Mitte Mai hatte ein Einbruch am Bamberger Kaiser-Heinrich-Gymnasium, bei dem Abituraufgaben gestohlen worden waren, für bundesweites Aufsehen gesorgt. In ganz Bayern mussten deshalb die Ersatzprüfungen verwendet werden. Ende Juli konnte die Polizei dann drei Schüler als Tatverdächtige ermitteln. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Bamberg wurden Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, wobei die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicherstellten.

"Äußerst professionell"

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt die Staatsanwaltschaft mit, dass mittlerweile die Ermittlungen abgeschlossen sind. Es wurde bereits Anklage wegen des Vorwurfs des Diebstahls im besonders schweren Fall und anderen Delikten erhoben. Die Anklage muss vom Amtsgericht Bamberg erst noch zugelassen werden, es geht dabei weiterhin um drei Beschuldigte. "Die Verhandlung wird voraussichtlich frühestens ab Februar/März 2021 stattfinden", erklärt dazu Monika Englich, die Pressesprecherin des Amtsgerichts.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft im Juli mitgeteilt hatten, "führten technische und digitale Spuren zu einem 18-jährigen Abiturienten des Gymnasiums". Im Rahmen seiner Vernehmung habe der Schüler im Beisein seines Rechtsanwaltes die Tat vollumfänglich eingeräumt. Er übergab den Ermittlern die entwendeten Abiturprüfungsaufgaben und das Tatwerkzeug. Diese Beweismittel hatte er in einem Waldgebiet versteckt. Zudem benannte der Tatverdächtige zwei 18-jährige Abiturienten als seine Mittäter. Aufgrund der umfangreichen technischen und digitalen Spurenauswertung und der geständigen Einlassung des Tatverdächtigen, sei es den Kripo-Beamten gelungen, den Tatablauf schlüssig nachzuvollziehen. Die Ermittler bescheinigten den drei Abiturienten eine "äußerst professionelle Vorgehensweise".