Die Kunst-Werk-Statt Obere Saline präsentiert noch bis Sonntag in der Orangerie des Museums die in Künstlerworkshops entstandenen Skulpturen, Zeichnungen und Installationen. Seit April sind bemerkenswerte Objekte entstanden, die in der Vernissage zu lebhaftem Austausch zwischen den ambitionierten Teilnehmern, ihren Tutoren und den Besuchern anregten.

"Das Niveau steigt von Jahr zu Jahr", eröffnete Gisela Schriek, Leiterin der Volkshochschule die kleine Feier, bei der alle Exponate die in den drei Workshops entstanden waren, gemeinsam präsentiert wurden. Im weitläufigen Park, mit seinem inspirierenden Ambiente und den großzügigen Räumlichkeiten der Oberen Saline, können die Teilnehmer zusammen mit den Künstlern ihrer Leidenschaft für das Gestalten frönen. Sie erhalten Anregungen, tauschen Erfahrungen aus und leben ihr kreatives Potenzial aus.

Seit April war die Obere Saline Heimat für die Teilnehmer der Kurse "Steinbildhauen", "Holzbildhauen" und "Experimentelle Malerei, Zeichnung, Installation" zum Kunstraum geworden. Nun durften sie die Ergebnisse ihrer Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren.

Dass Wiltrud und Wolfgang Kuhfuss, "Erfinder" der Kunst-Werk-Statt und engagierte Förderer der Kunstszene in der Region, auf die Vielfalt und die Qualität der einzelnen Werkstücke nicht wenig stolz sind, sieht man ihnen förmlich an. "Ursprung und Werden" hatte das Künstlerehepaar, ehemals Dozenten der Akademie für Gestaltung in Würzburg, ihrem Malerei Workshop als Leitlinie vorangestellt.


Vorgabe liebevoll umgesetzt

Bei Tatjana Schmitt, die seit zwei Jahren in Bad Kissingen lebt, sieht er seine Vorgabe qualitätsvoll umgesetzt. Auf saugendem Sperrholz hat sie verschiedene Farbschichten in Aquarelltechnik aufgetragen und ineinander verschwimmen lassen. Sie nennt die angedeuteten Frauenportraits "Ursprung und Form".

"Ein leiser Umgang mit den Werken, zärtliches Erfühlen von Malgrund und Farbe: Ich nenne das Leidenschaft", beschreibt ihr Pate Wolfgang Kuhfuss die Bilder. Helena Scharf hat sich zwar der Holzbildhauerei verschrieben, aber auch sie hat Natur und Weiblichkeit in ihrem Werkstück ausgedrückt. Aus eher sperrigem, schwer zu bearbeitendem Elsbeerenholz, hat sie, zuerst mit scharfem Schäleisen und Muskelkraft, später mit feinfühligem Schleifen und Polieren, die Maserung und Struktur zum Leben erweckt und einen anmutig fließenden Frauentorso geschaffen: "Hans Arp" - 1966 verstorbener Bildhauer und bedeutender Vertreter des Dadaismus- "war meine Inspiration bei diesem Werk", meinte Scharf. Sie hat sich als Chefin des Museums Obere Saline für den Workshop wieder eine kreative Auszeit genommen und animierte die Betrachter, die fließende Form und die glatte Oberfläche zu spüren: "Anfassen erlaubt"

Ganz anders, monumental und unübersehbar ist die Skulptur des Norbert Klodwig. Aus dem Abraum im Baugrund der Erweiterung des Landratsamts ragte ein Balken, die Abbruchkante durchaus als Hand erkennbar, aus dem Schlamm.


"Finger Gottes"

Nach Bergung und Reinigen mit Dampfstrahler kam ein wohl mehr als dreihundert Jahre alter, teils angekohlter Eichenbalken mit auffallender Maserung und interessanter Farbgebung zum Vorschein, den der Hobbykünstler "als einen Fingerzeig Gottes, auf die derzeit scheinbar aus den Fugen zu geratende Welt" interpretierte und ihn zu einem standfesten beeindruckenden Kunstwerk gestaltete, "das vielleicht sogar für die Außenanlagen des Landratsamts Verwendung finden könnte", wie Klodwig andeutete.

"Ich bin sehr schnell aus dem Alltag in die Kreativphase gekommen. Das Ambiente hilft dazu, den Stein ins Rollen zu bringen", meint Carmen Balling aus Burkardroth "Unter der Anleitung von Steinbildhauer Reinhard Kraft hat sie einen Sonnenfänger geschaffen. Der Sandstein hat sie überrascht mit Vielfalt der Farben und Strukturen unter dem Steingrau der Oberfläche. Lichtschächte hat sie in den Stein gemeißelt, die Sonne bricht sich, malt Schatten und bringt den Sandstein auch von innen zum Leuchten.