Bamberger Grüne auf Topverdiener-Liste: Badum wehrt sich - "ist falsch"
Autor: Daniel Krüger, Ralf Welz
Bamberg, Dienstag, 30. Juni 2026
Die Bamberger Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Grüne) taucht auf einer Rangliste mit Nebeneinkünften von 45.000 Euro auf. Sie übt starke Kritik an der Darstellung.
Bundestagsabgeordnete stehen regelmäßig im Fokus, wenn es um Nebeneinkünfte geht. Eine aktuelle Recherche von Spiegel und Abgeordnetenwatch hat nun deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Auch die Grünen-Politikerin Lisa Badum, die den Wahlkreis Bamberg-Forchheim im Bundestag vertritt, findet sich auf der Liste wieder. Die 42-Jährige kritisiert die Methode des Rankings.
Insgesamt haben 232 der 630 Bundestagsabgeordneten Nebeneinkünfte oder geldwerte Vorteile gemeldet, wie aus der gemeinsamen Auswertung von Spiegel und Abgeordnetenwatch hervorgeht. Die gemeldeten Einkünfte summieren sich demnach seit Beginn der Wahlperiode auf mehr als 10,6 Millionen Euro. Badum taucht auf Platz 34 der Rangliste auf.
Geldwerter Vorteil statt persönlicher Einnahme: Das steckt hinter den 45.000 Euro von Badum
Die Grünen-Abgeordnete hat sich jetzt öffentlich gegen die Darstellung gewehrt. "Ich habe keine persönlichen Nebeneinkünfte", schrieb Badum am 26. Juni 2026 auf Instagram. "Das ist falsch", stellte die Politikerin klar. Die Stiftung vermittle promovierte Physiker in Bundestagsbüros, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik zu stärken, erklärte Badum. Die Stipendiaten würden direkt von der Stiftung finanziert. "Kein Cent davon geht an mich oder meine Partei", betonte sie.
Gegenüber inFranken.de erläutert Badum die Hintergründe genauer. Die Wilhelm und Else-Heraeus-Stiftung sei auf Bundestagsabgeordnete zugekommen, um den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Politik zu fördern. Auch sie nehme an dem Programm teil, denn wissenschaftsbasiertes Arbeiten sei für sie ein "Grundpfeiler der bündnisgrünen Klimapolitik". Laut Abgeordnetenwatch sind für Badum insgesamt 45.000 Euro vermerkt - 27.000 Euro für 2026 und 18.000 Euro für 2025. Die Angaben tragen jedoch einen Zusatz: "Einsatz von Stipendiaten der Stiftung (Zuwendung fließt direkt an die Stipendiaten)".
Die teilnehmenden Stipendiaten erhielten während des Praktikums 4500 Euro monatlich von der Stiftung, erklärt Badum inFranken.de. Damit handele es sich formell um einen geldwerten Vorteil. "Leider ist dieser Unterschied aus der Übersicht des Spiegel zu Nebeneinkünften auf den ersten Blick nicht zu erkennen, sondern nur im Kleingedruckten", kritisiert die Abgeordnete. Persönlich sei sie mit der Ausübung ihres Mandats und ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten voll ausgelastet, so Badum weiter. Sie sehe überproportionale Einkünfte aus Nebentätigkeiten kritisch. Die Aufwandsentschädigung und die Kostenpauschale seien aus ihrer Sicht "ausreichend, um eine unabhängige Abgeordnetentätigkeit sicherzustellen".
Nebeneinkünfte im Bundestag: Spitzenreiter verdienen Millionen
Die Recherche von Spiegel und Abgeordnetenwatch zeigt große Unterschiede bei den Nebeneinkünften. An der Spitze steht Ophelia Nick (Grüne) mit 2,7 Millionen Euro, die größtenteils aus geerbten Unternehmensbeteiligungen am Technologiekonzern Voith stammen sollen. Es folgen Alexander Engelhard (CSU) mit 1,5 Millionen Euro aus dem Betrieb einer Bio-Getreidemühle und Sebastian Maack (AfD) mit 439.000 Euro aus Vermietungen.
Die Auswertung offenbart laut Spiegel und Abgeordnetenwatch auch potenzielle Interessenkonflikte sowie Fälle unvollständiger oder verspäteter Offenlegungen. Bundestagsabgeordnete müssten Nebentätigkeiten und Unternehmensbeteiligungen ab fünf Prozent innerhalb von drei Monaten offenlegen. Ob tatsächlich alle meldepflichtigen Tätigkeiten angegeben würden, lasse sich von außen jedoch schwer überprüfen.