen Looshornweg: "Für uns wird das ein Bamberger Prora", sagte eine Anwohnerin, die nicht genannt sein will, in Anspielung auf die Dimensionen des Gebäudes. Die Reduktion von 2,30 Metern bei der Höhe, die nach der Kritik in einer früheren Sitzung vorgenommen wurde, reicht den Nachbarn nicht. Sie verlieren nicht nur ihren Altstadtblick, sondern fürchten darüber hinaus auch eine zunehmende Beschattung. Auch der Bürgerverein Wunderburg hat sich wiederholt gegen die geplanten Dimensionen ausgesprochen.
Tatsächlich wird das neue Gebäude am Kunigundendamm mit 120 Metern Seitenlänge kein kleines Haus. Mit einer Höhe von acht Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Geschoss ist es das größte genehmigte Wohngebäude in der Stadt in den letzten Jahren, bleibt allerdings noch unter dem Maß eines zehngeschossigen Nachbarhauses.

Klar abgelehnt wurde das Projekt von den Vertretern der Bamberger Allianz: "Wir werden diesem Riegel nicht zustimmen", sagte Michael Bosch. Er empfahl, die enorme Masse des Bauwerks durch zwei kleinere Baukörper abzuspecken "und die Leute von der Wunderburg" mit ins Boot zu holen".

Immerhin erreichten die Kritiker, dass die Bedeutung der Bürgerinformation am 24. Juli formal gestärkt wurde. Einem Vorschlag von OB Starke folgend, sollen die Ergebnisse der Bürgerversammlung dem Bausenat bei der nächsten Sitzung vorgelegt werden.