Noch ein Konzert in Buttenheim: Dann klingt am Sonntag auch im Landkreis das Blues- und Jazzfestival aus, nachdem diverse Bands in der Domstadt schon am vergangenen Wochenende den Schlussakkord setzten. Wie viele Besucher zog Bambergs größtes Open Air, das am 28. Juli in Gaustadt begonnen hatte, im elften Jahr seines Bestehens an? Gab's Pleiten, Pech und Pannen, die dem Publikum entgingen? Wir interviewten Klaus Stieringer als Veranstalter und Stadtmarketing-Geschäftsführer.

Ein Konzertmarathon stieg in den vergangenen Wochen in und um Bamberg. Welche Besuchermagneten gab es diesmal?
Klaus Stieringer: Der Jazz auf der Böhmerwiese zieht jedes Jahr mehr Musikfreunde in die Gärtnerstadt und entwickelt sich zu einem echten Besuchermagneten. Darüber hinaus waren die Konzerte von Shawn James, Dona Oxford und Peter Karp mit vielen tausend Menschen die absoluten Publikumslieblinge. Trotz Regen und Kälte kamen auch überraschend viele Fans zu La Smala und Olly Riva.

Entsprach die Besucherzahl den Erwartungen? Kamen wieder viele Blues- und Jazzfans aus dem Ausland?
Die herbstlichen Temperaturen und der Regen - sprich Blues - haben am vergangenen Donnerstag und Freitag dafür gesorgt, dass wir die Besucherzahlen des Vorjahres nicht erreichen. Trotzdem haben 78 Live-Konzerte in diesem Jahr wieder über 100 000 Menschen zu den Veranstaltungsbühnen in Stadt und Landkreis gezogen. Unser Festival hat sich zum größten eintrittsfreien Open-Air-Blues-&-Jazzfestival Europas entwickelt. Zumindest kennen wir kein größeres Musikereignis dieser Art. Das breite Spektrum der Bands - internationale Superstars, regionale Gruppen und Newcomer - hat dank unseres künstlerischen Leiters, Volker Wrede, dazu geführt, dass jedes Jahr mehr Menschen aus dem europäischen Ausland zu uns nach Bamberg reisen.

Gab es unerwartete Pannen? Was lief in den vergangenen Wochen gründlich schief?
Zum Glück gab es, trotz der vielen Konzerte und großer Menschenmengen, keine negativen Zwischenfälle. Auch haben wir von den Anwohnern viel Lob für die Musikauswahl und unsere Rücksichtnahme bei der Lautstärke erhalten. Leider hat uns Petrus zeitweise gehörig im Stich gelassen, nachdem er uns in den letzten Jahren recht treu zur Seite stand. Aber wie heißt's so schön: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Im kommenden Jahr erwarten wir wieder schönstes Blueswetter mit Wärme und Sonnenschein.

Hat sich die Ausweitung des Festivals auf den Landkreis bewährt? Soll die Reichweite künftig noch vergrößert werden?
Nichts verbindet Menschen so sehr wie eine gemeinsame Leidenschaft. Bei unserem Festival ist es die Leidenschaft für Blues- und Jazzmusik. Wir freuen uns, dass sich immer mehr Kommunen mit eigenen Konzerten beteiligen und, dass diese Konzerte hervorragend von den Menschen angenommen werden. Im kommenden Jahr wird das Festival erstmals sogar die Landkreisgrenzen überschreiten, nachdem wir die erste feste Buchung von Tex Döring in Bad Staffelstein vorliegen haben.

Wo sehen Sie fürs kommende Jahr noch Verbesserungsbedarf?
Beim Wetter! Nein, Spaß beiseite. Wir versuchen bei allen Stadtmarketing-Festivals jedes Jahr etwas besser zu werden. Die steigenden Anforderungen an Sicherheit und Sauberkeit auf dem Festivalgelände bringen zwischenzeitlich nicht nur mein Team an die Grenzen seiner Belastungsfähigkeit. Sie bringen uns auch an die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten. Um die Idee eines "Festivals für alle Menschen, unabhängig ihrer finanziellen Möglichkeiten" künftig umsetzen zu können, werden wir auf weitere Partner und zusätzliche Unterstützung angewiesen sein. Aber ich bin optimistisch, was das betrifft.