Bamberg: Historischer Garten von St. Getreu feiert Wiedereröffnung
Autor: Redaktion
Bamberg, Freitag, 02. Oktober 2026
Die Freianlagen der historischen Propstei St. Getreu in Bamberg sind nach Sanierung wieder öffentlich zugänglich. Der denkmalgeschützte Garten verbindet Geschichte, Natur und neue Aufenthaltsmöglichkeiten.
Ein historischer Ort öffnet sich für die Stadtgesellschaft: Die Freianlagen der ehemaligen Propstei St. Getreu sind nach umfassender Sanierung und Neugestaltung offiziell eingeweiht worden. Auf rund 4.320 Quadratmetern wurden historische Gartenstrukturen und "Mauern" bewahrt, zugleich neue Aufenthaltsbereiche geschaffen und die Anlage klimaangepasst und barrierearm weiterentwickelt.
Künftig soll der Garten unter anderem auch als Konzertgarten der Musikschule genutzt werden. "Wir sichern hier ein Stück Bamberger Geschichte und öffnen es gleichzeitig für die Menschen", freut sich Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier. Aus einem lange Zeit kaum zugänglichen historischen Garten ist ein neuer dritter Raum als Treffpunkt für die Menschen in der Stadt geworden.
Zugleich zeigte das Projekt, wie "Denkmalschutz" und Klimaanpassung zusammengehen können. Besonders prägend für die Anlage sind die historischen Gartenmauern: Rund 140 laufende Meter wurden denkmalgerecht saniert und statisch ertüchtigt. Die bis zu 6,40 Meter hohen "Mauern", die Grotte und der historische Gartenpavillon "Schweizerhäuschen" wurden gesichert und saniert.
Auch zwei Bildstöcke und eine "Madonna mit Kind" wurden restauriert. Entstanden sind auch eine neue Treppenanlage sowie Wege und Aufenthaltsbereiche im unteren Garten. Die Grotte ist wieder zugänglich. Bis Ende des Jahres wird noch ein Landschaftsbalkon – das sogenannte Belvedere – dazukommen, das einen schönen Blick über die Bamberger Nordstadt ermöglicht.
"Eine ansprechende Oase"
In einem Grußwort stellte Dr. "Martin Brandl", Referatsleiter beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, fest, "wie ermutigend es ist, hier und heute die Wiedereröffnung des St.-Getreu-Gartens zu erleben. Seine fachlich gelungene Instandsetzung zeigt, wie man aus einem gärtnerischen Aschenputtel eine ansprechende Oase machen kann, die bestehende, über Jahrzehnte und Jahrhunderte entstandene Strukturen respektiert und zum Ausgangspunkt der Planungen macht."
Bei diesem Projekt seien auch Fehlentwicklungen behutsam korrigiert worden. Gleichzeitig wurde der Garten fit für die klimatischen Herausforderungen der Zukunft gemacht. Große Flächen wurden entsiegelt, die neuen Wege sind wasserdurchlässig und versickerungsoffen.
Klimaresiliente Pflanzen, Obstgehölze und Blühbereiche fördern Biodiversität, Schatten und Kühlung. Auch das historische Quellwasser, das den Ort seit Jahrhunderten prägt, bekommt in einem einladenden Brunnen wieder eine sichtbare Rolle. "Gerade in einer historischen Stadt wie Bamberg müssen wir beides zusammenbringen: unsere wertvolle Bau- und Gartengeschichte bewahren und unsere Freiräume an die Folgen des Klimawandels anpassen", erklärt Niedermaier.