FC Bad Brückenau - HSG Volkach 28:29 (17:12).

Vor beeindruckender Zuschauerkulisse nutzte FC-Vorsitzender Stefan Richter die Gelegenheit, Bad Brückenaus Trainer Oliver Hilbert-Probeck zu verabschieden, der auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausscheidet. Knapp 19 Jahre lang hatte Oli Hilbert die traditionsreiche Handball-Mannschaft der Sinnstädter geprägt: als Spieler und zuletzt als Trainer. Interims-Coach Stefan "Benny" Bott musste mit ansehen, wie die Bad Brückenauer nach einer starken Anfangsphase samt einer 15:5-Führung (!) nach und nach das Heft des Handelns komplett aus der Hand gaben. Von der einst gefürchteten "Ringkämpfer-Mentalität" der körperlich starken HSGler war bis zur Pausensirene allerdings rein gar nichts zu spüren. Das sollte sich im zweiten Durchgang jedoch komplett ändern, denn wie aus dem Nichts legten die Volkacher in Sachen Härte und Tempo einen Zahn zu und nahmen den FC-Goalgetter Simon Dietrich mit Manndeckung phasenweise aus dem Spiel. Die erfahrenen Unparteiischen Christoph Feulner und Stefan Wilm sprachen den Sinnstädtern zwar insgesamt sieben Strafwürfe zu und verhängten vier Zeitstrafen gegen die Volkacher, ansonsten ließen sie die sich steigernde Aggressivität der HSG-Cracks aber komplett durchgehen. "Benny" Bott griff mit personellen Rochaden tief in die taktische Trickkiste, um zu verhindern, dass den Sinnstädtern die Partie völlig aus den Händen gerissen wird. Vergeblich. 45 Minuten lang waren die FCler in Führung gelegen, dann drehten die Gäste mit viel Biss, Cleverness und Leidenschaft den Spieß um. In der Schlussphase fehlten den FClern ein bisschen Entschlossenheit, Überzeugung und Mut, um sich zumindest ein Remis zu sichern. bit

Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (14/7), Nick Schumm (5), Tom Schumm (3), Michael Müller (3), Simon Weiner (2), Niklas Gerlach (1).

FC Bad Brückenau - TSG Estenfeld 16:23 (10:12).

Es wird die erwartet schwere Saison für die Sinnstädterinnen, die gegen die TSG Estenfeld sehr mutig, zupackend und entschlossen auftraten, aber im Torabschluss viel zu wenig aus ihren zahlreichen guten Chancen machten. Weil die TSG nicht weniger als elf Strafwürfe zugesprochen bekam, war Bad Brückenaus Torfrau Annalena Löser gefragt, die insgesamt fünf Siebenmeter "abkochen" konnte und auch sonst der gewohnt starke Rückhalt war. Dass die Sinnstädterinnen fünf Zeitstrafen kassierten, tat besonders ihrem Spiel nach vorne nicht gut, denn in Unterzahl brachten sie kaum Druck auf den Kasten der Gäste. Coach Thomas König experimentierte diesmal extrem viel, brachte nicht weniger als zwölf Spielerinnen zum Einsatz und stellte die personelle Formation immer wieder um. Bis zur 41. Minute blieben die FClerinnen gut im Spiel, lagen beim Stand von 12:13 mit nur einem Tor in Rückstand. Doch dann verloren die Sinnstädterinnen nach und nach den Zugriff auf den Gegner, der nun mit viel Wucht und Tempo die vorzeitige Entscheidung erzwingen wollte - und dies auch tat. Dass die Bad Brückenauerinnen bis zum Schluss nie aufgaben und in der Vorwärtsbewegung deutlich variabler als zuletzt auftraten, macht Mut für die kommenden schweren Aufgaben in dieser stark besetzen Bezirksoberliga.bit

Tore für Bad Brückenau: Lena Übelacker (5/2), Anna Pragmann (4), Sabrina Beck (2), Melissa Kalmund (2), Sophie Gundelach (2), Selina Vogler (1).

TV Großlangheim - TV/DJK Hammelburg 19:16 (11:6).

"Leider kann ich keinen Antrag stellen, dass wir nur die zweite Halbzeit spielen dürfen" meinte TV/DJK-Coach Bernhard Hereth sarkastisch nach der Partie im Kitzinger Stadtteil, die mit der ersten Saisonniederlage in der Bezirksliga endete. Nur sechs Tore gelangen den Gästen in der ersten Halbzeit. Neun Angriffsversuche landeten entweder am Pfosten oder an der Latte des gegnerischen Tores. Ein guter Abwehrverbund sorgte jedoch dafür, dass die prima haltende Torhüterin Hannah Eich ihre Mannschaft mit Hoffnung in die zweite Spielhälfte schicken konnte. Bis zur 45. Spielminute konnte der Rückstand auf ein Tor verkürzt werden, anschließend wog die Partie hin und her. Jedoch waren die acht zugesprochenen Siebenmeter für Großlangheim zu viel, um mit einem positiven Ergebnis die Heimreise antreten zu können. Der Aufsteiger aus Hammelburg hat aber jedoch Moral gezeigt und sich in die Partie zurück gekämpft. spion

Tore für Hammelburg: Nicole Simon (6/2), Lea Schlereth (4), Nicole Schröter (4), Katrin Simon (1), Tabea Hüfner (1).

DJK Nüdlingen - TSV Lengfeld 30:28 (14:16).

Da schau her, die Nüdlinger. Ihr erstes Spiel hatten die DJK-Jungs noch verloren, die überhaupt froh sind, eine Mannschaft stellen zu können. Mit dem Sieg über bis dato verlustpunktfreie Lengfelder steht die Truppe urplötzlich an der Tabellenspitze der Bezirksklasse. Entsprechend groß war die Freude. "Wir waren die Underdogs in diesem Spiel und haben mit einem Sieg überhaupt nicht gerechnet", so Marcel Jouck, der den Schlüssel zum Sieg im variablen Rückraumspiel seiner Mannschaft sah. Garniert mit den zehn Treffern von Kai Kunzmann, der laut Jouck bei seinen Würfen "regelrecht gezaubert hat". Im ersten Abschnitt hatte der Gast leichte Vorteile. "Da mussten wir verbissen kämpfen, um dran zu bleiben", sagte Jouck. Nach dem Wechsel nahmen Hektik und Härte, aber auch die Entschlossenheit der Nüdlinger zu, die sich für Moral und Kampfgeist mit zwei Punkten belohnten.sms

Tore für Nüdlingen: Kai Kunzmann (10), Marcel Jouck (4), Petsch Andreas (4), Maximilian Memmel (3), Jonas Rendl (3/1), Kilian Geßner (3) Noah Rauch (2), Vincent Przybilla (1).