• Müllheizkraftwerk Bamberg arbeitet an Zwischenlager für überschüssigen Müll
  • Müllbunker soll bei verschiedenen Krisen helfen
  • Bis zu 3000 Tonnen Lagerkapazität - so lange gleicht sie Engpässe aus

Der Bedarf an Fernwärme ist im Sommer für gewöhnlich geringer als im Winter. Das Müllheizkraftwerk Würzburg lagert laut einem BR-Bericht rund 10.000 Tonnen überschüssigen Müll, um Gas im Winter einzusparen. Bamberg hat diese Möglichkeit noch nicht, doch es gibt Pläne, so der stellvertretende Technische Betriebsleiter Matthias Schneider im Gespräch mit inFranken.de.

Müllheizkraftwerk Bamberg will künftig bis zu 3000 Tonnen Müll bunkern  

Auf zwei Deponien in den Landkreisen Ansbach und Würzburg lagert der nicht gebrauchte Müll in Ballenform und soll es ermöglichen, "das Würzburger Fernwärmenetz im Winter möglichst doppelt so stark zu befeuern wie sonst", schreibt der BR. Dadurch könne der Gasverbrauch gesenkt werden. Schneider begrüßt diese Methode, doch in Bamberg werde sie noch nicht angewandt, erläutert er gegenüber inFranken.de.

"Wir haben solch ein genehmigtes Zwischenlager noch nicht, aber es ist in Arbeit. Wir pachten ein angrenzendes Gelände der Stadt und möchten hier zukünftig Müll zwischenlagern. Es gibt schon erste Entwürfe, aber noch nichts Genaues." Bis zu 3000 Tonnen Müll könnten laut Schneider hier gestapelt werden. Doch 2022 sei dies noch nicht möglich. Das Verfahren brauche seine Zeit, denn beispielsweise müssten brandschutztechnische Fragen geklärt werden.

"Die Lagerung kann uns bei einem plötzlichen Ausfall der Anlage zugutekommen", so Schneider zu den Beweggründen. Denn in solch einem Fall staue sich der Müll auf und müsse nicht mehr aufwendig umgeladen werden. Ein wichtiger Grund sei eben auch die Wärmeerzeugung im Winter. In den Wintermonaten entstünde generell weniger Müll als im Sommer und hinzukämen die Feier- und Urlaubstage, die zu weniger Fahrten der Speditionen führten.

Ausgleich über mehrere Tage möglich

Um diese Mängel auszugleichen, sei der Bunker sehr hilfreich. Auch wenn das Bamberger Müllheizkraftwerk mit seinen Mengen bisher gut zurechtkäme, stünde dann die Frage nach anderen Brennstoffen nicht mehr im Raum. Schneider schätzt, die Zwischenlagerung könne einen Engpass über mehrere Tage ausgleichen.

Das Bamberger Müllheizkraftwerk wirbt damit, Wärme "auf einer Stufe mit erneuerbaren Energien" herzustellen. Den erzeugten Strom nutze das Müllheizkraftwerk Bamberg teils für den Eigenbedarf und gebe ihn überdies an das Netz der Stadtwerke Bamberg weiter, "die einen großen Teil der Fernwärme kaufen", so Matthias Schneider. Mit der Fernwärme versorge es Stadtteile Bambergs und Hallstadt

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