Bauschutt, der in kleinen Mengen anfällt, kann von Bürgern des Landkreises bei den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Pro Öffnungstag sind das 0,5 Kubikmeter. Für den Landkreis ist das kein billiger Service. Seit 2010 sind die Kosten für die Sammlung und Verwertung um 130 Prozent auf über 200 000 Euro im Jahr gestiegen, wie Birgit Ramming-Scholz, Geschäftsbereichsleiterin Kommunales und Kreiseinrichtungen, zuletzt im Umweltausschuss des Kreistags referierte. In den meisten Landkreisen im Norden Bayerns gebe es gar keine beziehungsweise keine kostenfreie Annahme von Bauschutt in den Wertstoffhöfen, hätten entsprechende Anfragen ergeben.

Zudem hat nun auch der Vertragspartner für Abtransport und Verwertung des Bauschutts fristgerecht zum 31. März 2021 die Zusammenarbeit gekündigt. Gründe seien Kostensteigerungen, schlechtere Qualität des Materials und geringere Akzeptanz des recycelten Materials bei gleichzeitig steigenden Bauschuttmengen.

Europaweite Ausschreibung geplant

Der Landkreis muss nun die Leistungen für die Entsorgung des Bauschutts europaweit neu ausschreiben, um diese für die Zeit ab April kommenden Jahres sicherstellen zu können. Für den künftigen Entsorger bringt das eine wesentliche Änderung. "Aufgrund der schlechten Absatzsituation von Recyclingbaustoffen soll im Rahmen der Ausschreibung kein Entsorgungsweg mehr zwingend vorgeschrieben sein", so Ramming-Scholz. Es werde auch die Deponierung des Bauschutts zugelassen, so wie dies in vielen anderen Landkreisen üblich sei. Bisher war die nachhaltige Verwertung von Bauschutt zu Recyclingbaustoff Pflicht.

Der an den Wertstoffhöfen des Landkreises angenommene Bauschutt wird derzeit noch in eine Aufbereitungsanlage gebracht, sodass das Material nach der Zerkleinerung auf bestimmte Korngrößen wieder als Baustoff eingesetzt werden kann. Das ist allerdings nur möglich, wenn das Ausgangsmaterial frei von Stör- und Fremdstoffen ist. Solches Recycling soll nun in der Neuausschreibung bei der Bewertung der Angebote immerhin mit einem Bonussystem honoriert werden.

Ab April wird die Bauschutt-Abgabe stärker begrenzt

Für die Landkreisbürger wird sich im Frühjahr vor allem eines ändern: Statt einem halben können sie ab 1. April nur noch einen viertel Kubikmeter Baustoff kostenfrei in Wertstoffhöfen abgeben. Die Reduzierung der Anliefermenge pro Öffnungstag sei "erforderlich, da die bisherige großzügige Abgabemenge zu diversen Problemen an den Wertstoffhöfen des Landkreises geführt habe", heißt es vonseiten der Verwaltung. Es sei festzustellen, dass sich die Bauschuttmengen und die damit verbundenen Kosten für die Erfassung und Verwertung des Materials in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert hätten. Waren es 2010 noch gut 6200 Tonnen, werden in diesem Jahr etwa 8400 Tonnen zusammenkommen.

Die Probleme und Ursachen, die sich dabei für die Wertstoffhöfe ergeben sind vielfältig. So kämen mache· Bürger "regelmäßig über einen längeren Zeitraum, um insgesamt große Mengen Bauschutt aus Umbaumaßnahmen abzugeben und damit auf Kosten aller Gebührenzahler zu entsorgen", führte Ramming-Scholz aus. Beobachtungen hätten gezeigt, dass dazu zum Teil am gleichen Tag verschiedene Wertstoffhöfe angefahren würden, um die eigentliche Abgaberegelung zu umgehen. Es werde auch versucht mehrfach am Tag Bauschutt am gleichen Wertstoffhof abzugeben, mit der Begründung, dass an diesem Tag ein Fahrzeug oder ein Anhänger zur Verfügung stehe. Für die Wertstoffhof-Betreuer ergäben sich dadurch Konfliktsituationen.

Durch die Anlieferungen von größeren Bauschuttmengen komme es immer wieder zu Staus in und vor den Wertstoffhöfen, "weil einzelne Kunden lange Zeit damit beschäftigt sind, Bauschutt von Anhängern in den Container zu schaufeln".

Container werden vom Dienstleister bereit gestellt

Handwerksbetriebe nutzen offenbar ebenfalls die Anliefermöglichkeit zur Entsorgung von Bauschutt. Die so für den Landkreis entstehenden Kosten stünden oftmals nicht in Relation zu den entrichteten Abfallentsorgungsgebühren.

Das kostenfreie Angebot zur Abgabe von Bauschutt bei den Wertstoffhöfen soll im Landkreis Bamberg dennoch beibehalten werden. Wenn auch mit reduzierten Anliefermengen. Der Umweltausschuss hat der Begrenzung auf 0,25 Kubikmeter (250 Liter) pro Öffnungstag zugestimmt. Damit soll erreicht werden, dass tatsächlich nur Bauschutt aus kleineren Reparaturen zum Wertstoffhof gebracht wird.

Doch wohin mit größeren Mengen? Egal ob aus dem Handwerk oder dem privaten Bereich müssen diese über private Unternehmen entsorgt werden. Was in anderen Landkreisen ohne oder ohne kostenfreies Angebot auf den Wertstoffhöfen längst üblich ist, ist auch im Landkreis Bamberg möglich. Entsorgungsdienstleister, die entsprechende Container aufstellen und abholen, gibt es auch hier.

Was in den Container kann - und was nicht

Was ist Bauschutt? An den Wertstoffhöfen im Landkreis Bamberg wird nur unbelasteter, mineralischer Bauschutt angenommen, beispielsweise:

• Massivmauerwerk

• Beton bzw. Stahlbeton

• Dachziegel

• Fliesen

• Natursteine

• Pflanzentöpfe aus Ton bzw. Keramik

• Geschirr aus Keramik (Teller, Tassen, usw.)

• keramische Sanitäreinrichtungen (Waschbecken, WC-Schüsseln)

• hart gewordener Zement oder Estrich (ohne die Papiersäcke!)

Grundsätzlich muss der Bauschutt frei von sonstigen Müllbestandteilen wie beispielsweise Tapeten, Holz, Silikon oder Kunststoff sein!

Abfälle, die nicht in den Bauschuttcontainer gehören:

• Faserplatten

• Porenbetonsteine (wegen der zu geringen Festigkeit)

• Kabelreste

• Holz bzw. Holzspäne

• Schlacke

• Platten oder Gegenstände aus Asbestzement

• Gipskartonplatten

• Gipsputz

• Tapetenreste

• Kunststoffabfälle

• Glasbausteine

Menge Die Annahme von Bauschutt ist auf Kleinmengen beschränkt; derzeit maximal 0,5 Kubikmeter pro Öffnungstag, ab 1. April 2021 nur noch 0,25 Kubikmeter. Für größere Mengen gibt es Verwertungsanlagen im Landkreis (Adressen sind bei der Abfallberatung, Tel. 0951/ 85-706 und -708, erhältlich).