Bamberg
Corona-Regeln

Bamberger Kino-Betreiber wollen noch nicht öffnen - auch wenn es erlaubt ist

Die Betreiber der Bamberger Kinos Lichtspiel und Odeon klagen über Unsicherheiten. Bei den aktuellen Corona-Regeln wollen sie nicht öffnen - auch wenn es erlaubt ist.
 
Coronavirus: Kinos in Bamberg wollen trotz Erlaubnis noch nicht öffnen
Die Betreiber des "Lichtspiel und Odeon"-Kinos in Bamberg wollen noch nicht öffnen. Grund dafür sind finanzielle Unsicherheiten. Foto: Nicolas Armer/dpa
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  • Odeon Kino und Lichtspiel in Bamberg bleiben vorerst geschlossen - auch wenn Öffnung erlaubt ist
  • Kinobetreiber fürchten sich vor plötzlichen Schließungen, die in der Branche besonders hohe Einbußen bedeuten
  • Sie fordern Antworten von der Politik

Odeon und Lichtspiel bleiben geschlossen: Die beiden Bamberger Kinos werden noch nicht öffnen, obwohl das voraussichtlich schon ab dem 22. März 2021 erlaubt ist. Als Grund geben die Betreiber Unsicherheiten an. Sie fürchten ein hohes finanzielles Risiko. 

Kinos in Bamberg leiden sehr unter Unsicherheit

Diana Linz und Gerrit Zachrich betreiben gemeinsam das Lichtspiel und das Odeon in Bamberg. Die Kinobesitzer erklären gegenüber inFranken.de, unter welchen Problemen ihre Branche leidet: "Das Hauptproblem, das wir gerade sehen, ist: Wir könnten öffnen, ab einer Inzidenz von 50 mit Schnelltests und Co. Aber es gibt keine Sicherheit, dass wir nicht bald wieder schließen müssen." Die Branche leide sehr darunter. Nicht nur Kinobesitzer seien betroffen, auch Filmverleiher treffe die Maßnahme sehr. 

"Die Filmverleiher brauchen Vorlaufzeit, und zwar für ganz Deutschland", erklärt Diana Linz. Als Kinobetreiber sei Zeit für die Planung von großer Wichtigkeit. "Wenn wir ein Programm machen, sind die Kosten schon entstanden. Wenn wir dann zumachen müssen, haben wir nur Ausgaben", erklärt Gerrit Zachrich.  Auf ihrer offiziellen Facebookseite sprechen die Kinobesitzer von mindestens sechs bis acht Wochen Vorlaufzeit. Deswegen lassen die beiden Betreiber ihre Kinos geschlossen. "Es sind zu viele Unklarheiten. Es müssen viele Fragen von der Politik beantwortet werden", erläutert Linz. Wichtig seien ihnen mehrere Punkte:

  • Dürfen Kinos und Theater auch offen haben, unabhängig von der Inzidenz?
  • Wie funktioniert das mit dem Personal für Schnelltests in der Praxis?
  • Wer bezahlt die Schnelltests?
  • Was passiert, wenn jemand im Kino positiv getestet wird? Muss das ganze Kino dann schließen?

"Existenzkrise": Kinobesitzer kämpften schon nach erstem Lockdown

Nach dem ersten Lockdown hätten Lichtspiel und Odeon zu den ersten Kinos in Deutschland gehört, die wieder geöffnet wurden. "Damals war klar: Wer ein gutes Konzept hat, der kann über einen längeren Zeitraum Kino machen", meint Zachrich. Diese Sicherheit fehle diesmal. Schon nach dem ersten Lockdown sei die Arbeit hart gewesen: "Bereits die Öffnung im letzten Jahr ließ uns an der Existenzgrenze arbeiten", schreiben Zachrich und Linz auf ihrer Seite.

Kritisch sehen Linz und Zachrich auch die kostenlosen Tests: "Wenn eine vierköpfige Familie einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest bekommt, wird sie den wohl kaum für den Kinobesuch einsetzen." Das Geld für weitere Schnelltests fehle vielen Menschen und obendrauf komme dann noch der Eintrittspreis für das Kino. 

Von der Politik wünschen sich die Kinobetreiber eine bessere Kommunikation, insbesondere auch mit dem Verband Deutscher Programmkinos. Zusätzlich würden sich Linz und Zachrich bundesweit einheitliche Regeln wünschen. 

Am meisten fehlen den Kinobetreibern ihre Zuschauer. Dazu gehörten Gespräche, Begegnungen und viele Menschen. "Mir fehlt einfach die Unbeschwertheit", sagt Diana Linz. Auch die Zuschauer vermissen die Kinos und deren Betreiber. So bekommen Linz und Zachrich viele Mails, in denen steht: "Oh wie toll, wir freuen uns auf die Eröffnung" oder "Ich möchte mal wieder Kaffee bei euch trinken, ich halte es zu Hause nicht mehr aus". Selbst in der Innenstadt kämen schon Leute auf die Kinobesitzer zu: "Wir werden oft angesprochen. Alle freuen sich und wir müssen sie dann enttäuschen".