Bamberg: Ungewohnte Läutezeiten am Dom - was hinter der Maßnahme steckt
Autor: Redaktion
Bamberg, Montag, 15. Juni 2026
Die Glocken des Bamberger Doms erklingen in den kommenden Tagen zu ungewohnten Zeiten. Das Erzbistum erklärt, was hinter den unregelmäßigen Läutezeiten steckt.
Die historischen Glocken des Bamberger Doms werden in den kommenden Tagen umfassend untersucht. Deshalb steht das Schlagwerk der insgesamt zehn Glocken in den beiden Osttürmen seit Montag (15. Juni 2026) zeitweise still. Zudem kann es bis Donnerstag (18. Juni) zu ungewohnten und unregelmäßigen Läutezeiten kommen.
Glocken sind Musikinstrumente, die beim Läuten erheblichen Belastungen ausgesetzt sind. Durch die Schwingungen von Glocke und Klöppel können sich im Laufe der Jahrhunderte Verschleißerscheinungen oder Risse bilden. Auch die in den 1970er-Jahren eingebauten Stahljoche werden dabei überprüft. Historische Glocken gelten als besonders gefährdet, wenn bereits vorgeschädigte Bereiche belastet werden oder ungünstige Läutebedingungen vorliegen.
Mit den Untersuchungen ist das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken (ECC ProBell) beauftragt. Die Experten erfassen den Zustand und die Eigenschaften der Glockensysteme und erstellen einen akustischen "Fingerabdruck" der Instrumente. Für die Messungen müssen die Glocken jeweils geläutet werden, weshalb es zu den unregelmäßigen Läutezeiten kommt. Das liturgische Läuten zur Morgen- und Abendmesse findet weiterhin wie gewohnt statt.
Insgesamt zehn Glocken hängen in den beiden Osttürmen des Bamberger Doms. Ihr Uhrschlag prägt das Leben in der Stadt und ihr Geläut die Liturgie im Dom. Die beiden ältesten Glocken hängen im Nordostturm: die Kunigundenglocke aus der Zeit um 1200 und die große, über fünf Tonnen schwere Heinrichsglocke aus dem Jahr 1311.
Weitere Informationen: https://bambergerdom.de/architektur/tuerme/osttuerme/Glocken/
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