26-Jähriger im Bamberger Dom zum Priester geweiht
Autor: Redaktion
Bamberg, Montag, 29. Juni 2026
Erzbischof Gössl weiht Daniel Hartmann zum Priester. Feierliche Zeremonie im Bamberger Dom mit vielen Gläubigen.
Erzbischof Herwig Gössl hat am Samstag den 26-jährigen Daniel Hartmann zum Priester geweiht. In dem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom rief Gössl den Neupriester dazu auf, seinen Dienst aus einer Haltung der selbstlosen Liebe heraus zu leben. "Die Liebe rechnet nicht. Sie gibt im Übermaß, reichlich mit Segen", zitierte der Erzbischof in seiner Predigt den Apostel Paulus.
Daniel Hartmann stelle sich mit der Priesterweihe ganz in den Dienst Gottes und der Menschen. "Sie geben sich und Ihr ganzes Leben hinein in den priesterlichen Dienst - aus Liebe zu Gott und zu seinem Volk", sagte Gössl. "Sie rechnen nicht nach, wie viel Liebe man Gott entgegenbringen kann und wie viel Liebe noch übrig bleibt nach Abzug von Gewaltakten, Kriegen und persönlichen Enttäuschungen." Wer so rechne, könne einen solchen Schritt der Hingabe nicht gehen.
Zugleich verschwieg der Erzbischof die schwierige Situation der Kirche nicht: "Wir sind als Kirche im Ab- und Umbau, und diese Realität zerrt an den Nerven von vielen." Dennoch bleibe er überzeugt, dass Christus seine Kirche leite und seine Liebe durch das Wirken der Gläubigen Frucht bringe.
Gössl rief den Neupriester auf, sich nicht von den Herausforderungen des kirchlichen Dienstes entmutigen zu lassen. Das Kreuz sei nicht nur Zeichen von Leid, sondern vor allem Ausdruck der Liebe Gottes und der Hoffnung auf neues Leben. Der priesterliche Dienst trage dazu bei, die Welt zu mehr Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zu bewegen.
Abschließend sprach der Erzbischof die Hoffnung aus, dass sich wieder mehr junge Menschen zum Dienst in der Kirche berufen fühlen. Er bete darum, "dass immer mehr junge Menschen, berührt von der Freundschaft zu Christus, seinem Ruf in die Dienste und Ämter der Kirche folgen".
Der Neupriester stammt aus Herzogenaurach, trat 2019 ins Bamberger Priesterseminar ein und begann zeitgleich das Theologiestudium in Würzburg. Von 2021 bis 2022 absolvierte er zwei Freisemester in Rom und setzte das Studium anschließend in München fort. Seit 2024 absolvierte er seinen Pastoralkurs im Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land, im September 2025 wurde er zum Diakon geweiht.
Als Primizspruch wählte der 26-Jährige den Bibelvers "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein" (Jes 43,1). Nach der Weihe wird er zunächst eine Vertretung im Klinikum Bamberg als Krankenhausseelsorger übernehmen und anschließend seine erste Kaplanstelle in Ansbach antreten.
Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.