Bamberg ehrt Alt-OB: Platz bekommt neuen Namen
Autor: Redaktion
Bamberg, Donnerstag, 29. Oktober 2026
Bamberg benennt den Vorplatz der Konzerthalle nach Paul Röhner. Die Ehrung würdigt sein Lebenswerk.
Eine Würdigung am passenden Ort: Die Stadt Bamberg wird den Vorplatz der Konzert- und Kongresshalle in Paul-Röhner-Platz umbenennen. Das hat der Stadtrat in seiner Vollsitzung am Mittwoch beschlossen. Anlass ist der 100. Geburtstag des ehemaligen Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers am 7. August 2027. Mit der Benennung soll ein Politiker gewürdigt werden, der die Entwicklung Bambergs über Jahrzehnte mitgeprägt und insbesondere den Bau der Konzert- und Kongresshalle maßgeblich umgesetzt hat.
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier verbindet mit dieser Ehrung nicht nur die Anerkennung einer herausragenden kommunalpolitischen Leistung, sondern auch eine persönliche Wertschätzung für Paul Röhner und dessen Wirken für die Stadt. "Paul Röhner hat Bamberg geprägt – mit Weitblick, mit Beharrlichkeit und mit dem festen Willen, etwas Bleibendes für unsere Stadt zu schaffen. Die Konzert- und Kongresshalle steht dafür bis heute. Sie ist weit mehr als ein Gebäude: Sie ist die musikalische Heimat unserer Symphoniker und ein Ort, an dem Bamberg Menschen aus aller Welt zusammenbringt", sagt OB Niedermaier.
"Ein langer, dornenreicher Weg"
Die Verwirklichung der Konzert- und Kongresshalle war ein anspruchsvolles Vorhaben, das politische Überzeugungsarbeit, langen Atem und die Bereitschaft zu einer langfristigen Investition in die kulturelle Zukunft Bambergs erforderte. Die Bauphase begann 1989. Am 10. September 1993 wurde die Halle feierlich eröffnet. Paul Röhner hatte als Oberbürgermeister von 1982 bis 1994 die politische Verantwortung für die entscheidenden Schritte der Umsetzung getragen. Rückblickend beschrieb er die Aufgabe der Fertigstellung selbst als "einen langen, dornenreichen Weg".
"Mehr als drei Jahrzehnte nach der Eröffnung der Konzert- und Kongresshalle ist deutlich erkennbar, welchen nachhaltigen Wert dieses Bauvorhaben für Bamberg besitzt. Die Konzerthalle ist aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Sie bietet den Bamberger Symphonikern eine künstlerische Heimat, ist Anziehungspunkt für Musikbegeisterte aus aller Welt und steht zugleich für Bambergs Anspruch, als historisch geprägte Stadt auch ein lebendiger und zukunftsorientierter Kulturstandort zu sein. Die Benennung des Vorplatzes im Jubiläumsjahr 2027 verbindet daher in besonderer Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander", betont Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar.
Die Konzert- und Kongresshalle hat sich seit ihrer Eröffnung zu einem zentralen kulturellen und gesellschaftlichen Ort der Stadt entwickelt. Sie bietet den international renommierten Bamberger Symphonikern eine eigens für den professionellen Konzertbetrieb geschaffene Heimat und ist zugleich Veranstaltungsort für Kongresse, Tagungen und vielfältige kulturelle Formate. Damit stärkt sie sowohl die kulturelle Ausstrahlung als auch die Bedeutung Bambergs als Tourismus- und Tagungsstandort.
Paul Röhner hat wichtige Projekte gestaltet
Paul Röhners Verdienste reichen dabei weit über dieses Bauprojekt hinaus. Vor seiner Zeit als Oberbürgermeister gehörte er von 1965 bis 1982 dem Deutschen Bundestag an. Von 1975 bis 1982 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als Oberbürgermeister von Bamberg gestaltete er von 1982 bis 1994 wichtige Entwicklungen der Stadt. Dazu zählen neben der Konzert- und Kongresshalle unter anderem die Inbetriebnahme des neuen Klinikums am Bruderwald, die Generalsanierung von St. Getreu und der Bau der Fachschulen für Krankenpflege. Auch im Kolping-Bildungswerk engagierte er sich über viele Jahre als Vorsitzender. 1996 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bamberg verliehen.
Die geplante Würdigung findet breite Unterstützung bei vielen Institutionen. "Zugleich bekennen wir uns dazu, bei künftigen Benennungen von Straßen, Wegen und Plätzen verstärkt Frauen zu berücksichtigen, die sich um Bamberg verdient gemacht haben", erklärt OB Niedermaier. Die Würdigung historischer Persönlichkeiten und eine ausgewogenere Repräsentation von Frauen im öffentlichen Raum sollen Hand in Hand gehen. Um den Paul-Röhner-Platz gab es jedoch Zoff im Bamberger Stadtrat (Plus).