Natürlich ist heute fließendes Wasser in einem Haus Standard. Weniger schön ist es aber, wenn das Wasser durch das Haus oder die Garage fließt. Genau das aber ist den Hausbesitzern im Windheimer Baugebiet Hohner Weg öfters passiert. "Mit dem Wasser kam dann oft auch Schlamm oder Geröll vom Quästenberg", sagt Ortssprecher Klaus Schebler. Die Kanäle waren dann so überlastet, dass sich die Gullideckel hoben, erinnert er sich. Letztendlich belastete das so genannte Fremdwasser auch noch die Kläranlage. Seit gestern ist damit aber endgültig Schluss. Da erfolgte die Abnahme der Arbeiten zur Umleitung des Oberflächenabwassers, das nun in Richtung Nüdlingen abfließt.

Fehler bei der Planung

Der eigentliche Fehler ist schon vor Jahrzehnten bei der Planung des Baugebiets Hohner Weg passiert, sagte der Ortssprecher.
Damals hatten die Planer versäumt, das Wasser, das vor allem zur Schneeschmelze, aber auch bei heftigen Gewittern den Quästenberg hinunter läuft, abzuleiten. Das ist nun nach rund 30 Jahren nachgeholt worden. "Das Wasser wird jetzt nördlich und südlich um das Dorf herum geleitet", so Klaus Schebler. Dafür wurden Gräben auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern gezogen.

Eigentlich ist so etwas ja kein größeres Problem, im westlichsten Stadtteils Münnerstadt kann das aber schon problematisch werden. Denn die Zäune mancher Gärten an den Häusern bilden die Landkreisgrenze zwischen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld. Ein Graben lässt sich nur auf der Gemarkung von Burglauer ziehen. "Wir sind Burglauers Bürgermeister Kurt Back sehr dankbar", sagte Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank. Die Stadt hat der Nachbargemeinde ein Stück Wald abgekauft, um den Graben ziehen zu können. Dieser befindet sich nicht nur im Landkreis Rhön-Grabfeld, sondern damit auch im Naturpark Rhön.

Arbeiten abgestimmt

"Die Arbeiten sind natürlich mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen", sagt der Bürgermeister. Das Amt habe in den letzten Jahren mehrfach darauf gedrängt, dass etwas passiert, fügt Klaus Schebler hinzu. Die Erdkammer-Kläranlage sei nämlich ohne das Fremdwasser völlig ausreichend. Vor einigen Jahren hatte es Bestrebungen gegeben, eine neue Kläranlage für knapp eine Million Euro zu bauen. Ein beauftragtes Ingenieurbüro habe nun ermittelt, dass lediglich 50 000 Euro in die bestehende Anlage investiert werden müssten, so Klaus Schebler.

Freie Hand gelassen

Er bedankte sich bei Bürgermeister Helmut Blank und Reiner Straub vom Münnerstädter Bauamt, dass man ihm so freie Hand gelassen hatte.
Das hat sich offensichtlich auch für die Stadt gelohnt. "Die Kosten konnten dank des Ortssprechers von 32.000 Euro auf 21.000 Euro gesenkt werden", betonte der Bürgermeister, der sich dafür ganz besonders bedankte. Möglich gewesen sei das nur, weil Klaus Schebler ständig auf der Baustelle war und vieles organisiert habe. "Das ist ein Ortssprecher, der wirklich handelt und nicht nur redet", lobte der Bürgermeister. Erreicht werden konnten die Einsparungen beispielsweise beim anfallenden Erdaushub. Statt diesen kostenpflichtig in eine Deponie zu fahren, ist er innerhalb des Ortes verbaut worden.

Weniger Einsätze

Nun sind sie also vorbei, die Zeiten, in denen sich Straßen zu reißenden Bächen verwandelt haben. Die Mitglieder der Feuerwehr, die früher öfter einmal wegen Wasserschäden ausrücken mussten, werden den Zeiten auch nicht nachtrauern.