• Ab heute (1. Dezember 2021): Keine aufschiebbaren Behandlungen in 13 oberfränkischen Kliniken mehr
  • Regierung von Oberfranken reagiert auf "ungebremst exponentiell" ansteigende Corona-Zahlen
  • Anordnung: Zwei Krankenhäuser müssen Kapazitäten für Covid-19-Patienten bereithalten

Die Regierung von Oberfranken hat angesichts der hohen Infektionszahlen die Reißleine gezogen: Um die exzessive Anzahl an Corona-Patienten in den Kliniken bewältigen zu können, dürfen gleich 13 oberfränkische Krankenhäuser seit Mittwoch (1. Dezember 2021) keine aufschiebbaren stationären Behandlungen mehr durchführen. Die Anordnungen gelten zunächst bis einschließlich 10. Januar 2022. Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage spricht die Regierung von einer "dramatischen Entwicklung".

Dramatische Corona-Lage in Oberfranken: Regierung verbietet Kliniken aufschiebbare Behandlungen

"Die Infektionszahlen steigen ungebremst exponentiell an", berichtet die Regierung von Oberfranken in einer Pressemitteilung vom Freitag (26. November 2021). Demnach ist die Anzahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen im Wochenvergleich bayernweit von 887 auf 1029 angestiegen (Stand 26.11.2021). "Diese dramatische Entwicklung ist auch in den Krankenhäusern Oberfrankens deutlich spürbar und es ist mit einem weiteren Anstieg der Zahlen zu rechnen."

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Aus diesem Grund werden nun von diesem Mittwoch an sämtliche nicht akut notwendigen Krankenbehandlungen ausgesetzt. Die Regierung von Oberfranken hat laut eigenen Angaben die Covid-19-Schwerpunkt-Krankenhäuser aller oberfränkischen Rettungszweckverbände verpflichtet, "ab 1. Dezember 2021 sämtliche unter medizinischen Aspekten aufschiebbaren stationären Behandlungen zu unterlassen und die stationären Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten, Notfallpatienten sowie solchen Patienten, deren elektive Behandlung aus medizinischen Gründen nicht verschoben werden kann, zu reservieren."

Von der Regierungsanordnung betroffen sind folgende 13 oberfränkische Krankenhäuser:

Zweckverband Bamberg-Forchheim

Zweckverband Bayreuth-Kulmbach

Zweckverband Coburg

Zweckverband Hochfranken

Die Verpflichtung, unter medizinischen Aspekten aufschiebbare stationäre Behandlungen vorübergehend zu unterlassen, betrifft der oberfränkischen Regierung zufolge "Eingriffe, die ohne dauerhaften Schaden für die Patienten aufgeschoben werden können". Dazu gehören demnach beispielsweise orthopädische Eingriffe wie Knie- oder Hüftoperationen bei Gelenkverschleiß - nicht aber zeitkritische Operationen wie Herz- oder Tumor-Operationen. "Über die medizinische Dringlichkeit entscheiden die behandelnden Ärzte", erklärt die Regierung von Oberfranken in ihrer Pressemitteilung. 

Kliniken in Neustadt bei Coburg und Ebensfeld müssen Kapazitäten für Corona-Patienten bereithalten

Zwei andere oberfränkische Krankenhäuser wurden indes verpflichtet, entsprechende Kapazitäten für Covid-19-Patienten bereitzuhalten.

Von der Regierungsanordnung betroffen sind folgende zwei oberfränkische Krankenhäuser:

Die Klinik Neustadt bei Coburg muss für diesen Zweck mindestens acht Betten bereitzustellen. Im Bezirksklinikum Obermain sind es mindestens 20 Betten.

"Die aktuelle Entwicklung gibt auch in Oberfranken großen Anlass zur Besorgnis"

Wie in etlichen anderen Regionen Deutschlands sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen auch in Oberfranken an vielen Orten drastisch gestiegen. "Die aktuelle Entwicklung gibt auch in Oberfranken großen Anlass zur Besorgnis", betont Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Das Personal in den Kliniken arbeite bereits seit geraumer Zeit an der Belastungsgrenze.

"Allen ist bewusst, dass die Absage oder Verschiebung von Behandlungen für viele Patientinnen und Patienten eine weitere Bürde darstellt", so Piwernetz. Die sich zuspitzende Lage in den oberfränkischen Krankenhäusern erfordere gleichwohl ein entschiedenes Handeln. "Nur so kann die Behandlung von Notfallpatienten, Covid-19-Patienten sowie solcher Patienten, deren elektive Behandlung aus medizinischen Gründen nicht verschoben werden kann, gesichert werden."

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