Kann das gutgehen? Die zierliche Jessica Lawe hebt den 1,90-Riesen Marcel Halbleib aus dem Krankenbett in den Rollstuhl. Das klappt wider Erwarten ohne Probleme. Aber was sagt der Rücken der jungen Pflegekraft dazu? Nichts, sagt Katrin Pfister, Lehrerin für Altenpflegehilfe am bfz, weil in der Schule, die notwendigen Griffe zum rückenschonenden Arbeiten intensiv geübt werden und Jessica eine aufmerksame Schülerin ist.
Wer sich für eine Ausbildung in der Altenpflege interessiert, kann sich am Samstag, 1. April, in der Berufsfachschule für Altenpflege im bfz in der Columbiastraße informieren - gute Zukunftschancen bietet dieser Beruf allemal.

"Man könnte natürlich auch einen Lifter nehmen" stellt Sandra Herleth, Lehrerin für Altenpflege, gleich fest. Auch solche Hilfsmittel zum Transfer und zur Mobilisation kranker Menschen werden beim Tag der offenen Tür vorgestellt. Die beiden stellvertretenden Schulleiterinnen der Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe, haben ein umfangreiches Programm mit Fachvorträgen, Ausstellungen und praktischen Vorführungen zusammengestellt.


Zwei Schulen unter einem Dach

Im Jahr 2010 eröffnete in Bad Kissingen die BFZ gGmbH Schweinfurt eine private Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe. Die Ausbildung in der Altenpflegehilfe dauert ein Jahr. Wer Altenpfleger werden möchte, braucht eine Ausbildung, die drei Jahre dauert. Sie schließt mit einer Art Fachabitur ab.

Die intensive praktische Ausbildung findet in sozialen Einrichtungen und Seniorenheimen statt. Dazu hat die Schule Kooperationsverträge mit über hundert Einrichtungen in den Landkreisen Bad Kissingen, Schweinfurt und Bad Neustadt abgeschlossen, erklärt Sandra Herleth. "Wir unterrichten rund hundert Schülerinnen und Schüler in 4 Klassen, dazu kommt eine Berufsintegrationsklasse mit Flüchtlingen."


Pflegeberuf wird aufgewertet

"Die Altenpflege wird schlechtgeredet", bedauert ihre Kollegin Katrin Pfister, "aber es ist ein erfüllender Beruf". Die beiden Frauen erwarten von der Umstellung der vier Pflegestufen auf nunmehr fünf Pflegegrade eine bessere Anerkennung des Berufs und hoffen vor allem auf "Das neue Strukturmodell Pflege" der Bundesregierung, das den ausgebildeten Pflegern größere Kompetenz zubilligt und die überbordenden Dokumentationen der vom Pfleger erbrachten Leistungen zurückdreht.

Für das BFZ sehen die beiden Lehrerinnen gute Zukunftschancen. Die Schule sei auf neustem Stand. Der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung nehme stetig zu, und damit seien mehr Pflegebedürftige zu versorgen. Deshalb steige der Bedarf an entsprechend gut ausgebildetem Fachpersonal.

Bad Kissingen gehöre für Senioren zur den attraktivsten Urlaubs-, Kur- und Wohnorten, meint Sandra Herleth, auch weil eine große Vielfalt spezieller Dienstleistungen für Senioren vorhanden ist. Die Berufsfachschule sei Teil dieses Netzwerks.

Am Samstag will sie eine optimistische Schule vorstellen, bei der nicht Bildschirm, Planzahlen und Erfolgsdruck, sondern der Mensch im Vordergrund steht. Die fröhliche Umbettung "Klein schleppt Groß" von Jessica Lawe und Marcel Halbleib wird da ein gutes Beispiel sein.

Das Programm

11 Uhr
Grußworte von Stephan Zeller bfz Schweinfurt, Oberbürgermeister Kay Blankenburg und Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner.

11.30 Uhr Vortrag über Fördermöglichkeiten der Ausbildung, Karin Jung, Agentur für Arbeit

12 Uhr Ausstellung verschiedener Arbeitgeber, darunter Seniorenheime und soziale Einrichtungen, Übungen zur Sinneswahrnehmung und Körperpflege, Vorstellung der Ausbildung, Präsentation von Hilfsmitteln. Für das leibliche Wohl und die Kinderbetreuung sorgen die Schüler.