In Bamberg werden im Frühjahr alle Mülltonnen mit Chips ausgestattet. Wenn eine Tonne nicht "smart" ausgerüstet ist, bleibt sie künftig ungeleert.
- Bamberger Mülltonnen bekommen Chips - nur noch sie werden geleert
- Wozu dienen die Transponder? System "hat zahlreiche Vorteile"
- Streik im März führte zu Verwirrung - so reagiert die Stadt auf Komplikationen
- Was ist mit dem Datenschutz? Welche Informationen gesammelt werden
Fast 50.000 schwarze, braune und blaue Mülltonnen lehrt der Bamberg Service (früher "Bamberger Service Betriebe") nach eigenen Angaben im regelmäßigen Turnus. Laut der Stadt stecke dahinter eine gewaltige Logistik, die jetzt einen weiteren Schritt der Digitalisierung erfahre: Noch bis Mitte Mai 2023 würden die 18.000 Restmüllbehälter (schwarze Tonne), 14.000 Biomüllbehälter (brauen Tonne) und 17.000 Papiermüllbehälter (blaue Tonne) im Stadtgebiet mit Transpondern (auch: "Chip" genannt) im Rahmen der Einführung eines sogenannten "Behälteridentifikationssystems" ausgestattet.
Bamberger Mülltonnen werden umgerüstet - Hauseigentümer bekommen Schreiben
Nicht nur in Bamberg wird dieses System eingeführt. Das Landratsamt Kitzingen erklärte bereits ausführlich, was es mit Chip und Strichcode auf sich hat. Die Umrüstung der Müllbehälter im Bamberger Westen (Abfuhrbezirke 8 bis 12) fand im Zeitraum 13. März bis März 2023 statt und nach den Osterferien ist sie vom 17. April bis zum 17. Mai 2023 im Bamberger Osten (Abfuhrbezirke 1 bis 7) geplant. Das berichtete inFranken.de bereits im Februar.
Pressesprecher Sebastian Martin erklärt auf Anfrage von inFranken.de: "Im Westen von Bamberg wurden knapp 90 Prozent der Behälter umgerüstet." Auch in der Innenstadt sei der Prozess größtenteils abgeschlossen. "Dort, wo es hakt, wird die eingerichtete Telefon-Hotline gut genutzt", so Martin.
Die Hauseigentümer hätten im Vorfeld Anschreiben mit Terminen bekommen, an denen sie die Mülltonnen an die Straße stellen sollen. Die Bechippung erfolge dann innerhalb von maximal drei Tagen. Der Streik in der ersten Woche der Aktion Mitte März 2023 habe für einige Verwirrung gesorgt, da viele Mülltonnenbesitzer ihre Tonnen nicht bereitgestellt hätten. "Eigentlich wurde eine Quote von 95 Prozent angestrebt. Nach Abschluss des 'ersten Durchlaufs' im gesamten Stadtgebiet wird es eine Nachhol-Aktion für die noch nicht ausgestatteten Behälter geben", so Martin.
System wird bald "scharf geschalten": Chips sind Voraussetzung für Leerung in Bamberg
Jede der rund 50.000 Abfalltonnen in Bamberg bekomme einen münzgroßen, digitalen Chip. Der Chip enthalte eine Nummer, welche genau dem Grundstück, auf dem die Tonne steht, zugeordnet werde. Damit seien die Tonnen eindeutig zu identifizieren. "Personenbezogene Daten können auf dem Chip grundsätzlich nicht gespeichert werden", beruhigt Martin.
Eine Anwesenheit des Eigentümers während der Umrüstung ist laut Stadt nicht erforderlich. Auch entstünden keine zusätzlichen Kosten für die Eigentümer. Die Abfallgebühren blieben ebenfalls unverändert. Wichtig zu wissen: "Nach der Inbetriebnahme des Systems wird es zunächst noch eine Karenzzeit geben, in der alle Tonnen geleert werden. Wird das System "scharf geschalten" werden dann nur noch mit Transpondern ausgestattete Behälter geleert", betont die Stadt. Bamberg Service werde hier separat die Öffentlichkeit informieren.
also, im Landkreis werden so die tatsächlichen Leerungen gezählt (... besser gesagt, es wird versucht...) und man bekommt z.B. pro nicht geleerter 80L Restmülltonne 2,20€ zurück (bis zu acht mal im Jahr)

Das wäre doch ein weiterer Anreiz zur "Müllvermeidung"
wenn er dann nicht im Wald und Wiese landet,nur um ein paar Euros zu sparen .