Mission erfüllt! Die SG Bad Bocklet/Aschach ist nach einer zweijährigen Leidenszeit in der untersten Liga zurück in der A-Klasse. Und das etwas überraschend als Meister. Dank der Quotientenregelung überholte die SG als Zweitplatzierter (42) noch die Spielgemeinschaft aus Eltingshausen (44). Sei es wie es sei: Meisterschaft und Aufstieg fühlen sich seltsam an. Weil die Freude fehlt nach dem Abpfiff, das Feiern in der Kabine. Aber das soll in wenigen Tagen nachgeholt werden.

Jens Mammitzsch weiß, wie es ist, ganz oben zu stehen. Dreimal ist der 34-Jährige, der unter anderem in Sulzthal und Haard spielte, in seiner Karriere Meister geworden, zweimal aufgestiegen. Seit Juli 2020 betreut er die SG Bad Bocklet/Aschach als Spielertrainer.

Diese Meisterschaft am Grünen Tisch - sie fühlt sich anders an, sagt er. "Die Emotionen nach dem Spiel und auf dem Platz sind völlig weg." So eine Situation wie jetzt habe es noch nie gegeben.

Mammitzsch ist aber froh, dass Klarheit herrscht. Ein Schlussstrich gezogen wurde unter diese ewig andauernde Corona-Saison. Dass seine Mannschaft nun als Meister aufgestiegen ist und nicht als Tabellenzweiter, wo man vor dem Saison-Abbruch und 18 Spielen stand: egal. "Ziel war, die B-Klasse zu verlassen. Das haben wir geschafft."

Ex-Abteilungsleiter Thomas Kraus, inzwischen in den Vorstand aufgerückt, denkt ähnlich wie sein Trainer. Er ist üb erzeugt, dass es die SG Bad Bocklet/Aschach auch ohne Quotienten zur Meisterschaft gebracht hätte - wenn die Saison fortgesetzt worden wäre. Denn erstens hatten die Saaletaler ein Spiel weniger bestritten als Eltingshausen (19). Und zweitens stand ja noch das zweite direkte Duell daheim aus. Die Partie in der Hinrunde hatte Bad Bocklet/Aschach mit 0:2 unglücklich verloren.

Alles Makulatur. Nächste Saison spielt die SG wieder A-Klasse. Und das wird nicht so einfach. "Der Klassenerhalt ist das Ziel", sagt Jens Mammitzsch. Darüber hinaus werde man sehen, ob es mehr werde. Das Image als Fahrstuhlmannschaft will der Spielertrainer auf jeden Fall endlich loswerden.

Im Wesentlichen ist das Team zusammengeblieben; nur ein paar ältere Spieler hören auf. So wie Thomas Kraus, der mit seinen 46 Jahren zuletzt noch sporadisch zum Einsatz kam - unter anderem im Tor oder als Stürmer.

A-Klasse mit einem jungen Team

Dafür rücken mit Jakob Lotz und Kevin Kraus zwei Jugendspieler auf, Letzterer der dritte Junior des Vorstands, der dann im Team spielt. Vom SV Rödelmaier kehrt der Großenbracher Lukas Schultes zur SG zurück. Auch Torjäger Jan Blasek, der in der B-Klasse mit 29 Treffern glänzte, geht mit ins Abenteuer A-Klasse.

Das Trainer Mammitzsch nicht unterschätzen möchte. In der A-Klasse spielen seinen Angaben zufolge mehr 1. Mannschaften mit weniger Altherren-Kickern mit. Trotzdem will er in seinem Team der Jugend den Vorrang geben. Und auch selbst vermehrt auflaufen.

Was nach Gegensatz klingt, bedeutet in Wirklichkeit Kalkül. Denn Jens Mammitzsch will verstärkt seine Erfahrung einbringen, seine junge Mannschaft stärker anleiten. Weil er in der abgelaufenen Saison neu war, musste der 34-Jährige sie erst kennenlernen. Und schaute sich deshalb deren Spiel viel öfter von draußen an.

Bevor aber die neue Spielzeit richtig beginnt, wird die Meisterfeier nachgeholt. Und zwar nach dem Testspiel am kommenden Freitag, 2. Juli, gegen die SpVgg Haard. Und obgleich unter Corona-Bedingungen wohl kaum die Stimmung nach einem echten Entscheidungsspiel erreicht werden wird, verspricht Thomas Kraus: "Wir machen das Beste daraus."