Wie sich die Fälle gleichen: Auch 2003 gab es einen extrem trockenen Frühling. Damals hatte es im Bamberger Stadtwald über das Osterwochenende gebrannt. Ungefähr an der gleichen Stelle brannte es nun wieder, zwölf Jahre danach. Wieder kam es zu einem Großeinsatz der Feuerwehren.

Alarmiert wurde die Strullendorfer Feuerwehr am Freitagabend gegen 19.30 Uhr. Es waren Spaziergänger, die eine verdächtige Rauchentwicklung über dem Waldgebiet im Süden der Stadt emeldet hatten. Auch vom Main-Donau-Kanal auswaren Rauchschwaden zu beobachten und zu riechen.

Bei ihrer Suche nach dem möglichen Brand wurden Stadtbrandrat Matthias Moyano und Kreisbrandmeister Bernhard Schlicht rasch fündig. Auf einem sechs bis sieben Hektar großen Waldgebiet rund 700 Meter östlich der so genannten Rentnersruh am Kanal hatte sich das Unterholz entzündet. "Es war ein Feuer, das sich vermutlich bereits über mehrere Stunden hinweg am Boden ausgebreitete hatte, allerdings nicht auf die Wipfel übergegangen war", schildert Moyano die Situation. Ein Glück: Denn Wipfelbrände gelten wegen der Höhe als schwer beherrschbar. Dennoch erhöhte Moyano zu diesem Zeitpukt die Alarmstufe.

Zwei Stunden später waren rund 180 Feuerwehrleute aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg am Einsatzort - ein veritabler Großeinsatz. Über zwei zwei Kilometer lange Schlauchleitungen vom Kanal pumpten die Wehrmänner Tonnen von Löschwasser in das brennende Waldgebiet. Weil in der Nähe viele Brunnen der Stadt liegen, durfte nur Wasser und kein Schaum gespritzt werden. Etwa gegen 24 Uhr schien die Gefahr gebannt. Vereinzelt aufflammenden Glutnester wurden von einer Brandwache gelöscht.

Der zuständige Revierförster und Stiftungsreferent Bertram Felix haben sich noch am Wochenende ein Bild vom Schaden gemacht. Über seine Höhe wurde noch nichts bekannt. Auch über die Ursachen des Brandes kann die Feuerwehr zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur spekulieren. Fakt ist, dass im Waldgebiet einer städtischen Stiftung besonders zum Bahngleis hin vor allem Kiefern und Fichten stehen, deren reichlich herumliegendes Unterholz wegen des Ölgehalts der Nadeln gute Nahrung für das Feuer boten. Fakt ist auch, dass der Boden im Frühling 2015 wieder einmal stark ausgetrocknet ist. Seit Februar hat es im Bamberger Becken kaum mehr als 40 Liter geregnet, nicht einmal ein Drittel der üblichen Menge. Auf dem Waldbrandindex des Wetterdienstes befindet sich Nordbayern derzeit in der Stufe drei von fünf (mittlere Gefahr).

Dennoch geht Moyano wegen des Zeitpunktes des Brandes nicht von einer Selbstentzündung oder einer anderen natürlichen Ursache aus. Möglich wäre es nach Einschätzung des Stadtbrandrats, dass schon eine einzelne weggeworfene Zigarettenkippe bei den derzeitigen Bedingungen einen solchen Brand auslöst.
Auch unbeabsichtigter Funkenflug kann fatale Folgen haben, wie der noch größere Brand 2003 vor Augen führte. Damals gingen die Ermittler davon aus, dass der heißgelaufene Radreifen eines durchfahrenden Zuges die Katastrophe auslöste.