Er hatte so hoffnungsvoll geklungen, ja angedeutet, es könnte sich der Durchbruch ergeben haben. Und nun die Gewissheit: Die Hinweise und Beobachtungen stehen nicht im Zusammenhang mit den jüngsten Vorkommnissen. Zapfendorfs Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ) hat für 2019 nur einen Wunsch: "Dass der Blödsinn endlich aufhört."

Zum "Blödsinn"

Mit "Blödsinn" fasst Dittrich die Taten von einem oder auch mehreren Menschen zusammen, die sich inzwischen über nahezu ein Jahr erstrecken. Sie umfassen, wie unsere Zeitung kontinuierlich berichtet hat, abgesägte Bäume, Pferdeäpfel im Freibad, Hundekot am Bahnhof, Bombenattrappen unter der Autobahnbrücke und am Bahnhofsgelände, eine Drohung in arabischen Schriftzeichen am Waldkinderkarten sowie mehrere Attacken auf Fahrkartenschalter und Infotafel am Bahngelände. Wie an Neujahr nun wieder mit Eiern. Zu den jüngsten Fällen zählt der abgesägte Weihnachtsbaum zwischen Kirche und Rathaus am Weihnachtsabend und der Eierwurfanschlag auf Infotafel und Fahrkartenautomat am Neujahrsmorgen.

Vor einigen Monaten hatte die Polizei nach Ermittlungen einen Mann in Gewahrsam genommen, wie Dittrich berichtet. Da hatte man die Hoffnung, dass der Spuk ein Ende hat. Hatte er aber nicht. In der Zwischenzeit geht das Oberhaupt der 5000-Seelengemeinde davon aus, dass es sich vermutlich um mehrere Täter oder aber Trittbrettfahrer handelt.

Die Einwohner im 3000-Seelen-Kernort haben die Anschläge ebenso gründlich satt wie die Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung, die sich lieber wirklich wichtigen Angelegenheiten widmen möchten.

Mit Blick auf die vielen Kräfte von Polizei und Feuerwehr, die bei den Zapfendorfer Vorkommnissen zu Einsätzen mussten, meint Dittrich, in der Zeit hätten sie vermutlich für weitaus Wichtigeres nicht zur Verfügung stehen können.

Ganz abgesehen von der Kostenfrage. "Das geht jetzt sicher in die Hunderttausende", vermutet Bürgermeister Dittrich im Hinblick auf die stundenlange Sperrung der A 73 und vor allem auch der ICE-Strecke.

Dittrich fehlt jegliches Verständnis für die Ereignisse und meint, wenn jemand Bäume absägen möchte, könne er ihm gerne welche zeigen, die weg müssen. Ansonsten empfiehlt er, die Energie in sinnvolle Tätigkeiten zu stecken.

Stellvertreter bekommt's ab

Leid tut Dittrich insbesondere sein Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Andreas Schonath. Denn irgendwie haben die Attacken das Muster, dass sie in der Zeit verübt werden, in der er, also Dittrich offiziell Urlaub hat.

Eigentlich wollte sich Andreas Schonath dazu nicht äußern. Er konstatiert dann aber doch, dass die Taten immer während der Ferien- und Urlaubszeit verübt wurden. "Vielleicht hat da ja irgendjemand zu viel Freizeit." Und Langweile, meint er wohl unausgesprochen.

Wann Dittrichs nächste amtsfreie Zeit ansteht, verrät der Rathauschef natürlich nicht. Er meint aber, es wäre erfreulich, wenn zumindest bis dahin nichts mehr passiert, beziehungsweise findet er es generell mehr als an der Zeit, dass Schluss damit ist. Das neue Jahr wäre eine gute Gelegenheit, damit aufzuhören. Da kann ihm sein Stellvertreter Schonath nur beipflichten.

Hinweise hilfreich

Freilich nehmen Gemeindeverwaltung und Polizei weiterhin gerne Zeugenhinweise entgegen. Schließlich gibt es noch immer die Belohnung von insgesamt 1500 Euro (1000 von der Marktgemeinde ausgesetzt, 500 von der CSU) für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. Von der auf der Facebookseite der Gemeinde ins Spiel gebrachten örtlichen Sicherheitswacht hält er nichts. Das wäre schlicht übertrieben. Dennoch weiß der Bürgermeister von Zapfendorfern, die seit einiger Zeit Extra-Schleifen zu den Bereichen fahren, die im Ortskern Ziel des Vandalismus waren. Auch er selbst habe sich diese "Extra-Schleifen" angewöhnt, gesteht Dittrich.

Bei der Polizeiinspektion Bamberg-Land und bei der Kripo laufen die Ermittlungen zu Zapfendorf weiter, bestätigt Pressesprecher Jürgen Stadter (Polizeipräsidium Bayreuth). Der letztes Jahr ins Visier Geratene sei "weiterhin untergebracht", komme so für die Taten an Weihachten und Neujahr nicht in Frage. So sei von Mittätern bzw. Trittbrettfahrern auszugehen. Stadter tut Zapfendorfs Bürgermeister leid. Ebenso die Zapfendorfer: "Wenn man so in die Schlagzeilen gerät."