SG Garitz/Nüdlingen - TSV Haunstetten II 32:25 (15:12).
27 Minuten. Fast die komplette erste Hälfte also hatte Harun Tucovic keine Feldspielerin gewechselt. Gönnte erst dann Sabrina Kleinhenz eine Pause. Und brachte dafür am Kreis Nachwuchsspielerin Anna-Lena Paech, die nur Sekunden brauchte zum Torerfolg. "Wir wollten aus einer schwierigen Situation etwas Gutes machen", sagte später der SG-Trainer.

Teamarbeit war noch mehr gefragt nach dem Ausfall von gleich vier Spielerinnen. Was auch deshalb klappte, weil sich Vertrauen auszahlte. Die spät ins Spiel gebrachten Katharina Karch und Nadja Heer aus dem Reserve-Team trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Franziska Thomas erzielte kein Tor, und hatte dennoch Anteil am Erfolg, weil die Studentin den weiten Weg in die Heimat antrat, um kurzfristig auszuhelfen.
Kleine Mosaiksteine zum großartigen Erfolg.

Erstmals in dieser Saison erzielte der Aufsteiger mehr als 30 Tore. Und hinterließ einen frustrierten Gästetrainer, der das Schiedsrichtergespann als Sündenbock ausgemacht hatte. Zu Unrecht deshalb, weil die Spielgemeinschaft schlichtweg das bessere Team war. "Unser Ehrgeiz ist immer groß. Wir wollten das Spiel einfach gewinnen", sagte später Anne Früh, die in der 5:1-Abwehr als vorgezogene Spielerin schuftete und dennoch Kraft und Konzentration zu fünf Toren besaß.

Klug gesetzte Auszeiten

"Gegen den starken Rückraum der Gäste mussten wir aggressiv spielen. Und das hat Anne gut gelöst mit vielen Kontakten am Gegner", sagte der Trainer, dessen Team nach dem frühen Rückstand nicht alles, aber vieles richtig machte. Angefangen auf der Torfrau-Position, wo Pia Kunzmann trotz 7:4-Führung Platz zunächst machte für Stephanie Piske, um nach dem Wechsel wieder zwischen den Pfosten zu stehen - und überragend zu halten. Auch seine beiden Auszeiten vor dem Wechsel hatte Tucovic klug gesetzt, als die Bundesliga-Reserve partiell gute Phasen hatte. "Die Vorgabe war, dass jede Spielerin später sagen sollte, alles gegeben zu haben", so der SG-Trainer. Pech mit Treffern ans Gebälk gab es ebenso wie leichtfertig vergebene Konter. Aber die positive Tendenz stimmte eben. Weil Lisa Wenzke gleich zehnmal traf. Weil Sabrina Kleinhenz nach dem Wechsel zu alter Abschluss-Stärke zurückfand. Und weil Julia Albert im Rückraum immer selbstbewusster ihre Würfe setzt.

Nach 15 Minuten der zweiten Hälfte führten die Unterfranken mit 24:19. Die Entscheidung, weil den Gästen aus dem Augsburger Stadtteil die spielerischen Mittel zur Wende fehlten. Die Ovationen des toll mitgehenden Publikums hatte sich die Spielgemeinschaft verdient. Später war sich Anne Früh ("Ich bin ganz schön fertig") auch nicht zu schade zum Anpacken beim Abbau der Sponsoren-Banner. "Ich fühle mich hier wohl", sagte die Pfändhäuserin. Exakt das hatte man auf der Platte sehen können.
Tore für die SG: Lisa Wenzke (10/4), Anne Früh (5), Julia Albert (5), Carolin Anon (4), Sabrina Kleinhenz (3), Anna Kleinhenz (1), Nina Barnickel (1), Anna-Lena Paech (1), Katharina Karch (1), Nadja Heer (1/1)