250 Jahre Märchenhaftes und Unheimliches: Bamberg feiert den Dichter E.T.A. Hoffmann
Autor: Susy Bergmann
Deutschland, Donnerstag, 30. April 2026
2026 feiert Bamberg 250 Jahre E.T.A. Hoffmann. Ein umfangreiches Kulturprogramm lädt dazu ein, in die faszinierende Welt des romantischen Dichters, Komponisten und Zeichners einzutauchen.
Fünf Jahre, von 1808 bis 1813, lebte E.T.A.Hoffmann als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik in Bamberg. Seinen 250. Geburtstag feiert die Stadt 2026 mit einem umfangreichen Kulturprogramm: Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Vorträge sind geplant. Zahlreiche Einrichtungen der Stadt wie die Volkshochschule, Musikschule, Stadtbücherei und die freie Kulturszene gestalten das Jubiläumsjahr mit eigenen Angeboten mit.
Wer war E.T.A. Hoffmann?
Der Komponist, Maler, Schriftsteller und Jurist Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde 1776 in Königsberg geboren. Neben seinem Hauptberuf als Jurist schrieb, zeichnete und komponierte Hoffmann stets. Er war einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik.
Zu seinen Werken zählen beispielsweise die Oper "Undine", "Nussknacker und Mausekönig", "Die Lebensansichten des Kater Murr" oder "Der goldene Topf". Seine Geschichten handeln oft von Übernatürlichem und Unheimlichem. Seine Figuren stehen zwischen Vernunft und Irrationalem, erleben psychische Ausnahmezustände und Wahnhaftes. Doch war der Dichter nicht nur Meister des Schauerlichen, sondern auch des Märchenhaften und bekannt für Humor und Ironie.
Nach Misserfolgen in Berlin bekam er 1808 die Stelle des Kapellmeisters am Bamberger Hoftheater – dem heutigen E.T.A.-Hoffmann-Theater. Nach dem Konkurs des Theaters 1809 widmete er sich erfolgreich der Schriftstellerei. In den folgenden Jahren veröffentlichte er zahlreiche Geschichten und Musikkritiken. Immer wieder finden sich in seinen Werken Bezüge zu Bamberg, wo er fünf Jahre mit seiner Frau Mischa lebte. Seine Bamberger Erfahrungen ließen ihn Figuren wie den Kapellmeister Kreisler, den Kater Murr oder das "Apfelweibla" erfinden. 1813 kehrte Hoffmann nach Berlin zurück, wo er 1822 im Alter von 46 Jahren starb.
In Gedenken an E. T. A. Hoffmann
1808 kam E.T.A. Hoffmann als Musikdirektor ans Bamberger Theater. Zum 250. Geburtstag des Künstlers feiert das ETA Hoffmann Theater seinen Namensgeber. Im Bamberger Stadtbild ist Hoffmann an vielen Stellen präsent: Skulpturen seiner Figuren, Gedenktafeln, künstlerisch gestaltete Kanaldeckel und sein ehemaliges Wohnhaus erinnern an sein Wirken.
Eine große Fahne mit dem Namenszeichen und dem Porträt Hoffmanns verweist auf das Haus am Schillerplatz 26. Hier war die zweite Wohnung in Bamberg, in der der Dichter, Komponist und Zeichner von 1809 bis 1813 lebte. Er bewohnte zusammen mit seiner Frau die zweite Etage und das Dachgeschoss gleich gegenüber des Theaters. Das E.T.A.-Hoffmann-Haus ist leider wegen Sanierung bis mindestens Frühjahr 2028 geschlossen. Nur eine virtuelle Besichtigung ist derzeit möglich.
Vor dem ETA-Hoffmann-Theater steht Reinhard Klesses Skulptur des "Kapellmeisters Kreisler" mit dem "Kater Murr". Im Bürgerpark Hain an der Schillerwiese wartet Hermann Leitherers Denkmal des sprechenden Hundes "Berganza" auf Besucher. Robert Bauer-Haderleins "Undine" steht vor der ehemaligen Landeszentralbank in der Richard-Wagner-Straße. Gedenktafeln an der Nonnenbrückstraße, auf der Altenburg und in der Langen Straße 13 erinnern an einige von Hoffmanns Bamberger Lebensstationen. Auf dem Oberen Leinritt zeigen von Lore Götz gestaltete Kanaldeckel verschiedene Hoffmann-Figuren.