Schwache erste Hälfte kostet FC 05 den Sieg

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Gleich ist der Ball im Tor: Florian Pieper (weiß) trifft zum 1:1 für den FC 05 Schweinfurt - doch mehr sollte trotz furioser Schlussphase nicht mehr herausspringen. Sebastian Enderle ist in dieser Szene geschlagen, nahm aber mit Illertissen am Ende nicht unverdient den Punkt aus Schweinfurt mit.Marion Wetterich
Gleich ist der Ball im Tor: Florian Pieper (weiß) trifft zum 1:1 für den FC 05 Schweinfurt - doch mehr sollte trotz furioser Schlussphase nicht mehr herausspringen. Sebastian Enderle ist in dieser Szene geschlagen, nahm aber mit Illertissen am Ende nicht unverdient den Punkt aus Schweinfurt mit.Marion Wetterich

In der turbulenten Schlussphase lassen die Schweinfurter beim 1:1 gegen Illertissen zu viele Chancen liegen.

FC 05 Schweinfurt - FV Illertissen 1:1 (0:1). Tore: 0:1 Leyla (14.), 1:1 Pieper (69.).
Kleiner Knick in der Schweinfurter Kurve? Nach dem 2:2 von Rosenheim folgte gegen den FV Illertissen die nächste Punkteteilung. Schwachen ersten 45 Minuten waren schwungvolle zweite gefolgt, doch trotz bester Chancen zum Ende hin, sollte dem FC 05 vor der Minuskulisse von 907 Zuschauern der Siegtreffer nicht mehr gelingen. "Wir sind natürlich alle sehr, sehr enttäuscht. In der ersten Halbzeit waren wir nicht zu hundert Prozent am Platz. Nach der Pause hat sich wieder gezeigt, dass wir aktuell das Problem haben, unsere Chancen nicht zu nutzen", konnte 05-Trainer kein positives Fazit ziehen. "Und uns geht momentan etwas das Glück ab."

Ja, das war eine ganz schwache erste Halbzeit, die der FC 05, zuvor in vier Heimspielen ohne Punktverlust, da spielte: langsamer Spielaufbau, umständlich im Mittelfeld, kein Durchkommen über die Außen. Und dieses eine Mal, als Illertissen gefährlich vors Tor kam, auch noch anfällig in der Defensive: Oktay Leyla durfte rechts alleine durchlaufen und aus spitzem Winkel über die Zwischenstation Innenpfosten zum 0:1 vollenden. Da waren gerade 14 Minuten gespielt und die Stimmung sank. Klar, Klaus wollte einen laufintensiven Spieler wie Marius Willsch schonen: "Bei den tiefen Böden und seiner Art zu spielen, verletzt er sich. Dann haben wir nächste Woche gar nichts mehr von ihm". Gut gemeint, doch Ersatz Marco Fritscher gelang auf dem rechten Flügel kein einziger explosiver Lauf gen Grundlinie. Und Michael Schlicht, der den gelb-gesperrten Christopher Kracun vertrat, blieb als Ausgangspunkt für den Spielaufbau sehr zurückhaltend. Nicht ganz ohne Grund mussten beide auch zur Pause raus. Immerhin: Zum Ende der ersten 45 Minuten gab's zwei Chancen für die Schweinfurter: FV-Keeper Felix Kielkopf fischte aber Adam Jabiris 25-Meter-Freistoß aus dem Winkel (40.), bei Jabiris Kopfball haarscharf über die Latte musste er nicht eingreifen (45.).

Dass es so blutleer nicht weitergehen konnte, war zu erwarten. Nun, die Erwartung wurde nicht ganz enttäuscht, aber auch nicht hundertprozentig erfüllt. Will heißen: Der FC 05 kam mit Willsch auf rechts und Florian Pieper als zweiter Spitze aggressiver aus der Kabine, jedoch nur anfangs bedingt zwingender. Bis, ja, bis Illertissen unter dem wachsenden Druck mehr und mehr einknickte. Dann war plötzlich Willsch da, zielte aber knapp rechts vorbei (62.). Den Ausgleich hatte Jabiri mit Doppel-Jonglage und Schuss aus der Drehung an die Latte vorbereitet, Pieper traf per Abstauber. Jetzt wurde es ein Kampf mit offenem Visier, die Schweinfurter spielten alles oder nichts, was wiederum die Gäste zu einigen ansprechenden Kontern einlud. In der Schlussphase kamen die Schwaben kaum noch hinten raus. Und ums Haar hätte sich Florian Pieper beim nun drückend überlegenen FC 05 zum Mann des Tages gemacht: Doch sein Schuss aus der Drehung sauste knapp links am Tor vorbei (85.). Auf was Illertissen jetzt aus war, verdeutlichte der letzte Wechsel: Für den bis dato besten FV-Stürmer Alexander Nollenberger kam mit Simon Fischäß ein Verteidiger. Und der half mit, dass trotz weiterer guter Möglichkeiten der Ball einfach nicht über die Linie flutschte. 05-Mittelfeldmann Nikola Jelisic ärgerte sich, denn er fand: "Vor der Pause haben wir gegen tief stehende Illertissener den Ball nicht schnell genug laufen lassen. Danach standen die immer noch gut, aber bei uns war eine andere Mannschaft auf dem Platz."

Jelisic blieb trotz des weiteren Unentschiedens der seit Wochen postulierten Vereinslinie treu: "Wir schauen nicht auf München, wir schauen auf uns. Wenn die Sechziger mal patzen, sind wir da." Nun, gewinnen beide Klubs ihre Wochenendpartien, gehen die Löwen mit fünf Punkten Vorsprung ins Spitzenspiel am 30. September. Verlöre der FC 05 da, wären es bereits acht Zähler Rückstand. Doch allzu sehr schwarz sehen müssen die Schweinfurter ja angesichts der bis dato guten Runde auch wieder nicht. Michael Bauer

Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Janz, Strohmaier, Paul - Schlicht (46. Pieper), Fery - Fritscher (46. Willsch), Jelisic, Krautschneider - Jabiri.