Bamberg bald kein ICE-Halt mehr? Warnung vor "massiven Auswirkungen"
Autor: Isabel Schaffner
Bamberg, Montag, 15. Juni 2026
Ein italienisches Unternehmen möchte im deutschen Zugverkehr mitmischen. Nun besteht die Sorge, dass Fernverkehrshalte in Bamberg und anderen Städten wegfallen.
Das italienische Bahnunternehmen Italo kündigt einen Markteintritt Mitte 2028 in Deutschland an und möchte zu Beginn 30 Hochgeschwindigkeitszüge in den Verkehr bringen. So berichtet es der Vorstandsvorsitzende Gianbattista La Rocca in einem von Welt veröffentlichten Interview. Das Versprechen des Unternehmens klingt verlockend: neue Verbindungen, moderne Züge von Siemens, mehr Arbeitsplätze - und günstigere Tickets, wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zusammenfasst.
Doch hinter dem glänzenden Angebot verbirgt sich laut der EVG ein ernstes Problem: Italo interessiere sich ausschließlich für lukrative Hauptstrecken - und nicht für die Fläche. Das System der Deutschen Bahn könne ins Wanken geraten und Fernverkehrshalte könnten in mehreren Städten wegfallen. Auch Bamberg taucht in den Ergebnissen der Berechnungen auf.
"Ziel ist maximaler Gewinn" - EVG berechnet negative Folgen für Bahnhalt Bamberg
Italo will laut La Rocca zunächst die Strecken Hamburg-Berlin-München und München-Köln-Dortmund erschließen, wie er im Interview angibt. Dies sei "der notwendige Ausgangspunkt. Wenn wir mit Siemens unterschreiben, verpflichten wir uns zu einem 30-jährigen Wartungsvertrag. Wir denken langfristig", betont er. Die EVG befürchtet, dass kleinere Städte durch das Raster fallen: "Das Ziel ist maximaler Gewinn und nicht die Daseinsvorsorge in Deutschland", kritisiert EVG-Vorsitzender Martin Burkert.
Das Geschäftsmodell der Deutschen Bahn funktioniert laut EVG bislang so: Die Einnahmen auf den profitablen Hauptstrecken subventionieren das Angebot auf weniger rentablen Verbindungen in der Fläche. Nehme Italo der DB nun diese Einnahmen weg, gefährde das das System, so die Warnung. Nach Berechnungen der EVG stehen zahlreiche Fernverkehrsstandorte auf der Kippe. Bei einem ungeregelten Markteintritt von Italo käme es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu teils "massiven Auswirkungen" in
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Italo reagiert auf Sorge vor unkontrolliertem Wettbewerb
In unserem Plus-Angebot berichten wir, wie die CSU-Stadtratsfraktion auf diese Entwicklung reagiert. Die Bamberger Landtagsabgeordnete Melanie Huml (CSU) forderte von Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier (SPD) zudem, eine Krisensitzung einzuberufen.
Martin Burkert verlangt unterdessen vom deutschen Verkehrsminister (Patrick Schnieder CDU), den Wettbewerb fair zu gestalten: "Paketlösungen bei der Streckenzuteilung wären möglich. Wer auf den Hauptstrecken ordentlich Kasse machen will, darf sich nicht zu fein sein, um Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anzufahren."