Entscheidung um Geländer an Unterer Brücke in Bamberg: Nachdem die Entscheidung über eine Bewirtung auf der beliebten Bamberger Unteren Brücke gefallen ist, wurde jüngst auch über ein Geländer auf der Brüstung des Baudenkmals diskutiert. "Im Zuge der Diskussion um die Untere Brücke hat der Bamberger Bürgerblock darauf hingewiesen, dass die Brücke sicherheitstechnisch nicht ganz ohne ist", erklärt Sprecher Michael Memmel von der Stadt Bamberg.

Deshalb sei die Brücke bereits im Dezember vom TÜV überprüft worden. Es bestehe ein erhöhtes Absturzrisiko für Personen, die die Brüstung zum Sitzen und Laufen benutzen. Die Lösung soll nun ein Geländer sein, das die Brüstung von circa 80 Zentimetern auf 1,10 Meter erhöht. "Wir haben uns drei verschiedene Varianten angeschaut", sagt Memmel. Am Mittwoch wurde jetzt die Entscheidung gefällt.

Untere Brücke in Bamberg: "Menschenvergrämung" abgewendet - Grüne feiern Entscheidung

Schon im Vorfeld soll es Stimmen gegeben haben, die das Geländer neben der Sicherung auch "politisch nutzen wollten, um die Leute zu vertreiben", so die Meinung von Stadtrat Christian Hader (Grüne). Eine der drei Varianten, die zur Debatte standen, sei mit einer Art Dach ausgestattet gewesen, dass das Sitzen auf der Brüstung der Unteren Brücke fast unmöglich machen würde. "Da hätte man toll mit Graffiti draufsprühen können", schmunzelt Memmel von der Stadt.

Ein Arbeitskreis aus Ordnungsamt, Straßenverkehrsamt und der Polizeiinspektion Bamberg favorisierte diese Variante, "da diese Variante den bestmöglichen Erfolg hinsichtlich einer 'Menschenvergrämung' verspricht." Das geht wortwörtlich aus einer Sitzungsvorlage des Bau- und Werksenates hervor. 

Am Mittwoch (7. April 2020) konnte sich in einer Sitzung letztendlich auf eine der anderen beiden Varianten geeinigt werden. Das ausgewählte Geländer werde nun recht weit hinten an der Brüstung in Richtung Fluss angebracht, wodurch ein Sitzen auf den Seiten der Unteren Brücke weiterhin möglich sein wird. "Außerdem hat diese Möglichkeit noch den Vorteil, dass man sich dann am Geländer anlehnen kann - von der Sitzqualität her stellt das sogar eine Verbesserung dar", erklärt Memmel. Das gleiche Geländer werde aktuell auch an der Unteren Mühlbrücke genutzt.

Geländer, Bewirtung und Security: So wird die Untere Brücke schon bald aussehen

Vor allem verhindere das Geländer, so Memmel, dass man dahinter noch auf der Brüstung vorbeilaufen könne. "Laut TÜV ist der Schutz so auch auf jeden Fall ausreichend", sagt Memmel. Bis es so weit ist, werde es jedoch noch eine Weile dauern: "Es ist angedacht, das Geländer im dritten Quartal des Jahres anzubringen." Die Gründe seien Probleme bei der Lieferung sowie eine passende Firma zu finden, "die Auftragsbücher sind nämlich überall voll."

Ab Karsamstag (16. April 2022) werden die Seiten der Unteren Brücke sowieso erst einmal anderweitig genutzt. Die Bewirtung der Brücke sowie die Freischankfläche sind vorerst bis Ende Oktober geplant - "bis dahin wollen wir dann auch die Geländer anbringen." Für die Zeit der Gastronomie werde die Untere Brücke zudem mit Sicherheitspersonal ausgestattet. Es sei vorgesehen, dass die Security den Bereich auch außerhalb der Betriebszeiten bewache, des Weiteren sollen Bauzäune an den Längsseiten der Brücke aufgestellt werden, wie der zuständige Gastronom gegenüber inFranken.de verrät

Stadtrat Hader ist zumindest erfreut, "dass ein Umdenken in Bezug auf die Geländer stattgefunden hat". Der Bewirtung in Bamberg stehe er skeptisch gegenüber: "Ich bin gespannt, wie das läuft. Der Karfreitag wird in diesem Jahr ein sehr stiller Feiertag, weil es der letzte Tag sein wird, an dem die Untere Brücke vollumfänglich zugänglich ist."