Hammelburg Volleys - TGM Mainz-Gonsenheim 3:0 (25:19, 25:21, 25:21).

Keine Tatort-Länge hatte das Spiel vom Vortag gedauert, weshalb die Hammelburger Jungs ohne größere Blessuren in ihr zweites Match an diesem Wochenende gehen sollten gegen ausgeruhte Mainzer, die dennoch nicht ganz taufrisch in die Saaletalhalle gekommen waren. Durch eine längere Quarantäne-Zeit in Rückstand geraten, mussten die abstiegsbedrohten Gäste in diesem Jahr bereits elf Spiele austragen.

Auf Seiten der Volleys, bei denen Finn Jansen im ersten Satz seine Bundesliga-Premiere feierte, hatte Trainer Philipp Fischer Zuspieler Laurentiu Vinatoru in die Start-Formation rotiert, der sein Team nach verhaltenem Beginn (8:7) über ein 16:9 zur zweiten technischen Auszeit zum letztlich sicheren Satzgewinn führte, auch wenn der Gegner um Top-Angreifer Jörn Freiwald kurz noch einmal an einer Wende schnupperte, weil sich Bruder Leichtfuß ins Hammelburger Spiel geschlichen hatte.

Den Gegner vom Haken gelassen

In der teils sonnendurchfluteten Spielstätte blieben die Hammelburger das tonangebende Team, das sich schnell auf 8:4 absetzte, aber den Gegner wieder vom Haken ließ mit dem 9:9. Auf den 10:12-Rückstand reagierte Philipp Fischer konsequent mit einer Auszeit - die nicht wie erhofft fruchtete (13:16), weil die Mainzer vor allem über eine bärenstarke Blockarbeit punkteten und beim 21:18 kurz vor dem Satzgewinn waren.

Zur rechten Zeit kam die phänomenale Angaben-Serie von Moritz Rauber, später mit der MVP-Medaille dekoriert, mit sieben Punkten in Serie, darunter zwei Aufschlag-Asse. Mittlerweile auf dem Hammelburger Feld: Hannes Krochmann auf der Zuspiel-Position und David Baden, der bis zu Beginn des dritten Satzes selbstbewusst Oscar Benner vertrat.

Der dritte Satz sollte zunächst eine Doublette des ersten sein, denn wieder führten die Gastgeber mit 8:7. Für den Trainer schön zu sehen, dass mit Hannes Krochmann auch der Zuspiel-Youngster immer mehr Finessen für seine Angreifer bereit hält. Diesmal aber blieben die Mainzer dran, die zur zweiten technischen Auszeit sogar führten (16:15).

Der richtige Wechsel

Es folgte wieder ein Krochmann-Vinatoru-Wechsel, was sich erneut als richtige Maßnahme erweisen sollte. Schnell wechselte die Führung, die bis zum finalen Punkt auf der Hammelburger Seite blieb. Headcoach Philipp Fischer zeigte sich in seiner Analyse vor allem mit der Effektivität im Angriff über die gesamte Spieldauer nicht wirklich zufrieden: "Da fehlte uns zu oft die Abstimmung und wir haben zu viele Fehler gemacht. Zum Schluss der beiden letzten Durchgänge haben wir es den starken Aufschlagserien von Moritz Rauber und Moritz Zeitler zu verdanken, dass es am Ende ein deutliches Ergebnis geworden ist. Sechs Punkte, kein Satzverlust - es war ein perfektes Wochenende für die Volleys, die sich in der Tabelle vom sechsten auf den fünften Platz verbesserten.

Hammelburg Volleys - GSVE Delitzsch 3:0 (25:21, 25:23, 25:19).

Verkehrte Welt am Samstagabend. Mit der Hypothek von fünf Niederlagen in Folge waren die Sachsen in die Saaletalhalle gekommen. Und sich dennoch reichlich selbstbewusst präsentierten, positive Grundstimmung inklusive. Jeder Punkt wurde ausgiebig gefeiert, während die Hammelburger emotional eher gedimmt auftraten und so ihre Schwierigkeit hatten mit der unorthodoxen Spielweise des Gegners.

"Wir haben nicht gut gespielt und sind mit einem sehr blauen Auge davongekommen. Delitzsch hat so gespielt, wie ich es den Jungs prophezeit hatte. Aber wir haben es nicht auf die Kette gebracht, deren Spiel über die Mitte in den Griff zu bekommen. Das hat es knapp gemacht", bilanzierte Philipp Fischer die nur vom Ergebnis her einseitige Partie. "Der Aufschlag hat uns ein bisschen gerettet in den entscheidenden Momenten", wusste der Volleys-Coach.

Auf Augenhöhe

Dank starker Abwehrarbeit führte der Gast zur zweiten technischen Auszeit mit 16:12. Allerdings erlaubte sich die Truppe um Zuspieler Felipe Pardini Glaser einige leichte Fehler, was die Volleys zurück ins Spiel brachte. Die beiden Block-Punkte von Janick Sill und Moritz Rauber zum 21:19 sollten den Satz doch noch auf die Hammelburger Seite ziehen.

Gänzlich auf Augenhöhe verlief auch Satz zwei. Bis zum 21:21, ehe Moritz Rauber per Angriffsschlag und Block für den entscheidenden Vorsprung sorgte. Hammelburger MVP wurde aber Oscar Benner, der im dritten Satz für den Unterschied sorgte gegen nie aufsteckende Delitzscher, die Pech mit einigen umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen, aber auch zu viele Patzer in ihr Spiel eingebaut hatten. Dennoch ärgerte sich Hammelburgs Trainer über die Schwächephase seines Teams, das einen 11:7-Vorsprung leichtfertig verspielt hatte, "da hätten wir den Deckel viel früher draufmachen müssen." Um den Lauf der Sachsen zu unterbrechen, beorderte Philipp Fischer ab dem 11:11 Zuspiel-Routinier Laurentiu Vinatoru aufs Feld, der die Lage entscheidend beruhigte.