Zwei Mannschaften in der Bezirksliga, sechs Teams in der Kreisliga: Der Frauenfußball im Landkreis hat sich etabliert und schöpft zu Recht einen Teil der medialen Aufmerksamkeit ab. Wir haben bei den Vereinen nachgefragt, welche Erwartungen sich bislang erfüllt haben und wo noch Luft nach oben ist. Gut möglich, dass in der neuen Runde ein weiterer Verein in der höchsten unterfränkischen Spielklasse auftaucht.

TSV Ebenhausen

Den Kickerinnen ist es zu verdanken, dass der TSV Ebenhausen (7./6) erstmals ein Team in der Bezirksliga am Start hat. "Wir sind motiviert, aber ohne große Erwartungen in die Saison gestartet", sagt TSV-Spielerin Christina Dees. Die Saison begann überragend mit einem Punktgewinn im Derby gegen die SG Nüdlingen/Albertshausen (3:3). Die Freude war jedoch nicht von langer Dauer, da sich zwei wichtige Spielerinnen verletzten. Die personellen Probleme zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Hinrunde, weshalb viele ehemalige Spielerinnen ein Comeback feierten. Mit drei Unentschieden und dem Sieg über das abgeschlagene Schlusslicht SC Schwarzach sollte der Klassenerhalt für das Team um Trainer Steffen Knopp nur noch Formsache sein bei nur einem Absteiger. Oft genug hat die Mannschaft gezeigt, auch mit den Schwergewichten der Liga mithalten zu können. "Die Personalnot hat natürlich die Stimmung gedrückt, aber wir haben den Kopf nicht hängen lassen und sind immer motiviert und ehrgeizig geblieben", lobt Christina Dees die Haltung ihrer Mannschaft.

SG Nüdlingen/Albertshausen

"Unsere Erwartungen für die Hinrunde wurden durchkreuzt. Es war wahnsinnig schwer, nach der langen Coronapause wieder zurück ins Spiel zu finden", sagt mit Benny Mast der Trainer der SG Nüdlingen/Albertshausen (6./7). Personelle Probleme sollten sich durch die gesamte Hinrunde ziehen. Zudem gab es einige kurzfristige Absagen, als die Corona-Warn-App plötzlich rot wurde. Um keine Partien absagen zu müssen, halfen immer wieder ehemalige Spielerinnen aus. Bis man sich einigermaßen eingespielt hatte, war die Hinrunde schon fast wieder vorbei. Trotzdem herrschte durchgehend eine gute Stimmung in der Mannschaft, und gerade das letzte Spiel vor der Winterpause wurde zum bisherigen Höhepunkt der Saison, als im Kreis-Derby gegen Ebenhausen ein klarer 3:0-Sieg gelang. Die Erwartung für die Rückrunde ist es, noch mehr aus der Mannschaft herauszuholen.

TSV Rannungen

Obwohl es für die Spielerinnen des TSV Rannungen (1./18) nach langer Zeit in der Freizeitliga erst die zweite Saison in der Kreisliga Rhön ist, stehen die Zeichen für einen Aufstieg in die Bezirksliga sehr gut. Nach dem 3:0-Sieg gegen Schondra war die Herbstmeisterschaft perfekt. Dabei war die personelle Situation zunächst sehr angespannt. Im Vorfeld hatte man sogar schon mit anderen Frauenmannschaften gesprochen und gemeinsam trainiert, um eventuelle Spielgemeinschaften zu bilden. Am Ende schaffte man es aber doch, auch ohne die Hilfe anderer Vereine einen ausreichenden Kader zusammenzustellen. Ex-Spielerinnen kehrten zurück und auch Neuzugänge fanden ihren Weg ins Team. Erst nach einigen Spielen stellte sich eine gewisse Kontinuität ein. Michael Reck lobt die gesamte Mannschaft und deren Leistungssteigerung von Spiel zu Spiel. Die Erwartungen für die Rückrunde sind klar, schließlich will niemand sich nur mit einer Herbstmeister begnügen.

FC Rottershausen

Erfolg ist relativ. Weshalb man beim FC Rottershausen (7./3) erst einmal froh ist, eine Frauenmannschaft zu haben. "Wir lösen uns in dieser Saison von den Ergebnissen", sagt FC-Trainer Johannes Kanz. In dieser Runde gehe es darum, dass alle Spielerinnen am Ball bleiben und Spaß am Fußball hätten. Corona habe für einen großen Umbruch gesorgt, viele Spielerinnen hätten erst einmal eine Pause eingelegt. Deshalb sieht der Trainer diese Saison als ein Übergangsjahr, zumal viele junge Spielerinnen integriert werden müssen. Auch wenn die Mannschaft auf dem vorletzten Platz steht, erst ein Tor erzielt und noch keinen Sieg eingefahren hat, fällt das Fazit positiv aus. "Ich bin mit der neuen Struktur der Mannschaft und der Entwicklung der jungen Spielerinnen sehr zufrieden", sagt Johannes Kanz. In der Rückrunde will man für die ein oder andere Überraschung sorgen und diese Übergangssaison bestmöglich beenden.

