Tierquäler-Fall in Bamberg mit positiver Wendung: "Richtige Kämpferin"
Autor: Riccarda Rascher, Anton Knorr
Bamberg, Freitag, 28. August 2026
Kaninchen Sandy kämpfte im Juni 2026 ums Überleben. Misshandelt und gefesselt wurde sie in Bamberg aufgefunden, so schwer verletzt, dass unklar war, ob sie überlebt. Nun gibt es gute Nachrichten.
Update vom 28.08.2026: Kaninchen Sandy nach Tierquälerei zurück im Leben
Kaninchen Sandy wurde Mitte Juni 2026 im Bamberger Hauptsmoorwald gefunden, wo sie laut Angaben des Tierheims "zum Sterben ausgesetzt" wurde. Sie war gefesselt und wies zahlreiche Verletzungen auf. Ihre Vorderbeine waren zusammengebunden und es befand sich eine Tackernadel in ihrem Ohr.
Wenige Tage später wandte sich das Tierheim erneut an die Öffentlichkeit - diesmal mit einem traurigen Update. "Durch das Abschnüren von Sandys Vorderpfoten sterben diese nun ab", hieß es darin. Deshalb musste eine Notoperation an dem Tier durchgeführt werden, da es außer Euthanasie keine andere Möglichkeit gegeben habe. Diese hätte laut Jasmin Sebald, der neuen Besitzerin von Sandy, "ihr Todesurteil sein können". Doch das Tier überstand die Operation und ist nun wohlauf in ihrem neuen Zuhause mit einem ganz besonderen Partner.
"Hat keine Probleme": Kaninchen Sandy aus Bamberger Tierheim geht es besser
Sebald ist ehrenamtlich für das Tierheim tätig und war im Notdienst, als Sandy in die Einrichtung kam. "Ich habe sie von Anfang an mitbetreut, da sie intensivere Pflege benötigte", erklärt sie gegenüber inFranken.de. Bereits vier Tage nach dem Fund zog Sandy bei ihr ein. Nach der OP musste noch einmal etwas geklammert werden, ansonsten laufe alles sehr gut: "Ihr Fell ist nachgewachsen, sie selbst wächst auch und sie hat keine Probleme. Sie ist eine richtige Kämpferin". Auch eine tierärztliche Begleitung sei nicht mehr nötig, so die neue Besitzerin.
Seit Anfang August muss Sandy außerdem nicht mehr alleine sein, denn sie hat seit Anfang August einen Partner. Ein weiteres Kaninchen namens Mr. Snow aus dem Tierheim Karlsruhe ist bei ihr eingezogen, das ebenfalls beeinträchtigt ist, denn ihm fehlt ein Hinterbein. Seinen Namen hat Mr. Snow wegen seines weißen Fells. Die Beziehung zwischen den beiden sei von Anfang an unkompliziert gewesen, so Sebald: "Man merkt, dass sie froh ist, einen Partner zu haben, der sie bei der Körperpflege unterstützt". Da Sandy beide Vorderbeine fehlen, sei dies für sie nur schwer möglich gewesen.
Für Jasmin Sebald, die Sandy seit Anfang an begleitet, ist der Weg des Tieres besonders emotional: "Wenn ich alte Bilder im Vergleich zu heute sehe, dann laufen auch echt ein paar Tränen. Vor allem mit ihrem Partner Mr. Snow ist es schön, die Entwicklung zu sehen." Da sich im Internet so viele Personen für die beiden interessierten, hat Jasmin Sebald einen Instagram-Account mit dem Namen "Fivelegs_two_bunnies" erstellt, auf dem das neue Leben der Tiere gezeigt wird.
Update vom 18.06.2026: Außer einer Euthanasie "keine andere Möglichkeit"
Ertmeldung vom 16.06.2026: "Zum Sterben ausgesetzt"
Nach Angaben des Tierheims Bamberg wurde "Im Hauptsmoorwald wurde ein Kaninchen zum Sterben ausgesetzt". Demnach war das Tier in einem Sack untergebracht und konnte sich daraus vermutlich noch selbst befreien, obwohl es an den Pfoten mit Haargummis gefesselt war. Zudem trug es einen Verband um den Hals. Wie eine Sprecherin des Tierheims gegenüber inFranken.de berichtet, habe das Veterinäramt ermittelt, dass es sich um ein weibliches Jungtier handle. Das Tier habe im Heim den Namen "Sandy" erhalten.
Weitere Untersuchungen brachten zusätzliche Verletzungen ans Licht: "Neben den zusammengebundenen Vorderpfoten wurde eine Tackernadel im Ohr des Kaninchens gefunden. Zudem gab es ältere Verletzungen gleicher Art", erklärt die Sprecherin. Der zunächst auffällige Verband am Hals verdeckte laut Tierheim keine Wunde. "Er wirkte eher, als wäre er als Halsband verwendet worden", so die Tierschützerin. Das Schicksal von Hund Max aus dem Tierheim Nürnberg bewegt ebenfalls. Ein möglicher Hinweis auf den Täter des misshandelten Kaninchens könnte der Sack beziehungsweise ein Turnbeutel sein, in dem sich das Tier befand.