Neben der ganz gewöhnlichen Post und Werbung haben einige Bamberger Bürger zuletzt einen Flyer, der über Corona informieren soll, in ihren Briefkästen gefunden.

Das merkwürdige daran: Niemand weiß woher der Flyer stammt, da weder Kontaktdaten noch ein Impressum auf diesem zu finden sind.  inFranken.de ist dem nachgegangen.

Ein Verstoß gegen das Pressegesetz

Die grundlegende Frage, mit der sich der Flyer beschäftigt, ist die, ob Covid-19 tatsächlich gefährlicher ist als die Grippe (Influenza). Nach Aussage des unbekannten Verfassers sei das nämlich nicht der Fall. Seine Aussagen diesbezüglich untermauert er durch Letalitätszahlen, Zahlen zum Ansteckungsrisiko und dem Vergleich, dass der Impfstoff gegen Influenza auch nicht gegen eine Grippeansteckung helfen würde, warum also sollte das der Corona-Impfstoff?

Der Autor möchte jedoch anonym bleiben. Zwar befindet sich auf dem Flyer einen QR-Code, der auf eine Website mit noch mehr vermeintlichen Informationen zu Covid-19 verweist, ein Impressum oder Kontaktdaten sind nicht angegeben. Auf Nachfrage bei der Polizei Oberfranken erklärt Pressesprecherin Anne Höfer, dass nach erster Beurteilung der Beamten der Kriminalpolizei Bamberg der Flyer keine strafrechtlichen Inhalte liefere.

"Jedoch werden Ermittlungen bezüglich des noch unbekannten Verfassers geführt, insbesondere da kein Impressum vorhanden ist und dies ja einen Verstoß nach dem Pressegesetz darstellt", führt Höfer weiter aus. Demnach dauern die Ermittlungen der Beamten weiter an. Auch die Stadt Bamberg nimmt den Hinweis auf die Flyer ernst, und zieht eine Warnung der Bevölkerung vor Falschinformationen in Betracht.

Das rät die Polizei

Was genau der Verfasser mit diesem Flyer bewirken möchte ist unklar. Fakt ist nur, dass Menschen, gerade Ältere, sich auf Printprodukte wie dieses vertrauen könnten. Auf Nachfrage bei der Polizei Oberfranken, gab Pressesprecherin Anne Höfer folgende Tipps:

  • Die Bürger sollten solche Flyer immer mit einem gesunden Misstrauen behandeln und kritisch hinterfragen.
  • Außerdem sollten seriöse Quellen, wie zum Beispiel die Seite des Innenministeriums oder des Gesundheitsministeriums, herangezogen werden. Personen, die keinen Zugang dazu haben, rät Höfer, Sendungen wie die Tagesschau zu verfolgen oder sich mit Angehörigen, Betreuern oder Pflegepersonal darüber auszutauschen, um auf solche Flyer nicht hereinzufallen.
  • Wenn ein solcher Flyer im Briefkasten landet, könne man diesen entweder ignorieren, oder bei der Polizei melden, wo dieser auf die Strafbarkeit geprüft würde.

Wie Höfer berichtet, seien seit Anfang der Corona-Pandemie des Öfteren Hinweise auf ähnliche Flyer bei verschiedenen Stellen der Kriminalpolizei eingegangen, denen auch nachgegangen wurde. Eine genaue Zahl, wie oft so ein Flyer auftauchte gibt es nicht, da dies nur einen Ausschnitt zeigen würde und mit Sicherheit noch mehr Flyer und Prospekte dieser Art im Umlauf seien.