Bernd Lang von den Bayernwerken erläuterte die Umstellung der Trassenpflege vom Kahlschlag aufwachsender Gehölze alle 8-10 Jahre zu Mahd und Beweidung. Die Trassen sollen dauerhaft offengehalten werden, insbesondere solche auf Sandböden im Regnitztal, deren Magerrasen und Heiden sehr artenreich sind. Erfreulicherweise habe man in Bamberg einen Schäfer gefunden, Andreas Walther, der auch Ziegen mitführe, die anders als Schafe auch aufkommende Gehölze verbeißen. Vor allem die aus Nordamerika stammenden Arten Späte Traubenkirsche und Robinie würden die artenreiche Vegetation der Magerrasen rasch überwuchern, wenn man nicht beweide oder mähe. Das erläutert die Stadt Bamberg in einer Pressemitteilung. 

Sehr zufrieden mit dieser Art von „ökologischem Trassenmanagement“ der Bayernwerke zeigte sich Stephan Keilholz, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, die Eigentümer des Waldes und der Trasse sind. Infolge der Pflegeumstellung konnte Heidrun Piwernetz mit den Teilnehmern der Exkursion über offene, artenreiche Sandlebensräume und blühende Heide laufen. Der Botaniker Hermann Bösche, der für die Bayernwerke das Monitoring der Pflegemaßnahmen durchführt, erläuterte besondere Pflanzenarten der Magerrasen wie Silbergras und Grasnelke. 

Der Naturschutzbeauftragte der Stadt, Dr. Jürgen Gerdes, und Dr. Rebhan von der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberfranken wiesen darauf hin, dass das ökologische Trassenmanagement sehr gut zum Biotopverbund des Naturschutzprojekts "SandAchse Franken" beitrage. Die SandAchse Franken ist ein Zusammenschluss von fünf Städten und sieben Landkreisen in Nordbayern, der mit Unterstützung des Freistaates die naturschutzfachlich hochwertigen Sandlebensräume schützt und fördert

Heidrun Piwernetz freute sich über die gute Zusammenarbeit so vieler Mitspieler zur Förderung der Natur. Die Leitungstrassen seien ein hervorragendes Element eines bayernweiten Biotopverbundsystems. Damit stünden überregional Korridore zur Verfügung, die, richtig gepflegt, die heimische Pflanzen- und Tierwelt entscheidend fördern könnten.