Die Zeiten, in denen Feuerwehrmänner mit Fahrrädern, Hanfschläuchen und Löscheimern ausrückten, sind schon lange vorbei, aber der Hintergrund der Ausrückung ist der Gleiche geblieben: um anderen Menschen, die in Not geraten sind zu helfen, nur sind heute oft die Umstände andere als früher, heute wird schneller zum Telefon gegriffen und die 112 gewählt - die Feuerwehr wird es schon richten".
Der Vertreter von Kreisbrandrat Benno Metz, der für die Kreisfeuerwehrführung anlässlich der Fahrzeugübergabe und Segnung sprach, brachte es mit diesem Satz auf den Punkt, dass sich mit den gewachsenen Anforderungen auch zum Glück die Ausrüstung geändert habe.
So bringt ein neues Fahrzeug "nicht nur neuen Glanz in die Hütte", dieses hochtechnisierte Gerät, das nur von Spezialisten bedient werden kann, bedeutet für die vielen Mitglieder in den freiwilligen Feuerwehren noch mehr Ausbildung, noch mehr zusätzliche Übungen für die Mannschaft.
35 Jahre hat der Kissinger "Tanker", der nun durch das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) ersetzt wird, inzwischen auf dem Buckel. "1981 wurde der noch durch den damaligen Oberbürgermeister Weiß in der Kissinger Fußgängerzone übergeben" ließ Stadtbrandinspektor Harald Albert wissen und auch, dass das HLF 10 schon seit dem Jahr 2011 als Ersatzbeschaffung im städtischen Haushaltsplan steht. "Schon damals war die Ersatzteilbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug schwierig, heute ist für diesen Jahrgang so gut wie überhaupt nichts mehr zu bekommen", so Albert.
Allerdings verzögerte sich die Anschaffung auf Grund der wirtschaftlichen Lage und der Vorrangstellung von Ersatzbeschaffungen für die Stadtteilwehren Albertshausen und Winkels mit wasserführenden Fahrzeugen bis ins Jahr 2014. So wurde im Juli 2014 wieder ein Zuschussantrag an die Regierung von Unterfranken gestellt, der unter anderem darauf hinwies, dass in Bad Kissingen ein Groß-Tanklöschfahrzeug vorhanden ist und das bisherige zweite Tanklöschfahrzeug durch das mit weniger Wasser ausgestattete Hilfeleistungslöschfahrzeug 10 ersetzt werden soll.
Noch im gleichen Jahr kam die Zuschussbewilligung über knapp 70 000 Euro, da aber die 2011 in den Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 290 000 Euro nach rund sieben Jahren den Kaufpreis nicht mehr deckten, musste kräftig gestrichen werden. Vor allem bei Geräten der technischen Hilfeleistung wurden dann die Ausrüstungsgegenstände soweit gestrichen, dass dem Bauausschuss zum Jahresende 2014 eine Bestellliste zum Gesamtpreis von 290 684 Euro vorgelegt werden konnte, die dann auch genehmigt wurde.
All jene Ausrüstungsgegenstände, die nach der Kürzung nicht beschafft wurden, konnten durch vorhandene, gebrauchte ergänzt werden, so dass das Fahrzeug nun voll einsatzfähig, sowohl zur Brandbekämpfung, wie auch zur technischen Hilfeleistung, ist.
Eindrucksvoll berichtete der Stadtbrandinspektor davon, dass 1981, als der alte Tanker in Betrieb ging, die Freiwillige Feuerwehr Bad Kissingen im Jahr rund 60 Einsätze fuhr, heute seien es über 300, wobei die technische Hilfeleistung dominiere. "Wenn auch dieses Fahrzeug wieder über 35 Jahre hält, dann kann man diese Investition mit rund 300 000 Euro mit ganz anderen Augen sehen", so Oberbürgermeister Kay Blankenburg und weiter "diese Sicherheit, die uns dieses Fahrzeug verleiht, die sind wir unseren Bürgern und den inzwischen wieder 1,6 Millionen Übernachtungsgästen einfach schuldig".
Weitere Grußworte und Glückwünsche mit zum Teil ein bisschen offen gezeigtem Neid "über solch ein tolles Fahrzeug" kam seitens des Rot-Kreuz-Kreisverbandes durch dessen Kreisvorsitzenden Dr. Alexander Siebel, und den stellvertretenden Landrat Alfred Schrenk. Pfarrerin Christel Mebert und Kaplan Paul Reder nahmen gemeinsam die Segnung des neuen Fahrzeuges vor, bevor ein sichtlich stolzer OB "für 15 Minuten war ich Besitzer dieses Fahrzeuges" die Schlüssel an Kommandant und Stadtbrandinspektor Harald Albert überreichte.


Das neue Feuerwehrauto

Typ Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 10) ist ein Gruppenfahrzeug auf einem Mercedes Fahrgestell mit permanentem Allradantrieb.

Ausrüstung Der 13-Tonner bringt 210 kw auf die Straße und hat sowohl einen 1000-Liter-Wassertank, eine Feuerlöschkreiselpumpe, einen 120 Liter fassenden Schaumtank und vom Notstromaggregat über Motorsäge bis hin zum schwersten technischen Gerät wie Spreitzer und Schere alles, was zur technischen Hilfeleistung benötigt wird.

Gruppenstärke In Zukunft wird es als eines der ersten Fahrzeuge der Kissinger Wehr mit voller Gruppenstärke, also mit 9 Mann ausrücken.