Bamberg: Zahl der Katholiken im Erzbistum weiter gesunken
Autor: Redaktion
Bamberg, Montag, 16. März 2026
Im Erzbistum Bamberg ist die Zahl der Katholiken erneut gesunken. Noch mehr beunruhigt den Erzbischof jedoch etwas anderes.
Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Bamberg ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Wie aus der am Montag veröffentlichten Jahresstatistik hervorgeht, ging die Zahl der Mitglieder um 17.067 auf 557.442 zurück. Grund dafür ist neben der demografischen Entwicklung die immer noch hohe Zahl an Kirchenaustritten.
Dieser Rückgang um 3,0 Prozent bei den Katholiken fiel höher aus als in der Bevölkerung im Gebiet des Erzbistums, die im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent sank. Den 2829 Taufen (Vorjahr: 3093) und 198 Eintritten und Wiederaufnahmen (Vorjahr: 185) standen 6174 Bestattungen (Vorjahr: 6408) und 8872 Austritte (Vorjahr: 9239) gegenüber.
Die Zahl der Kirchenaustritte sank damit im dritten Jahr in Folge, nachdem sie 2022 mit 15.705 einen historischen Höchststand erreicht hatte. Der Jahresstatistik zufolge stieg die Zahl der Erstkommunionen von 4185 auf 4279, während die Zahl der Firmungen von 3296 auf 3133 zurückging. Die Zahl der Trauungen sank von 675 auf 659.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren 175 Priester aktiv im Dienst, davon 38 Ordenspriester. Im Vorjahr waren es 209, davon 61 Ordenspriester. Die Zahl der Pfarreien und selbstständigen Seelsorgeeinheiten verringerte sich aufgrund von Umstrukturierungen von 359 auf 339.
Erzbischof Herwig Gössl wertete die Statistik als Zeichen für die Herausforderungen, vor denen die Kirche steht. Die sinkenden Austrittszahlen seien kein Grund zur Entwarnung, aber ein Hinweis darauf, dass die Aufarbeitung und Aufklärung der Missbrauchsfälle und die damit verbundenen Reformprozesse in der Kirche wahrgenommen und anerkannt werden. "Unser Auftrag bleibt, den Menschen das Evangelium glaubwürdig zu verkünden und Kirche als lebendige Gemeinschaft erfahrbar zu machen. Dort, wo Menschen echte Begegnung und überzeugende Seelsorge erleben, wächst das Vertrauen oder kann zurückgewonnen werden", sagte Gössl.
Besondere Sorge bereitet dem Erzbischof die sinkende Priesterzahl: "Diese Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist das Engagement der vielen Frauen und Männer, die sich in unseren Pfarreien einbringen. Kirche lebt von der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften." Ohne dieses vielfältige Engagement wäre Seelsorge in vielen Bereichen heute nicht mehr möglich, so der Erzbischof.
Die Jahresstatistik 2025 wurde zeitgleich von allen katholischen Bistümern, der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlicht.