I n Sportlerkreisen ist es seit vielen Jahren üblich, sich vor dem eigentlichen Training erst einmal ausgiebig zu dehnen, um sich locker zu machen. Sportwissenschaftler und Trainer hielten das Dehnen lange Zeit für eine leistungssteigernde Allzweckwaffe. Es beuge Verletzungen vor und schütze vor Muskelkater, hieß es. Was ist dran?

Ergebnis von Studien

Eindeutig belegen wissenschaftliche Studien jedoch nicht, dass das Stretching vor Verletzungen schützt oder dass es einen Muskelkater verhindert. Auch die erhoffte Verbesserung der Beweglichkeit konnte bis heute nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Bei bestimmten Sportarten, bei denen Schnellkraft gefragt ist, kann das Dehnen sogar kontraproduktiv sein. Bei Ballsportarten, wie Fußball oder Handball oder auch beim Krafttraining ist ein Dehnen vor dem Spiel oder dem Training nicht zielführend.

Straffung statt

 

Entspannung

Gerade das klassische statische Dehnen, wie etwa das Vornüber-Beugen, um die Zehen mit den Fingern zu berühren oder auch das Ablegen des Beins auf einer Bank, führt demnach eher zu einer Straffung der Muskulatur statt zur Entspannung oder Lockerung. Der Körper versucht, den Dehnreiz zu kompensieren und ein mögliches Überdehnen zu vermeiden. Er reagiert mit einem Zusammenziehen der gedehnten Muskeln. Das erhöht die Grundspannung und bewirkt somit gerade das Gegenteil.