Die unerwartet starken Auftritten der Nationalmannschaft sollten die Lust auf Handball zusätzlich geweckt haben in der Region. Allerdings nur im Bezahlfernsehen oder im Internet sind die Spiele der Deutschen zu sehen, während die SG Garitz/Nüdlingen (4./16:10) mit dem puren Live-Vergnügen punkten kann im Heimspiel gegen den ASV Dachau (3./18:8). Bei der Weltmeisterschaft am Persischen Golf sind die Hallen zum Teil beschämend leer, in Nüdlingen darf die Heim-Sieben dagegen auf volle Ränge hoffen. Unterstützung, die es brauchen wird.
"Die deutsche Mannschaft lebt von ihrem Teamgeist, und den wollen wir am Samstag ebenfalls zeigen. Nur als Mannschaft können wir gegen Dachau bestehen und vor unseren Fans ungeschlagen bleiben", weiß Sabrina Kleinhenz. Eine Einschätzung, die der Trainer teilt. "Der Gegner gehört zu den Besten der Liga, ist schnell und beweglich, besitzt Spielerinnen mit Drittliga-Erfahrung.
Und ist technisch hervorragend ausgebildet", sagt Harun Tucovic.

Beeindruckende Ergebnisse

Die Oberbayern haben beide Spiele in 2015 souverän für sich entschieden. Der TSV Haun stetten II wurde mit 35:17, der ESV Regensburg II mit 27:19 besiegt. Das Hinspiel hatten die Dachauerinnen gegen die Unterfranken mit 23:19 gewonnen. Die Gäste besitzen eine der stärksten Offensivreihen - und die beste Abwehr der Liga mit nur 20 Gegentoren im Schnitt. 29 Treffer hatte die SG Garitz/Nüdlingen in der Vorwoche kassiert bei der Niederlage in Dietmannsried. Und das nach einem phänomenalen Beginn mit einer 9:1-Führung. "So ist der Handballsport mit all seinen Höhen und Tiefen. Das war schon schade, dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben, aber bei uns hat dann kaum noch was funktioniert und wir haben in der Abwehr auch keine richtige Zuordnung mehr gehabt", erinnert sich Sabrina Kleinhenz. Die Stärken des Samstags-Gegners sind der Kreisläuferin ebenfalls im Gedächtnis. "Wir hätten in Dachau sogar gewinnen können, aber vom Gefühl her war das die robusteste Defensive der Liga."
Die Vorbereitung auf das Match war alles andere als perfekt, weil Schule und Beruf für viele Absenzen im Training sorgten. "Das war eine schwierige Woche", sagt der Trainer, der zumindest eines versprechen kann. "Wir werden Leidenschaft zeigen und bis zum Umfallen kämpfen."
Die Handball-WM werden die SG-Frauen so oder so weiter mit großem Interesse verfolgen, insbesondere das Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft mit dem Franken-Trio Carsten Lichtlein, Steffen Weinhold und Michael Müller. "Bisher haben die Deutschen ja immer gespielt, wenn wir kein Training hatten", sagt Sabrina Kleinhenz. Eine gute Leistung gegen Dachau würde bei einer zeitlichen Überschneidung die Verhandlungsposition dem Trainer gegenüber sicher stärken.