FC WMP Lauertal

Wie schon bei den Männern, laufen nun auch die Spielerinnen aus Weichtungen, Maßbach und Poppenlauer gemeinsam als FC WMP Lauertal (4./15) auf unter ihrem neuen Trainer Klaus Weisensee. Aus den ersten fünf Spielen holte die Mannschaft maximale 15 Punkte und erzielte 19 Tore. Danach kippte die Leistung jedoch und es folgte eine Reihe von teils hohen Niederlagen. Klaus Weisensee führt das vor allem auf die niedrige Trainingsbeteiligung zurück. Während zu Beginn der Saison noch mit zwölf Spielerinnen trainiert wurde, konnte das Training gegen Ende der Hinrunde teilweise gar nicht stattfinden. "Da steckt eigentlich mehr in der Truppe, aber ohne Training geht es eben nicht", sagt Weisensee. Denn der vierte Tabellenplatz zum Ende der Hinrunde ist positiv, aber das negative Torverhältnis (23:26) sehr ärgerlich. "Die vielen Gegentore haben mich schon sauer gemacht. Da haben wir einfach viel zu wenig Einsatz gezeigt, das war oft zu halbherzig." Für die Rückrunde hofft Klaus Weisensee auf eine bessere Trainingsbeteiligung. Das Potenzial ist da, die Mannschaft müsse es aber auch zeigen.

DJK Schondra

Einen Platz unter den Top-3 hatte die DJK Schondra (5./10) angestrebt - um dann mehr schlecht als recht in die Saison zu starten mit zwei Pünktchen und zwei Törchen aus den ersten fünf Spielen, ehe mit dem 1:0-Erfolg beim SV Friesenhausen der erste Dreier gelang und beim 8:0-Kantersieg über den FC Rottershausen auch im Sturm endlich alle Fesseln gelöst wurden. "Fast jedes Wochenende stand ein anderes Team auf dem Platz", lautet ein Erklärungsansatz von DJK-Spielerin Lena Reith, die als Highlight der bisherigen Saison den 3:1-Derbysieg gegen die SG Schönderling/Thulba nennt im letzten Spiel vor der Winterpause. "Wir sind zuversichtlich, dass es besser für uns läuft, wenn der Kader wieder etwas mehr zusammenfindet", so Reith.

SG Schönderling/Thulba

Die Derby-Niederlage ändert rein gar nichts daran, dass die SG Schönderling/Thulba (3./15) eine gute Hinserie gespielt hat. "Wir konnten überhaupt nicht einschätzen wie stark die Kreisliga ist durch die neuen Mannschaften wie Gemeinfeld und Lauertal", erzählt Pressewart Maximilian Muth. Vor Saisonbeginn hatte sich die Spielgemeinschaft für den flexiblen Spielbetrieb angemeldet, um sich die Möglichkeit offen zu lassen auch einmal nur zu Neunt spielen zu können. Muth ist zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft und froh, dass die Rhönerinnen von schweren Verletzungen verschont blieben. Ärgerlich sei lediglich die Schiedsrichter-Situation gewesen. Mehrmals waren keine angesetzt oder fielen kurzfristig aus, sodass sich die Vereine selbst um eine schnelle Lösung kümmern mussten.

SV Langendorf

Erstmals spielt der SV Langendorf (3./16) nicht mehr in der Rhöner Kreisliga, sondern im Schweinfurter Raum. Dort konnte die Mannschaft ihre Erwartungen erfüllen mit dem aktuell dritten Platz: "Unser Ziel ist es, unter die Top 3 zu kommen", erzählt Langendorfs Trainer Oliver Zeier. Nur zu Beginn der Runde gab es aufgrund der Urlaubszeit einige personelle Probleme, bis zur Winterpause konnte Zeier wieder aus einem großen Kader von 20 Spielerinnen schöpfen. Vor allem die Abwehrspielerinnen glänzten angesichts der nur acht Gegentore in acht Spielen. In der Offensive hingegen ist noch Luft nach oben. Angesichts vieler Chancen sind die 20 erzielten Treffer eher suboptimal. Im letzten Spiel vor der Pause hatten die Langendorferinnen Spitzenreiter FC 05 Schweinfurt II beim 2:2-Remis die ersten Punkte überhaupt abgeknöpft.