Die Planungen für Windkraftanlagen in der Rhön verzögern sich. Am Donnerstag sprach sich der Kreistag mit 40 zu zwölf Stimmen dafür aus, die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Bayerische Rhön erst einmal nicht zu verändern. Die Räte wollen warten, bis der Regionalplan "Windkraft in der Region Main-Rhön" rechtskräftig ist.

Medienberichten, wonach die Entscheidung das Aus für das 110 Millionen schwere Projekt im
Roßbacher Forst sei, widersprach Norman Petersohn, Geschäftsführer von "Windkraft Bayern" auf Anfrage der Saale-Zeitung mit klaren Worten. "Wir bleiben am Ball." Sobald das Landratsamt den Bauantrag für einen Windmess-Mast genehmige, werde dieser aufgestellt. Der Mast sei mit einem System für das Monitoring von Fledermäusen ausgestattet.

Artenschutzrechtliches Prüfverfahren läuft an

"Die artenschutzrechtliche Vorprüfung ist abgeschlossen", sagte Petersohn weiter. Nun werde der Auftrag für das komplexe Prüfverfahren vergeben. Um das Bekenntnis zum Roßbacher Forst zu untermauern, kündigte der Geschäftsführer an, noch in diesem Jahr den Sitz der Projektgesellschaft "Windkraft Bayern Roßbacher Forst GmbH & Co.KG" nach Roßbach zu verlegen, sollte sich die Zusammenarbeit nicht zerschlagen. Damit würde die Gewerbesteuer an den Markt Zeitlofs fließen.

Bürgermeister Robert Römmelt (SPD), der im Namen der Gemeinden Riedenberg, Wildflecken, Sandberg und Burkardroth einen Antrag auf Windkraft-Standorte der Kommunen eingereicht hatte, freut sich indes über die Entscheidung des Kreistages. "Es sind alle drei Vorhaben weiter im Rennen", sagte er in Blick auf zwei kommunale Standorte auf dem Feuerberg und im Feuerthal, die dem Projekt privater Investoren im Roßbacher Forst gegenüberstehen. Dann wiederholt Römmelt, was er schon im Kreistag forderte: "Gleiches Recht für alle!"