Seit der vergangenen Woche sind die Aufträge für die Sanierung der Therme Sinnflut ausgeschrieben. Im April noch ermahnte Kämmerin Julia Spahn, ein zügiger Beginn des Verfahren sei immens wichtig für eine Förderung durch die Regierung. Denn: Durch Verzögerungen war eine mögliche Förderzusage in Gefahr.

"Ich bin sehr froh, dass ich die anstehende Sanierung zumindest so weit voranbringen konnte", sagt Geschäftsführer Michael Garhamer in dieser Woche. Garhamer leitet die Stadtwerke noch bis Ende August. Danach wird seine Stelle neu besetzt.

Fertigstellung bis 2025

Wegen der Höhe der voraussichtlichen Kosten müssten die Aufträge europaweit ausgeschrieben werden, teilt Garhamer mit. Die Teilnahmewettbewerbe endeten etwa Anfang September mit den Bieterpräsentationen. Der Planer-kick-off sei dann für Anfang November geplant.

"Aktuell gehen wir davon aus, dass wir im April oder Mai die Ergebnisse der Vorplanung bei der Regierung vorlegen können", erklärt Garhamer. Ein Baubeginn im kommenden Jahr werde angestrebt. "Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Therme sollte dann im Jahr 2025 erfolgen können", so Garhamer zum voraussichtlichen Zeitplan.

Grundstruktur erhalten

Eine schriftliche Förderzusage durch die Regierung von Unterfranken könne nach seinen Aussagen erst im Laufe des Verfahrens erfolgen. Grundsätzlich erwartet die Stadt aber eine Förderung von 70 Prozent. Voraussichtlich rund 22 Millionen Euro beträgt die gesamte Investitionssumme für die Therme.

Die Stadt finanziert davon einen Teilneubau in Höhe von rund 20 Millionen Euro netto, erklärt die Kämmerin. Für das laufende Jahr sind vorerst 500 000 Euro im Haushalt dafür fest eingeplant. "Entstehende Kosten für den Saunabereich werden von der Stadtwerke GmbH getragen", sagt sie weiter. Garhamer bestätigt, dass hier in den bisherigen Planungen mit Kosten von rund einer Million Euro ausgegangen werde.

Welche Schwerpunkte die Generalsanierung haben wird, das kann der Stadtwerkechef nur grob umreißen, denn "letztendlich wird das alles in Gesprächen mit den Architekten herausgearbeitet", erklärt er. Nur einige Punkte lässt er durchblicken: Die Grundstruktur solle erhalten bleiben und Betriebs- und Energiekosten gespart werden. Mit Blick auf die Zukunft und auf die derzeitige Situation wäre außerdem ein separater Zugang zum Freibad wichtig.

Ausrichtung unklar

Der Bürgermeister betonte mehrfach, dass die Investition in die Sanierung kein Luxus, sondern für Bad Brückenau als Gesundheitsstadt grundlegend sei. Die Meinungen der Stadträte gehen hingegen auseinander. Emanuel Fritschka (PWG) stellte im Frühjahr die Frage, ob ein "abgespecktes Modell" nicht ausreichen würde. "Brauchen wir einen Rutschenturm?", stellte er außerdem in den Raum und betonte, dass solche Details genau beleuchtet werden sollten.

Auch Adelheid Zimmermann (FB/FDP) erinnerte die Räte daran: "Vor zwei Jahren stand noch fest, dass diese Sanierung zu teuer ist." Dirk Stumpe (PWG) äußerte sich kritisch zu einer umfangreichen Sanierung. "Die Sinnflut hat hier kein Alleinstellungsmerkmal mehr", betonte er. Weder Stadt noch Gastronomie hätten von der Therme profitiert.

Die Eintrittspreise würden nach der Sanierung zu hoch für normale Schwimmer und die Konkurrenz der Saunalandschaft in der Umgebung sei groß. "Für die Brückenauer gibt es keinen Mehrwert", sagte Stumpe. Und darüber hinaus würden sich die jährlichen Zuschüsse durch die Stadt nicht lohnen.

Eckdaten zur Therme Sinnflut

Bausubstanz 55 Jahre ist der Grundbaukörper alt. Im Jahr 1996 wurde das Hallenbad an der Sinn zum Freizeitbad für Familien erweitert. Ein Großteil der Technik geht ebenfalls auf diese Zeit zurück und ist damit mehr als 25 Jahre alt.