Es war ein Tag des Lernens im Grünen, in Wald und Flur - da wo das einheimische Wild seinen Lebensraum hat: Beim Projekttag für Schulen im Jagdrevier Reidenberg erfuhren knapp 50 Schüler der 8. Mittelschul-Klassen Bad Brückenau und Wildflecken und Schüler der 3. Grundschul-Klasse aus Wildflecken alles über die Jagd.

Noch während Revierleiter Wilfried Helfrich die Schulklassen im Revier Süd an der Kanzel "Oberer
Berg" begrüßte, ruhten die Augen vieler Kinder auf den unterschiedlichsten Hunderassen, die von Sandra Hornung, Hundeobfrau, und Gerd Galitzdörfer, 2. Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe , vorgestellt wurden. Hornung ifnormierte über Rassen, Züchtung und Einsatz bei Jagden. Vorgestellt wurden Tiroler und Bayerische Bracken als typische Schweißhunde, Terrier als Meutehunde, ein Teckel für die Nachsuche und zum Zutreiben und ein Wachtel als Stöberhund, ferner großer Münsterländer, Pudelpointer.

"Schweißhunde sind wichtig, um angefahrene oder angeschossene Tiere möglichst schnell auffinden zu können", erklärte Hornung. Die Schüler staunten nicht schlecht bei der Demonstration der Fähigkeiten der perfekten Spürnasen bei der Fährtensuche.

Bedeutung der Wildäcker

Gerd Galitzdörfer erklärte den Kindern die jagdliche Bedeutung von Wildäckern. "Die Wildäcker mit den verschiedensten Pflanzen dienen zum Anlocken des Wildes. Rehe zum Beispiel fressen nicht einfach nur das Gras, das Kühen als Futter dient. Sie lieben abwechslungsreiche Kost und suchen sich spezielle Pflanzen zum Äsen". Weitere Anlockmittel in der Nähe dieser Äcker seien der Pfahl mit dem Salzleckstein, und ein mit Buchenholzteer bestrichener Baumstamm, der "Malbaum," außerdem die Kirrungen mit Mais für Wildschweine.
"Hier überlistet der Mensch das Schwein. Manchmal sitzt der Jäger stundenlang in der Nacht auf Sauen an. Die sind sehr vorsichtig. Auf dem Behälter mit Mais steht ein Blecheimer. Den werfen die Sauen herunter um an den begehrten Mais zu kommen und das Scheppern ist für den Jäger dann das Alarmsignal". Im Einsatz seien aber auch noch technische Hilfsmittel wie so genannte Wilduhren. Mit diesen würde der "Besuch" der Schweine uhrzeitmäßig festgehalten. Der Jäger könne sich so orientieren, wann die Tiere zur Anlockfütterung kämen.

Von Felix Füller lernten Jungen und Mädchen die Bedeutung der verschiedenen Brüche, mit denen sich Jäger untereinander verständigen könnten. Lothar von der Tann und Jürgen Bischof informierten über die Ausrüstung des Jägers, von wettergerechter Kleidung, über Optik, Werkzeuge, Lockmittel und Waffen. "Wenn wir in der Nacht ansitzen, brauchen wir zum Beispiel besondere Ferngläser, die das Licht verstärken". Zur Ausrüstung gehöre auch ein spezieller Rucksack. Verschiedene Spezialmesser, aber auch eine Axt, "schließlich wachsen ja keine Bretter im Wald", erläuterte er.

Das Leben der Waldameisen

Die Schulklassen wechselten mit ihren Lehrern, Ulrike von der Tann, Andreas Dylla und Bernhard Schmitt, von Station zu Station, so dass alle einen umfassenden Überblick über die Ausübung des Waidwerks bekamen. Auf jeden Fall hieß es "gut aufpassen". Denn im zweiten Teil der Veranstaltung galt es, sein erworbenes Wissen in Form eines Quiz auf einem Fragebogen fest zu halten. "Jeder Schüler, der seinen Fragebogen dann auch abgibt, wird schon mal mit Bratwurst und Weck belohnt", erklärte Michael Belz. Bevor es aber so weit war, wanderten die Schüler gemeinsam durch den frühlingshaften Wald zur Struthütte. Unterwegs erklärte ihnen Förster a. D. Rainer Betz den Wald, die verschiedenen Baumarten und Pflanzen. Auch Ameisenhaufen der Waldameise wurden gefunden und deren Leben und Wirken erläutert.

Etwas Besonderes waren die Darbietungen der Jagdhornbläser unter Leitung von Sandra Hornung, die in kleiner Besetzung Jagdsignale bliesen..